Saviano – die Schmutzkampagne

Posted on 13. April 2011 von

1


macchina del fango

„Du widersetzt Dich? Dann wirst Du unglaubwürdig gemacht – wie man eine Dreck werfende Maschine erkennt und aufhält“

 (versione in italiano/italienische Fassung qui/hier)

Arianna Ciccone, Mitbegründerin und Seele des Journalismus-Festivals in Perugia, ruft Roberto Saviano auf die Bühne. Sie sind zwei Seiten der gleichen Medaille. Hier die Netzwerkerin, die mit ihrer Internetplattform „Valigia blu“ ganz entscheidend zur Protestbewegung „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ beigetragen hat. Dort der Isolierte, der alleine mit der Macht seiner Worte Verkrustungen aufgebrochen, indem er Menschen zum Nachdenken gebracht hat. Wie gut ergänzen sie sich in dem kurzen Augenblick, da sie sich auf der Bühne begegnen.

 Saviano, der mit 2 auffällig unauffälligen Begleitern erscheint, empfangen mit einem Jubel wie der für einen Pop-Star. Das ist keine Staffage, Attribut so vieler VIPs,  sondern seit Jahren seine tägliche Eskorte einer Sonderheit der Polizei. Weil dieser Mann sich mit einem der Pfeiler der Macht in Italien, den Verbrechenssyndikaten, den sog. Familien der Camorra angelegt hat. Und in seinem Zustand einer erzwungenen Semi-Klandestinität im eigenen Land hat er, der nichts zu verlieren hat, sich daran gemacht, die kollusiven Elemente in Politik und Medien, die Mittätermentalität nachzuzeichnen. Weswegen gegen ihn wie kaum jemanden anderen die Maschinerie in Gang gekommen ist, die mit Dreck wirft – etwas bleibt immer kleben, etwas soll auf immer kleben bleiben.

Der Auftritt, der lange Monolog, im Original:

Etwas werde ich zum Inhalt schreiben, aber nicht jetzt. Denn es muss sich erst noch setzen, Dinge, die aus deutscher Sicht zunächst fremd scheinen. Ich finde im Augenblick, die Atmosphäre spricht für sich.

Wie auch die Enttäuschung der vielen Menschen, die keinen Einlass mehr gefunden haben in dem viel zu kleinen Teatro Pavone. 300 Plätze, aus Gründen der Sicherheit keine Stehplätze, während von draußen mehr als 1.000 Menschen drückten:

fila

Dazu auch dieses Video.

Und obwohl sie auf einem Großbildschirm dem Auftritt Savianos folgen konnten, haben sie abfällige Kommentare geschrieben, für jeden nachlesbar, in die Facebook-Präsenz des Festivals. Hype und Nichterfüllung. Die Worte der Organisatoren: „Man kann sich gar nicht vorstellen die Anstrengung, die Ängste, die Hindernisse und die andauernden Schwierigkeiten, denen wir ständig begegnen … nach alle dem hierher zu kommen und als „Clowns“ bezeichnet zu werden, da verliert man leicht die Lust …“ e2m

 

Posted in: on-/offline