Fundstücke 22 – Turn, turn, turn

Posted on 2. Juni 2011 von

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Wer heute schon lastfm gehört hat oder sich die neuesten Musik bei iTunes heruntergeladen hat, wird sich vielleicht wundern, dass die Idee, Musik über das Telefonnetz zu hören bereits mehr als 100 Jahre als ist.

“The July 2, 1892, Scientific American Supplement reported on the use of a device called the theatrophone that had been in use for two years already in Paris. The basic idea was to be able to call into a theater and hear live music being played.”

In Bremen hatte vor ein paar Jahren ein Arzt, nicht ganz im Sinne des nihil nocere, einem mutmaßlichen Drogendealer Brechmittel verabreicht, welcher im Rahmen dessen ins Koma fiel und wenige Tage später verstarb. Nun wird, nach dem Motto, zwei Ärzte, drei Meinungen, ein Neurologe gehört, um den Arzt zu entlasten. Zumindest juristisch.

Nachdem die WHO Mobiltelefone als “möglicherweise Krebserregend” eingestuft haben, waren vielleicht einige Menschen weniger gut zu erreichen. Denen kann manzwei Texte ausdrucken und diese postalisch zustellen lassen, in denen die “Gefahr” eingeordnet wird.

Unter dem Hashtag #servergate ging vor zwei Wochen die Beschlagnahmung von Servern der Piratenpartei durch das kleine aber feine Twitterversum. Die Resonanz in etablierten Medien blieb relativ Mau, ein paar Gedanken zum Thema hat sich Emanuel Schach hier gemacht.

Das Thema “Gentechnik” ist in Deutschland angstbesetzt. Dabei würde ein nüchterner Umgang damit den Blick auf die echten Gefahren schärfen, die unter anderem in der Patentierbarkeit von Gensequenzen liegt. Keine Angst muss man vor Eiern haben.

Die Anzahl der Downloads, der illegalen Downloads von Filmen und Serien ging in den letzten Jahren zurück, dafür stieg die Frequentierung von Seiten, auf denen man solche Videos als Stream anschauen kann. Kino.to war einige Zeit nicht erreichbar, hat jetzt jedoch eine neue Adresse.

Während die ÄrzteZeitung von einer Umfrage berichtet, die zeigt, was Patienten an der Homöopathie schätzen, wird an anderer Stelle vermeldet, dass Herzinfarkt-Patienten selten auf alternative Therapien setzen. Menschen in China hingegen setzen auf TCM, Traditionelle Chinesische Medizin, und bringen damit einige Arten an den Rand des Aussterbens.

In Berlin leiden mehr Menschen an Masern, was auf eine gewisse Impfmüdigkeit in Teilen der Bevölkerung schließen lässt. Auch bei Freitag.de findet sich ein Artikel dazu.

Der Economist berichtet über Alternativmedizin, während sich die Zeit darüber Gedanken macht, warum an immer mehr Universitäten Pseudowissenschaften einen Fuss auf den Boden bekommen. Wenn man sich vor Augen führt, dass Menschen sich im 21. Jahrhundert noch ohne Not den Schädel aufschneiden lassen, wundert das alles jedoch nicht. Und sogar “The Hoff” ist nicht davor gefeit, der Meinung zu sein, einen Jungen aus dem Koma erweckt zu haben. Gesundes Selbstbewusstsein.

Ursache und Wirkung stehen manchmal komisch ineinander zu Beziehung. Da es in vielen afrikanischen Staaten, für viele Erkrankungen keine wirksamen Therapien gibt, die Ursachen (Patente, Profistreben, Desinteresse) sind bekannt, werden dort z.B. Homöopathen, die Malaria therapieren wollen, mit offenen Armen empfangen. Auf den Wissenslogs ist man über diese Tatsache wenig erbaut

Es gibt aber auch Fälle, in denen keine Wirkung vielleicht die bessere Alternative sein mag.

Zum Schluss gibt es noch Tipps, wie man die Apokalypse (21.Oktober) überleben kann, wenn man denn möchte. Bereits Thema war der mögliche Ausschluss von Drittanbietern bei Twitter. Auch die Deutsche Bank hat wieder einen Bock geschossen und sich bei einer Uni eingekauft. In Regensburg bekommt eine Frau nur unter erschwerten Bedingungen die “Pille danach”.

Nicht zu vergessen: Das Foto der Woche.

Die letzen Fundstücke schrieb Cassandra, so, wie die nächsten auch.

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