Burzynski – Zum Heulen

Geschrieben am 19. Januar 2012 von

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Leider geht es weiter. Natürlich war das nicht anders zu erwarten. Solange es die Klinik von Stanislaw Burzynski gibt, werden Menschen dorthin pilgern, in der Hoffnung dort geheilt zu werden, wenn es sonst nirgendwo mehr Hoffnung gibt. Burzynski und seine Travestitherapie sind hier bereits ausführlich behandelt worden. Man muss allerdings sagen, dass die deutsche Blogosphäre zu dem Thema überwiegend schweigt, von den Esowatchern einmal abgesehen. Das hängt sicher auch damit zusammen, dass die Opfer Burzynskis vorwiegend im englischsprachigen Raum zu finden sind.

Und das Schicksal einer dieser Opfer bringt mich dazu, das Thema noch einmal aufzugreifen. Andy Lewis von Quackometer berichtet davon, dass eine ältere Dame Burzynski verklagt, weil er ihr falsche Versprechungen gemacht, sie falsch informiert, Nebenwirkungen verschwiegen und ihr Medikamente überteuert verkauft hat, ohne ihr zu sagen, dass er daran ebenfalls verdient.

Wer die Burzynski-Saga verfolgt hat, wird das bekannt vorkommen, sind es doch fast dieselben Vorwürfe, wegen derer sich Burzynski im April vor dem Texas Medical Board verantworten muss. Das ist aber nur die eine Sache.

Die andere betrifft die Chaine. Sie leidet, ähnlich wie Billie und Supatra an einem Hirntumor, für den es mit konventionellen Methoden keine Heilung gibt. Im Gegensatz zu den anderen beiden fehlt Chaine jedoch noch Geld, um an einer der klinischen Studien, so nennt Burzysnki seine Quacksalberei, teilnehmen zu können. Denn wir erinnern uns, die 130 000 Dollar, sind im voraus fällig. 90 000 fehlen noch.

Burzynski sagt, er brauche 6 Monate, damit seine “Behandlung” wirken könne. Der Tumor von Chaine ist mittlerweile so aggressiv, dass sie ohne Behandlung nicht mehr solange überleben wird. Außerdem ist der Tumor mittlerweile resistent gegen die übliche Chemotherapie. Um Chaine die Zeit zu verschaffen, die laut Burzynski nötig wäre, haben sich ihre Eltern dazu entschieden, eine Chemotherapie durchführen zu lassen, die so aggressiv ist, dass nur 50% der Kinder die Behandlung überleben.

Da sitzt also so ein Arschloch im weißen Kittel in Texas, verspricht das Blaue vom Himmel und lässt ein junges Mädchen und ihre Familie durch die Hölle gehen. Für nichts.

 

[In Mexiko gibt eine ganze Industrie, die ebenfalls gut an den Hoffnungen todkranker verdienen. AlJazeera hat eine Dokumentation dazu gemacht.]

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