Fundstücke 10

Geschrieben am 10. März 2011 von

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[Fette Links führen zu englischen Texten]

Den Anfang diese Woche macht eine kleiner Beitrag zum Weltfrauentag (Vaginoplasty oder Burka), der eine etwas andere Perspektive zu einigen Fragen rund um Frauenrechte offenbart und weitere Beiträge verlinkt. Alles gleich um die Ecke, in der Freitag-Community.

Ein weiterer Beitrag, der zum einen von Frauen in der Wissenschaft, zum anderen von Erwartungshaltungen handelt, ist bei Wired.com zu finden (The Scientific Gender Gap). Dabei finde ich interessant, dass in Sozialwissenschaften und Medizin eine menschliche Eigenschaft aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet wird, denn auch der Placeboeffekt hat zum Teil mit Erwartungshaltung zu tun. Der Kreis wird geschlossen mit einem Artikel, in der SZ (Stress fördert Aberglauben), auf den ich von einem befreundetet Blogger hingewiesen wurde. Darin geht es um Aberglauben und Sinnsuche des Menschen.

Als Gesellschaft sollte man nicht jedes irrationale Glaubenssystem unkommentiert lassen. Vor allem wenn der Glaube als Rechtfertigung für eine Handlung dient. Aber wir müssen das auch als Teil der menschlichen Natur akzeptieren.

Dabei ist es schon schwer genug, anhand von Fakten zu erkennen, was richtig und was falsch ist. Das sieht man im Falle der “extraterrestrischen Arseniker” daran, dass die Autoren der Studie über arsenverarbeitende Bakterien bis heute keine Stellung zur Kritik an ihrem Werk genommen haben. Sie sagten bereits zu Beginn, sich nur zu einem “Peer reviewed Paper” äußern zu wollen. Die Review “Life and death with arsenic” sollte die Bedingung erfüllen, wir sind also ganz Ohr.

Vor kurzem sah ich ein Video bei Youtube, in dem ein junger Herr Atheisten mit Inbrunst die Legitimation absprach, Weihnachten zu feiern und auch sonst abstritt, Atheisten könnten irgendeinen Sinn im Leben sehen. Leider kann ich es nicht mehr finden. Zum Glück habe ich jedoch eine sehr schöne Antwort darauf gefunden:

Voyager 1 richtete ihre Kamera auf die Erde aus und fotografierte sie aus einer Entfernung jenseits der Plutobahn. Die Erde war nur als kleiner blassblauer Punkt zu erkennen.

Grippe ist nicht Grippe. Das zeigt ein Bericht der WHO, die analysiert hat, wo auf der Welt, welche Virentypen unterwegs waren. Es zeigt sich, dass in Europa mehr Menschen an H1N1 erkranken, während in Nordamerika und Kanada H3N2 der vorherrschende Typ ist. Die Folge sind mehr jüngere Erkrankte in Europa. Über Mängel der Informationspolitik während der Schweinegrippewelle im Jahr 2009 macht man sich unter anderem in Sachsen Gedanken. Ob die weit genug gehen, bezweifle ich ein wenig. Einig ist man sich darüber, dass die Pandemie glimpflich verlaufen ist und die nächsten vor der Tür steht.

Um Größenangaben zur Wirksamkeit von neuen gegenüber alten Medikamenten, geht es hier, denn es ist ein Unterschied, ob man den Nutzen in relativen oder absoluten Zahlen angibt. Ein weiteres Beispiel zur Tücke von Statistik wird auf den Science-Blogs thematisiert. Es geht um eine, im NDR vorgestellte Studie, die belegen soll, dass um Gorleben herum mehr Mädchen als Jungen geboren werden. Bei kritischer Betrachtung bleibt nicht viel davon übrig. Das ist ärgerlich, weil es genug Argumente gegen Atomkraft gibt, ohne welche an den Haaren herbei zu ziehen.

Apropos an den Haaren herbeiziehen: Bei der Vorratsdatenspeicherung geht es ja auch um Zahlen.

Mit Zahlen geht es noch ein wenig weiter, denn die Zahlen von im Krankenhaus erworbenen Infektionen sinken, sind jedoch noch immer höher als sie sein müssten:

“Hospitals are still killing patients with needless mistakes — and it’s inexcusable because we know how to prevent them.”

Die Pharmajungs und Mädels müssen sich auf sinkende Einnahmen vorbereiten, weil viele Patente auslaufen. Da, wie wir aus den letzten Fundstücken wissen, die Pipelines leer sind, man widmet sich bereits der Detailfragen, werden entweder die Kosten sinken oder…naja, machen wir uns keine Sorgen, denen fällt schon was ein.

Gegen Ende komme ich nochmal zum Aberglauben. Wer Power Balance Armbänder nicht kennt, sollte sich die Seite kurz ansehen und dann ein Video, in dem erklärt wird, wie man sowas an den Menschen bringen kann.

Mit der Faszination die in alltäglichen Objekten stecken kann, beschäftigt sich folgendes Video:

Im Jahre 2011 wurde eine Möglichkeit gefunden, Zellen dreidimensional zu filmen, ohne sie bei dem zu stören, was sie machen, während das Bild der Woche zeigt, wie sich die Menschen 1910 das Jahr 2000 vorstellten.

Die letzen Fundstücke gibt es hier, die nächsten liefert Cassandra.

PS: Wer Dresden mag, wird Stolberg lieben.

 

Update 12.3.11, 23:33Uhr:

Felisa Wolfe-Simon, die Dame mit dem Paper über Arsenbakterien hat nun doch vor großem Publikum Stellung bezogen. Bald zu wohl zu sehen bei TED-Videos.

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