Neue Gefahren der Homöopathie

Homöopathie gilt vielen Menschen als sanfte Alternative zur aggressiven Schulmedizin. 125 Millionen Europäer sollen Homöopathische Mittel benutzen.

Doch in den letzten Monaten mehren sich Hinweise über Gefahren, die so gravierend sind, dass Hahnemann, hätte er von ihnen gewusst, seine Idee für sich behalten hätte.

Doch eins nach dem anderen.

Homöopathie basiert auf verschiedenen Prinzipien. Zum einen ist es das Ähnlichkeitsprinzip, wonach ein Mittel, welches ein Symptom hervorruft, gegen eine Erkrankung hilft, bei der die gleichen Symptome auftreten. So wird die Zwiebel (Allium Cepa) u.a. gegen Heuschnupfen verwendet, weil einem beim Aufschneiden einer Zwiebel die Augen brennen und die Nase läuft. Ein weiteres zentrales Prinzip der Homöopathie ist die Potenzierung des Wirkstoffs. Dabei wird, in unserem Fall, eine Zwiebellösung (Zwiebel:Lösungsmittel = 1:99) geschüttelt und verdünnt (=potenziert). Für eine C30 Potenzierung wird der Schritt, einen Teil der vorherigen Lösung mit 99 Teilen Lösungsmittel zu verdünnen und die Lösung zu schütteln, 30 mal wiederholt. Da sich dann in der C30 Lösung kein Molekül der Zwiebel mehr befindet, gehen Homöopathen davon aus, die Zwiebel habe ihre heilende Information an die Wassermoleküle weitergegeben. Die Weitergabe der Information geschieht Mithilfe der kinetischen Energie, die beim Schütteln zugeführt wird.
In der klassischen Homöopathie darf außerdem nur ein Wirkstoff pro Mittel verwendet werden.
Zusammengefasst: Durch die Zugabe von kinetischer Energie wird die heilende Information der Urtinktur auf Wassermoleküle übertragen, die Information breitet sich aus, wird potenziert.

Die von den Verfechtern angebrachte Tatsache, Hömöopathie sei frei von Nebenwirkungen geriet in den letzen Monaten ins Wanken, wenn auch die Öffentlichkeit bisher nicht viel davon erfuhr.

George Vithoulkas, der vielleicht berühmteste Homöopath der Welt, erklärte in einem Internetforum die immer deutlicher werdenden Probleme

Wenn das homöopathische Mittel im Magen-Darmtrakt angekommen ist, wird durch die Bewegung des Menschen mehr kinetische Energie zugeführt, so das die Information sich weiter ausbreitet. Doch auch bei schwerer Erkrankten Menschen, die sich weniger bewegen, wird dem System spätestens im Herzen eine nicht unerhebliche Menge an kinetischer Energie hinzugefügt, so dass man davon ausgehen kann, dass die heilende Information nach ungefähr 90 Minuten im gesamten Blut vorhanden ist und jeden Teil des Körpers erreicht.

Es ist sehr wahrscheinlich dass die meisten Erkrankungen nicht der gesamtem heilenden Information bedürfen, so dass einiges davon in Ausscheidungsprodukte gelangt. Besonders im Urin ist die Informationsdichte sehr hoch, die Niere gilt als sehr homöopathophiles Organ (womit u.a. die Wirksamkeit der Homöopathie bei Blasenentzündungen erklärt wird, Anm. d. Autors).“

Der bis zu diesem Punkt ablaufende Prozess nennt sich perikurative intrakorporale Potenzierung (PIP). Diese sorgt teilweise mit dafür, dass Homöopathie in deutlich kleineren Dosen wirkt als konventionelle Pharmazeutika.

Doch hier, mit der Ausscheidung, beginnt die postingestionelle extrakorporale Potenzierung (PEP). Trifft der Urin auf das Wasser in der Keramik, wird wiederum kinetische Energie in das System eingeführt, es kommt zur weiteren Potenzierung. Bei Männern, die im Stehen urinieren ist der Effekt vermutlich am größten. Und die PEP ist an dieser Stelle noch lange nicht am Ende, Vithoulkas weiter:

Wir können davon ausgehen, im Wasser welches eine Kläranlage (kinetische Energie –>Potenzierung, Anm. d. Autors) verlässt, je nach Größe der vorgeschalteten Kanalisation (kinetische Energie–>Potenzierung, Anm. d. Autors) ungefähr eine C100-C250 Potenz von einer Vielzahl homöopathischer Medikamente vorzufinden. Das ist Polypharmazie, vor der Hahnemann immer gewarnt hat.“

Unterfüttert wird die Theorie Vithoulkas vom Virologen und Nobelpreisträger Luc Montagnier. Der hatte 2010 Belege für ein, von Homöopathen postuliertes, Wassergedächtnis gefunden. Montagnier hat mit demselben Versuchsaufbau Leitungswasser aus verschiedenen Städten Frankreichs untersucht und in diesem elektromagnetische Wellen entdeckt, die auf die von Vithoulkas vermutete Informationen im Wasser schließen lassen.

Die Messwerte haben in einigen Fällen den Rechner zum Absturz gebracht.“

Während Spötter noch vor kurzem grinsend angemerkt hätten, dass müsse wohl mit der Information eines Virus im Wasser zusammenhängen, dringt der Ernst der Lage langsam auch zu Kritikern durch. Edzard Ernst, der noch 2010 behauptet hatte Homöopathie habe keine Wirkung, die über den Placebo-Effekt hinausgehe, war auf Anfrage kurz angebunden.

Welche Wirkungen dieses Gemisch von Hochpotenzen haben kann, ist noch kaum erforscht, doch wer sich mit der Materie auskennt, ist alarmiert. Ein Sprecher des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte zeigte sich besorgt von den Ergebnissen:

Wenn unser Leitungswasser tatsächlich Hochpotenzen verschiedener homöopathischer Medikamente enthält, müssen wir nach Möglichkeiten suchen, die Information aus dem Wasser zu entfernen. Die Wirkungen dieser explosiven Mischung sind kaum vorhersagbar.“

Ein Zusammenhang zwischen steigender Rate an Herzkreislauf- und Tumorerkrankungen und dem populärer werdenden Gebrauch homöopathischer Mittel wäre durchaus denkbar.

Wenn sich da auch nur ein Hauch von statistischer Signifikanz zeigen ließe, bliebe uns nichts anderes übrig, als bis auf weiteres nicht mehr homöopathisch zu behandeln.“,

ließ sich ein Mitarbeiter des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte, der lieber anonym bleiben möchte, vernehmen.

Fachleute sehen die einzige Möglichkeit Informationen aus dem Wasser zu entfernen darin, es zum Gefrieren zu bringen. Je tiefer die Temperatur, desto mehr Information gehe verloren. Eine vollständige „Löschung“ des Wassers könne nur die Kühlung auf 0°Kelvin garantieren. Da es zu teuer wäre, das gesamte in Deutschland verbrauchte Trinkwasser dieser Prozedur zu unterziehen, wird man vorerst davon abraten müssen Leitungswasser zu konsumieren. Langfristig wird man, um die Gesundheit der Bevölkerung zu garantieren, auf Wasser aus dem Supermarkt, wie in Südeuropa, zurückgreifen oder ein zweites Leitungsnetz mit homöopathiefreiem Wasser installieren müssen.

Update 7.3.11 13:09 Uhr:

Nachdem ich eine Mail aus der Redaktion des Freitag bekommen habe, jemand vom Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte hätte telefonisch nachgefragt, woher ich die Zitate hätte, habe ich das Offensichtliche durch einen Extra-Tag („Satire“) noch einmal hervorgehoben.

58 Gedanken zu “Neue Gefahren der Homöopathie

  1. Gottseidank ist das Granderwasser das bei uns in der Firma serviert wird eiskalt. Aber vielleicht sollte ich zur Sicherheit noch einen Pyramidenhut tragen?

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  2. Langfristig wird man, um die Gesundheit der Bevölkerung zu garantieren, auf Wasser aus dem Supermarkt, wie in Südeuropa, zurückgreifen oder ein zweites Leitungsnetz mit homöopathiefreiem Wasser installieren müssen.

    Keine Chance.

    Alles Wasser auf der Erde ist schon homöopathisch verseucht.

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  3. Wenn zu Beginn des Eintrags vermerkt worden wäre, dass es ich um eine Satire handelt, hätte ich mir diese Zeitverschwendung sparen können. Und wo ist der Witz?

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  4. @der Meister
    Bitte erklären Sie doch die Homöopathie nach Körbler!
    Frass und Abermann, Moosgöller und Prof. Endler (der Kaulquappenforscherhomöopath) wollen das nicht tun.

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    1. Mit der neuen Homöopathie durch Körbler, besteht die Möglichkeit, das extrem hochpotenzierte Weltwasser wieder zu neutralisieren!
      Auch wenn jemand Herrn Grander animiert, damit er sich von Jesus die Instruktionen holt, könnte es auch mit einem „Neuen“ Granderwasser möglich sein, die Fehlinformationen zu transformieren!

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  5. Zwei Fachfragen:

    – Wirkt Ignoranz denn nicht als Neutralisator? Anders gefragt: Wenn ich nicht an Wirkung glaube, sollte doch auch der Unglaube an Nebenwirkung funktionieren?!
    – Das mit dem Wasser macht mir allerdings Sorge… Gegen derartige Massen an Informationen kommt möglicherweise selbst meine Ignoranz nicht an. Kann ich mein Badewasser durch bestimmte Ingredienzien neutralisieren? Nützt es, unter der Dusche zu singen? Wasser zu trinken kommt für mich ohnehin nicht infrage, da bin ich ganz Bayer.

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  6. „Bin weder Fräulein, weder schön, kann ungeleitet nach Hause gehn“ – ums mal mit Goethes Gretchen zu sagen:

    Ich glaube weder an die Schulmedizin noch an die Homöopathie, sondern an die Selbstheilungskräfte der Menschen, ihr Gespür und ihren Verstand. Meine raten mir dringend ab, an die Theorie der Wasserverseuchung durch homöopathische Mittel mehr als den einzigen Gedanken zu verschwenden:

    Solche halbwissenschaftlich unterfütterten „Hiobsbotschaften“ streut doch sicher die Mineralwassermafia aus, die un snoch effizienter vom billigen Leitungs- aufs teure Flaschenwasser umpolen will.

    Schon längst erfolgreich, wie die EU-Statistik zeigt:

    Den Europäern von heute schmeckt Mineralwasser mehr denn je. Die Trinkerstatistik führt traditionell Italien an, wo jeder pro Jahr durchschnittlich 198 Liter Mineralwasser konsumiert. Die Deutschen trinken pro Jahr rund 155 Liter pro Person, ihr Mineralwasserverbrauch hat sich in den letzten 35 Jahren mehr als verzehnfacht. Frankreich und die Schweiz sind mit 121 und 118 Litern Mineralwasser pro Kopf und Jahr ebenfalls auf den vorderen Plätzen der Konsumstatistik zu finden. Im Mittelfeld liegt Österreich mit 96 Litern.

    Cincin, Prost, santé, to your and my health! Das wünscht allen eine, die pro Tag ca. 2 Liter Leitungswasser konsumiert und sich auch von angeblich bösen Potenzen (sprich: Mächten) nicht daran hindern lassen wird.

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  7. Entwarnung, Entwarnung!

    Lt. seiner Heiligkeit, Urvater Hahnemann, kann man die Wirkung von Homöopathie vereiteln, in dem man aromatisches trinkt oder isst, als das wäre Tee und Kaffee, Alkohol und Schokolade, Gewürze und vieles mehr.🙂

    Eigentlich hat er das nur empfohlen als Ausrede, wenn die Mittel nicht wirken, weil bekanntermaßen auch die eifrigsten Naturmenschen nicht auf alles verzichten können; quasi als Kardinalausrede. Aber da die Wundergläubigen ja glauben wollen ist ihnen auch die dümmste Ausrede recht, und so stört es nicht weiter, wenn man die Homöopathie ausgerechnet mit einer Ausrede zu retten versucht, die sie komplett unbrauchbar macht.

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    1. Puh, da bin ich froh! Also viel Melisse oder Rosmarin ins Badewasser und gut? Und dabei einen Latte Macchiato schlürfen und Schoki knabbern? Dann hab´ ich ja immer alles richtig gemacht. Drum lebe ich vermutlich auch noch…

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  8. Sehr unterhaltsame Kommentare. Sicher glauben viele hier an die Relativitätstheorie, an Quantenmechanik, and Heisenberg, Gödel, aber nicht an Homöopathie (obschon sie das ja ,logischerweise, dann auch müssten). Wie schräg ist das denn?

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  9. An Heisenberg oder Gödel braucht man nicht zu glauben, man kann deren Arbeiten nachvollziehen und überprüfen. Nur Idioten glauben an Wissenschaft, weil Idioten nichts anderes können, als Glauben.

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  10. Servus Merdeister,
    vielen Dank für Deinen Artikel, zur Woche der Homöopathie;-)
    Vithoulkas ist ja auch ideologisches Vorbild der Macher der Homöopathie-„Hochschule“ in Traunstein. Ich hab den mal im Original gelesen, und frag mich wie man so einen naiv-manipulatives Gefasel in irgendeiner Weise glauben kann. Aber Homöopathie-Anhänger sind halt doch häufig sehr gestrickt…
    LG.

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  11. Mir faellt auf, alles was hier fehlt ist -Bewusstsein- da kann man leider nichts dran aendern und jeder Streit ist reine „Energieverschwendung“

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