Sündenbock Migrant oder: Die Angst, Sturm zu ernten

Wer sich am anderen politischen Ende von Thilo Sarrazins „Deutschland schafft sich ab“ Widerspruch erwartet, wird nun enttäuscht. Laut Umfrage stimmen 61% von Befragten, die der Politik der Die Linke nahe stehen, einer „drastischen Reduzierung von Zuwanderung nach Deutschland“ zu

Das Ergebnis der Umfrage ist so brisant, dass die Redaktion der Wochenzeitung derFreitag „gründlich darüber nachgedacht (hatte), wie mit diesen Zahlen umzugehen sei.“ Es stand zur Debatte, sie nicht zu veröffentlichen. Eine kuriose Offenbarung nicht nur für eine Zeitung als solche, sondern erst recht für eine Auftraggeberin die selbst die Problemkreise in Form von populistischen Thesen 1.003 Menschen zur Beantwortung vorgelegt hatte. Solche wie: „Die Zuwanderung nach Deutschland sollte drastisch reduziert werden“.

Dass 61% der sich zur politischen Orientierung der Die Linke Zählenden genau diese Aussage „voll und ganz/eher“ zustimmen oder dass in der Gesamtschau die Gruppe überwiegend nationale, nationalistisch interpretierbare Positionen zu fahren scheint, muss auf den ersten Blick überraschen. Natürlich also, dass das die Umfrage begleitende Wochenthema („Volkes dunkler Wille“) des Meinungsmediums zu Berlin  genau diesen Blickwinkel praktisch keiner Betrachtung für Wert hält? Die bisherigen Volksparteien sind offensichtlich dankbarere Projektionsflächen für eine schematische Aufarbeitung und das zu entwerfende Bild von „Brandstiftern“ oder eines motivisch wieder kehrenden „Deutschland über alles“. Nur: So besehen geht der Schuss nach hinten los

Erwartung an das andere Ende des politischen Spektrums

Härter noch als des Herrn S. eigene Partei war Die Linke mit ihm ins Gericht gegangen. Am 31. August 2010 verkündete sie, gegen Sarrazin Strafanzeige erstattet zu haben wegen „Volksverhetzung und Störung des öffentlichen Friedens“. Begründung: „Es ist für uns nicht hinnehmbar, dass unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit rassistische, sozialdarwinistische und mitunter antisemitische Ausfälle, salonfähig gemacht werden sollen.“ Im September folgten auf 28 Seiten „Linke Argumente gegen Rechte Hetze“, in denen minutiös als „Fakten-Check“ ein Beitrag geleistet werden sollte, den „neuen Rassismus und die gesellschaftliche Funktion der Sündenbock-Hetze zu verstehen“.

Angesichts der offenkundigen Ergebnisse der vorgelegten Forsa-Umfrage führen Hilfsargumente, wie sie nun gelegentlich zu lesen sind, nicht weiter. Fehleranfälligkeit von Forsa, Unschärfe der Themenstellung oder gar das vermeintliche Dénouement von dem, „Was Rechtspopulismus ausmacht“ können nicht darüber hinweg täuschen, dass „Migration“ und „Ausländer“ als Themen natürlich auch bei dieser Partei angekommen sind. Sie werden dort aber genauso wenig verstanden wie anderswo. Was für ein Verständnis mag man auch erwarten von einem Fußvolk, das bekundet, „Sicherheitstreife“ gelaufen zu sein und dabei weniger „Stress oder Gewalt von Nazis oder Skinheads“ erlebt zu haben als von „marodierenden Russenbanden“? Eine gewähnte Gefahr, das Sorgen für Ordnung- sie gleichen hier nicht nur äußerlich ungarischen Bürgerwehren oder den italienischen Ronde, sondern sogar in der Begründung ihrer vermeintlichen Notwendigkeit.

Der Kern von Migration ist die Perspektive. Für die Menschen an einem Zielort sind Migranten zuallererst Fremde. Sie erkennen dabei nicht, dass dies genau der Blickwinkel des Migranten selbst ist: Er begibt sich, buchstäblich, in die Fremde. Diese Gemeinsamkeit wird aber nicht betont, sondern aufgespalten in was nützlich oder schädlich sei – schädlich wegen (angeblicher) Einsickerung in die Sozialsysteme oder in der Konkurrenz um Arbeitsplätze, (angeblich) nützlich mit Blick auf eine bestimmte demographische Entwicklung. Der utilitaristische Diskurs findet ohne Rückkopplung statt. Keine Rückbesinnung darauf, dass da Menschen ankommen, die ihren Lebensmittelpunkt meist aus das physische oder soziale Leben bedrohenden Umständen verlassen haben. Oder darauf, dass diese Menschen dafür auch bereit sind, schlechtere Lebens- und Arbeitsbedingungen in Kauf zu nehmen, als sie am Zielort Usus und erwünscht sind; sie sind selbst dann vielfach mehr, als was sie im Herkunftsland je erwarten dürfen. Entfremdung zwischen Menschen ist die tangible Konsequenz.

Befund: Andere Begründung, selbes Ergebnis

Dem utilitaristischen Diskurs hat sich Die Linke nicht verschlossen, im Gegenteil. Er durchzieht die Partei seit weit vor dem Zusammenschluss zwischen WASG und PDS. Als Oskar Lafontaine sein Buch „Politik für Alle – Streitschrift für eine gerechte Gesellschaft“ vorstellte, fand vor allem ein (Teil-)Satz bundesweite Beachtung: „In einem Land hoher Arbeitslosigkeit ist es deshalb fahrlässig und töricht eine weitere Zuwanderung zu fordern„. Begriffe in dem Zusammenhang wie „Fremdarbeiter“ gaben die einschlägige Färbung. Trotz geharnischter Kritik ließ Lafontaine das Motiv abermals in einem großen Zeit-Interview 2006 anklingen, in dem er einen Teil der Verantwortung für „Arbeit ist in diesem Land eher zu billig“ eingewanderten Arbeitnehmern übertrug. Der Feststellung des Interviewers „Sie spielen Arbeitnehmer in Deutschland indirekt gegen arme Polen oder Rumänen aus“ begegnete er nicht etwa mit einem Dementi, sondern mit der sibyllinischen Wendung: „Für mich ist das kein Nullsummenspiel“.

Dies zusammengenommen mit der ohnehin ablesbaren Deutung, „irregeleitete Wähler“ eines ganz anderen politischen Spektrums vereinnahmen zu wollen, verdiente sich bereits vor 6 Jahren die Bezeichnung „populistisch“, mehr noch als die regelmäßigen Kolumnen bei BILD in dieser Zeit. Hat es deswegen ein anderes Prädikat, weil von rechts mit Blut und Boden argumentiert wird statt mit dem „nationalen Arbeitnehmer“? Den meisten in der Die Linke gilt bis heute Lafontaine als ein wahrer Heilsbringer.

Loslassen fällt immer schwer

Die im Juni 2005 aufgerissenen Gräben sind nie wirklich zugeschüttet worden. Es ist vor allem ein semantischer Burgfrieden bei gleichwohl hochgezogener Brücke, die die Situation der Linken kennzeichnet. Lafontaines Worte wurden zwar mit viel Akrobatik umgedeutet in eine der verwundeten sozialistischen Seele wohltuende Kapitalismuskritik. Die bei Lafontaine grundlegend verankerten Beiklänge von Nation, deren Arbeiter und Grenzen sind aber nie mehr als nur mit einigen Pflichtworten gewürdigt oder gar konterkariert worden. Hängen geblieben ist, so sagt es uns die Umfrage bei der Freitag, genau das: Ablehnung gegenüber Europa, Ablehnung gegenüber Zuwanderung, Ablehnung also auch von Zuwanderung aus Europa.  Der aktuellen Diskussion um ein neues Parteiprogramm der Linken kommt daher sicher besondere Bedeutung zu. Der Zeitpunkt der Umfrage hätte nicht besser gewählt sein können.

Diese Partei hatte mit „Sündenbock-Hetze“ eigentlich das richtige Wort auf dem Raster. Es war der Anklang an René Girard und sein „Le Bouc émissaire“ (dt. erschienen unter „Der Sündenbock“ und „Ausstossung und Verfolgung“) von 1982. Angewandt auf dessen mimetisches Dreieck, würde bei zwei sich um einen Arbeitsplatz Streitenden die Differenzierung immer nachrangiger bis zum Ausbuch  von Gewalt. Und statt des Kampfes jeder gegen jeden wird kathartisch über einen Sündenbock der Kampf aller gegen einen eingeführt: Gegen den Migranten.

So etwas nennt man gelegentlich auch Querfront, zur Nachahmung nicht empfohlen. Auch nicht über die kosmetische Petitesse: (K)Ein Einwanderungsland.

33 Gedanken zu “Sündenbock Migrant oder: Die Angst, Sturm zu ernten

    1. darf ich dich hier kurz grüßen, rahab?
      auch herrn ed gleich mit…

      laß dir die erleichterung nicht schwer werden, ja?
      ich schau nur noch höchstens zweimal die woche -überwiegend überfliegend-
      durch die netzwelt und auch, wenn eine nichtallzu leise stimme in mir mit verdummung darausheraus droht, das reinschaun (rausschaun) setzt die immer erneuerte einsicht, recht klug daran getan zu haben, nirgens mehr kommentieren zu können.

      (ps: schon vor nem jahr sagt ich: rahab würd ich gern real mal kennenlernen!😉 )

      lg …auch an merdeister (dem ich seinen ex-en gern luis und seine kohlköpfe verlinkt hätt, die szene, in der er und sein nachbar als starrsinnig letztverbliebene dorfbewohner einfach als teil des dorthingesetzten vergnügungsparks ein-/ausgezäunt werden…..nicht gefunden, aber mal photos durchkramen werde, denn die ex-en treiben auch im norden ihr unwesen, in meinem alten garten zb😉 )

      Gefällt mir

  1. nur eine kleine anmerkung, nämlich zum sündenbock.
    ich zucke da immer leicht zusammen, wenn ich das wort lese/höre.
    weil es, was aber nicht verwunderlich ist, im christlichen verständnis gebraucht wird (meistens).
    wenn Sie sich den text in Lev 16, 1-28 mal in ruhe anschauen (ich überlege grade, in welcher übersetzung) dann werden Sie feststellen, dass dieser bock in ein etwas umfangreicheres ritual eingebettet ist. und, das wichtigste: dass er nicht verjagt, sondern geleitet wird, zu einem gewissen Asasel in der wüste.
    wer/was Asasel war, weiß mann heute nicht mehr. womöglich eine gottheit. was diese dann mit diesem bock angefangen hätte, weiß mann heute erst recht nicht mehr …. aber dass sie ihn als beute oder auch als opfer verspeist hätte, ist nicht ausgemacht.
    wichtig auch: dieser bock wird mit den gesammelten bekenntnissen der sünden, missetaten, verfehlungen beladen, ganz konkret übrigens durch handauflegen. bedeutet: er ist nicht projektionsfläche – denn das bekennen geht mit dem berühren und aussprechen zusammen.

    hier und heute – und ich meine, dies liegt an der christlichen tradierung, welche den bock Asasel (so heißt der auf hebräisch) mit dem opferlamm (Jesus als Christus) verschmolzen hat – ist der sündenbock die figur geworden, welche das schuldbekenntnis verhindert (auch wenn oder gerade weil die liturgie das allgemeine schuldbekenntnis enthält)

    ob es etwas hülfe, wenn das jüdische verständnis von jom kippur bekannter würde, weiß ich nicht. und ob es der DieLinke was hülfe, erst recht nicht…

    Gefällt mir

    1. In Levitikus ist von zwei Losen die Rede. Um beim Bildlichen zu bleiben – bei dem einen wird Hand angelegt, bei dem anderen aufgelegt.
      Girard bezeugt, abstrahiert von der Symbolik, menschliche Verhaltensmuster und deren ganz konkreten Ausgang. Die jahrelange Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal von Menschen, die auf dem Weg zum/vom Mittelmeer im Sahel umgekommen sind, hat groteske, biblische und menschliche Züge. Und, wie wir sehen, politische.
      So kann ich gar nicht anders, als mit einem der ersten schriftlich bezeugten Säkularisierer der Geschichte, zu sagen: Redde Caesari quae sunt Caesaris, et quae sunt Dei Deo.

      Gefällt mir

  2. wenn Sie die zwei böcke so unterscheiden (was ja nicht falsch ist), da kommt mir in den sinn: die heutige rede vom sündenbock verwechselt die beiden. weshalb dann gern mal hand angelegt wird…

    sorry, meine stimmung ist grad nicht die beste.

    Gefällt mir

  3. leise lächelnd ebertus posting beim freitag gelesen … und gedacht, fragend, wer wenn nicht die linke, wohl internationalistisch agieren sollte/könnte, nicht nur lippenbekennend sondern praktisch – DieLinke jedenfalls tut es nicht!

    Gefällt mir

    1. Es ist ja ansonsten mucksmäuschenstill. Ganz speziell der dortige Autor, der stets auf der anonsten einschlägigen Plattform cross-postet und Lafontaines Namen im Blog-Namen führt. Soweit ich es sehen kann, war bisher Claudia Roth die Einzige, die ernsthaft darüber gesprochen hat, Staatsbürgerschaft durch die vertraglichen Sonderbeziehungen des EU-Rechts zu ersetzen. DAS wäre eine bemerkenswerte Entwicklung. Die aber natürlich nicht denen schmecken kann, denen „Nation“ über alles geht – identitätsstiftend oder als Feindbild und aus beiden Gründen nicht abhanden kommen soll.

      Gefällt mir

  4. zum thema
    „Der Kern von Migration ist die Perspektive. Für die Menschen an einem Zielort sind Migranten zuallererst Fremde. Sie erkennen dabei nicht, dass dies genau der Blickwinkel des Migranten selbst ist: Er begibt sich, buchstäblich, in die Fremde. Diese Gemeinsamkeit wird aber nicht betont, sondern aufgespalten in was nützlich oder schädlich sei – schädlich wegen (angeblicher) Einsickerung in die Sozialsysteme oder in der Konkurrenz um Arbeitsplätze, (angeblich) nützlich mit Blick auf eine bestimmte demographische Entwicklung. Der utilitaristische Diskurs findet ohne Rückkopplung statt. Keine Rückbesinnung darauf, dass da Menschen ankommen, die ihren Lebensmittelpunkt meist aus das physische oder soziale Leben bedrohenden Umständen verlassen haben. Oder darauf, dass diese Menschen dafür auch bereit sind, schlechtere Lebens- und Arbeitsbedingungen in Kauf zu nehmen, als sie am Zielort Usus und erwünscht sind; sie sind selbst dann vielfach mehr, als was sie im Herkunftsland je erwarten dürfen. Entfremdung zwischen Menschen ist die tangible Konsequenz.“

    worauf (boden) der -nun auch linke- zündstoff fällt…
    (anbei: mir zündelts nicht😉 )

    ich hab mich vor zwei monaten nun etwa für die erdbeerernte beworben,
    telephonisch zwar, aber mit allen angaben, die ne absage ermöglichen, also ne info.
    letztes jahr schon als „letzten ausweg“ in betracht gezogen, da noch händeringend erntehelfer gesucht wurden, auch per amt als jobvorschläge für meinereine…
    nun, diesmal, da kürzungen beständig angedroht werden (algII) eben doch: erdbeeren für drei monate, sozialversicherungspflichtiger job (darauf kommts an, egal, wieviel unter 400 an tatsächlichem einkommen bei rumkommt) und so etwas wie ruhe zum eh dauerkrummen rücken hinzu…
    ich bekam keine rückmeldung, aber ein freund, der neben einer dieser erdbeerplantagen wohnt , erzählte, daß „neulich“ wohncontainer aufgestellt wurden und für die drei/vier erntemonate (glaub) portugiesen dort leben und arbeiten werden.
    ich weiß nicht, wie es nach dem 1.mai 2011 nun richtung steuer und sozialabsicherung läuft, nur werden viele menschen erfahren dürfen, daß einerseits per agentur (hartzerei) sozialvers.pfl. jobs eingefordert werden vom „kunden“ unter eben beständiger androhung von kürzungen , andererseits diese jobs -hier in der gegend- nur per saisonarbeit zu ergattern sind, erntehelfer aller art, produktionshelfer aller art usw und diese -miserabel auf ca 7,60-/h brutto entlohnten- „vollzeitjobs“ für ne saison nun auch noch flöten gehen.
    ich würd gern mit ein paar portugiesen aufm feld rumhocken😉 und diese sicherlich auch gern immermal raus aus ihrem minicontainerdorf, aber es werden kolonnen angeworben und ein nationalitätenmix „schafft immer nur probleme“…
    diese neue hürde, mal einige monate ein streßfreies leben (heißt ohne angst vor neuerlicher kürzungsandrohung) sich errackern zu können , läßt keiner partei die wahl, mit zu sarrazinieren oder nicht… sie müssen und vor allem die linke muß, will sie einen großteil der „unterschichten“stimmen nicht verlieren … und sie muß – ganz link- das auch noch so drehen, daß am end kein „rassismus“/“Nationalistisch“ und und und bei rumkommt, bleibt nur das „böser bulle-guter bulle“-spiel bzw „populisten-nichtpopulisten“…

    das ding mit „fremde“ wird nicht wirklich greifen , also dein argument, weil es darum eben nicht geht … das, was hier „lebensmittelpunkt“ sein kann, ists schon nicht mehr, lange nicht mehr. was ist ein lebensmittelpunkt, ein „zu hause“, was du zwei wachstunden und eine nacht als solches auf 24h erleben kannst? was ist das für ein lebensmittelpunkt? wenn du 50 km täglich zu nem 8,5h-job fährst und zurück (meine jobangebote, auf die ich mich zwingend bewerben muß)? das entreißen von lebensmittelpunkt setzt schon vor einem verlassen des eigenen sprachraums an, von region, gegend gar nicht zu sprechen! … es setzt sogar noch früher an, dort nämlich, wo du dich einfach nur noch kraftlos fühlst, wo dir mit jedem weiteren arbeitstag ein weiterer teil deiner lebensenergie flöten geht, regelrecht abgesaugt wird ohne regenerationszeit, ohne die möglichkeit, aufzutanken (ganz physisch gemeint, du kannst soviel fressen wie du willst, du wirst nur immer dürrer…sozusagen abgewandelt: ich kann gar nicht soviel fressen, wie ich arbeitend verbrauche)…

    so, abschick, nur anbei (s gibt jetzt essen und das brauch ich😉 ) und wirklich nur ein kleines stück des bodens, auf den „einwanderung“/“fremdarbeiterstop“ fällt und bei allen, die nicht „kapitalismus“, „staat“ („bürgerlichen staat“) usw „in frage stellen“, die ja eben „taugliche bürger“ im sinne von „brauchbare bürger, arbeitstiere“ usw sein wollen, nützlich und mündig und…*gähn* … zu nichts anderem führen kann, als das obige (die linke) hören zu wollen …
    ach mist, ich hab hunger…

    lg

    Gefällt mir

  5. Liebe Jana,
    die Themenstellung bezog sich auf Zuwanderung. Diese und die Einwanderung haben das konkrete Ziel, sich auf Dauer am Zielort nieder zu lassen und unterscheiden sich untereinander, ob damit auch der Wechsel der Staatsbürgerschaft angestrebt wird.
    Umzug mit dem Zweck einer saisonalen Beschäftigung fällt m.E. nicht darunter, auch wenn damit eine gewisse Zeit „fern der Heimat“ verbracht wird. Ziel ist es ganz überwiegend, in absehbarer Zeit wieder dorthin zurück zu kehren, wie es das von Dir genannte Beispiel auch nahe legt. Das ist, neben der rechtlichen Sonderbehandlung von Saisonarbeit nach deutschem und EU-Recht, also nicht etwas, was ich mit Migration bezeichnen würde.
    Die Stichworte dürften daher andere sein: Mindestlöhne, Anpassung irrealer Anforderungen an Arbeitssuchende (und nicht umgekehrt), Durchsetzung der Erkenntnis, dass im Rechtssinne Arbeitsverträge sittenwidrig sind, deren Vergütung nicht zum Leben reichen. Würden diese Bedingungen erfüllt, würde der Drang, Arbeitskraft von außen nach innen zu rufen (so herum ist nämlich die Interessensrichtung auszudrücken), geringer, Verfestigungen etwa durch Containersiedlungen wären eine „überflüssige Investition“.

    Gefällt mir

    1. „Angesichts der offenkundigen Ergebnisse der vorgelegten Forsa-Umfrage führen Hilfsargumente, wie sie nun gelegentlich zu lesen sind, nicht weiter. Fehleranfälligkeit von Forsa, Unschärfe der Themenstellung oder gar das vermeintliche Dénouement von dem, „Was Rechtspopulismus ausmacht“ können nicht darüber hinweg täuschen, dass „Migration“ und „Ausländer“ als Themen natürlich auch bei dieser Partei angekommen sind. Sie werden dort aber genauso wenig verstanden wie anderswo. Was für ein Verständnis mag man auch erwarten von einem Fußvolk, das bekundet, „Sicherheitstreife“ gelaufen zu sein und dabei weniger „Stress oder Gewalt von Nazis oder Skinheads“ erlebt zu haben als von „marodierenden Russenbanden“? Eine gewähnte Gefahr, das Sorgen für Ordnung- sie gleichen hier nicht nur äußerlich ungarischen Bürgerwehren oder den italienischen Ronde, sondern sogar in der Begründung ihrer vermeintlichen Notwendigkeit.“

      nun also doch …
      ich bin hier gewissermaßen ebenfalls migrantin…
      unfreiwillig aus anderen gründen …
      ich wurde gewissermaßen gewaltsam immigriert (heißts dann so?)
      dies zu deiner „osthetze“😉 …

      ich bezog mich jetzt auf saisonarbeit, ja.
      nur hattest du mit „der/die fremde“ hantiert und diesem punkt ists egal, ob es sich um monats-/jahre-/jahrzehnteaufenthalte handelt… dem anwurf von „arbeitsplatzklau“ ists ebenso wurscht, im weiteren sogar dem anwurf richtung sozialsysteme, da das, was durch den „arbeitsplatzklau“ (sei er saisonal) an geldern eben nicht in die versicherungskassen fließt, ja doch von den „sonstigen“ in anspruch genommen werden will, heißt: „weniger drin“, somit noch engerer gürtel stück für stück beim eh nagenden „deutschen“ sozialfall…

      ich wollte nur sagen, daß diese emotionale/philosophische schiene hier nicht viel taugt…

      aber hier, wennste was zum „fremden“ haben magst (aus meinem „abgetipselten“, was pdf-t kopiert und hier eingefügt leider zu ner eigenartigen darstellung führt-sorry dafür), die „kulturwissenschaften“ als zu studierendes fach müssen sich halt als „notwendiges mittlerstudium“ mausern noch bzw mußten dies jedenfalls, als ich damit anfing, in diesen kontext ist das zitierte sicherlich an erster stelle einzuordnen, nachrangig in das, was es sonst so „vermitteln“ will😉 :

      kurt röttgers , readerband „einführung in die kulturwissenschaften“ , s. 49,50,51

      „Meine These in dem Zusammenhang ist es, daß es die Kultur ist, die Kultur einer Lebensgemeinschaft oder
      einer Gesellschaft, die die Zwangsläufigkeit der Konstruktion des Fremden als Feind untergräbt, d.h. die
      Kultur erscheint hier als Alternative zum Politischen. Denn was ist Kultur anderes als die Kultur von
      Umwegen und die Vermeidung vermeintlicher Unmittelbarkeit. Damit widerstreitet das Kulturprinzip auch
      einem Ökonomieprinzip, das immer in der Erreichung eines Ziels auf dem kürzesten Wege besteht; denn auch
      nach dem Ökonomieprinzip ist das Leben kurz und die Mittel, es zu fristen knapp. Zögern und Umwege sind
      Zeitvergeudung, so sagt uns die amerikanische „philosophy“, die uns zu beherrschen im Sprunge steht.
      Tatsächlich ist ein solcher Ökonomismus bereits dem Prinzip jeglichen Lebens entgegengesetzt : denn Leben
      selbst bereits ist der Widerstreit gegen den kurzen Weg in die Entropie.
      Jede Kultur ist als Kultur von Umwegen diesem Prinzip allen Lebens im Universum verpflichtet, nämlich in
      einem umgrenzten Ort, für eine bestimmte Frist durch Prozesse des Austauschs mit der Umwelt der
      zunehmenden Entropie Einhalt zu gebieten. Kultur ist nichts anderes als die Vermeidung einer schnellen
      Zielererreichung ( für einen bestimmten Diskurs, in einem bestimmten Text). So sind etwa Bildung und das
      Bildungssystem nichts anderes als die bildung des Umwegs zum ökonomischen Verwertungssystem.
      Von daher ist es gut, daß wir inzwischen über den Begriff des absoluten Gegensatzes zur Bildung verfügen,
      nämlich denjenigen der Berufsqualifikation.
      Wozu sollte es wohl qualifizieren, Goethes Ganymed-Hymne zu lesen, vielleicht sogar auswendig zu lernen
      oder zu interpretieren? Gerade weil sie von keinerlei Praxisrelevanz ist, ist Bildung z.B. ein Moment der
      Kultur. Und die Kultur der Nutzlosigkeit, der Verweigerung von Praxisbehilflichkeit zwecks
      ökonomisch-kurzer Zielerreichung kulminiert und hat ihren festen Rückhalt traditionell in der Philosophie, die
      -sagt man- die kritische Reflexion unserer Welt- und Handlungsorientierungsmuster sich zur Aufgabe macht.
      Genau diese figur der Reflexion ist aber rundfigur des Umwegs und des Innehaltens im praxisrelevanten
      Zielerreichungsgetriebe. Das ist gewiß dem Zeitgeist einer sich von Ökonomie total bestimmen lassen
      wollenden Gesellschaft entgegengesetzt, der verlangt, daß etwas passiert, statt das nur geredet wird, daß etwas
      passiert und wären es auch Unfälle -action statt reflection als Qualitätsmerkmal.
      Der Abbau aller Vermittlungen und der Abbau aller Zeichenregime und Umwege zugunsten einer
      ökonomisch optimalen, möglichst unmittelbaren Zielerreichung des factum brutum ist das Merkmal einer
      neuen Barbarisierung. Der Unmittelbarkeit des Handelns, dort wo ein fremder Wille betroffen ist, entspricht
      die Gewalt.
      Dagegen wäre es Macht, d.h. die Modalisierung des Handelns in seiner Realität zur bloßen Möglichkeit des
      Handelns, eine Bildung von Mittelbarkeiten, die dem vorbeugen helfen, daß derjenige, der kulturell als
      Fremder konstituiert wurde, zum Objekt eines Gewalt-Übergriffs über die Grenze wird, die uns trennt.
      Die Defninition von Wertekonflikten, die entweder in einer Welteinheitskultur zusammenschmelzen werden
      oder die zu einer Strategie behutsamen Wertemanagments führen müssen, diese Defninition ist asymmetrisch.
      Solche Asymmetrie ist grundsätzlich unvermeidbar, aber man muß wenigstens zwei Typen der
      Asymmetrierung unterscheiden; ich möchte das an zwei Beispielen des Umgangs mit Fremden
      veranschaulichen, die ich Todorovs Buch über die Eroberung Amerikas entnehme und mit dem Namen
      Bartolomeo de Las Casas und Diego Duran verbinde. Las Casas ist in die Geschichte eingegangen als
      Advokat der Rechte der Indianer vor dem spanischen Hof. Denn -so Todorov- Las Casas liebte die Indianer,
      aber er versteht sie nicht, ja er interessiert sich nicht einmal besonders für sie; denn er weiß als Christ a priori
      von der gleichheit aller Menschen und daß potentiell alle Menschen Christen sind. In der Kultur der Indianer
      wiedererkennt er daher immer schon die humanen Züge des Christentums. Ohne es zu wissen und ohne es zu
      wollen, sind die Indianer Teilnehmer unserer, d.h. der spanischen, christlichen Kultur.
      Anders Duran. Dioe Indianer sind für ihn bis in die tiefsten Falten ihrer Seele Heiden.. Wenn man sie
      bekehren will und muß, reicht es nicht, sie zu taufen und zur Einhaltung der Riten und Gebete anzuhalten. In
      den Tiefen ihrer Seelen muß man ihr Heidentum mit Stumpf und Stiel ausrotten. Um das zu können, muß man
      freilich ihre Religion und Kultur bis in alle Einzelheiten und Feinheiten erforschen, damit sie nicht am Ende
      unter dem äußerlichen Schein der Marienverehrung insgeheim doch an eine heidnische Göttin denken.
      Wenn man aber ihre Kultur derart intensiv erforschen will, dann muß man alles tun, um diese Kultur
      möglichst rein und unverfälscht zu erhalten. Es ergibt sich also das Paradox : Um gründlich vernichten zu
      können, muß man alles erhalten.
      Solch ein Paradoxon des Hinausschiebens unmittelbarer Zielerreichung ist die Grundstruktur von Kultur,
      nämlich der Kulktur von Umwegen, Vermittlungen, Zwischenstufen und innehaltender Reflexion. Am Ende
      versteht daher Duran die Indianer, deren Kultur er eigendlich vernichten wollte, sehr viel besser als La Casas,
      der sie von Anfang an in abstrakter Menschenliebe umfing.“

      und abschließend die frage:
      was willst du beim/mit dem „bewerben“ des/der „fremden“ ?😉
      es ist real sinnvoll, sich selbst dies einmal zu fragen, bevor man(n) als mutter theresa oder vater theresius umherziehen mag, die menschen zu ihrem menschsein zu bekehren …

      einen angenehmen sonntagabend wünsche …

      Gefällt mir

      1. Das wird Dir nicht besonders gefallen, aber was Du da machst, ist reichlich frivol. Den ellenlangen Absatz per copy&paste fasse ich zusammen im Anfang als „unnötiger Notionismus“, im Mittelteil als „Primat von Praxis vor Semiotik“ und im Schlussteil als „cave: Rückfall in die Romantik“. Charmant, ich gönn‘ Dir den Spaß.

        Aber das mit der „Osthetze“: Die Passage ist beinahe wörtlich aus einem Kommentar bei Freitag übernommen. Und beschreibt doch nichts anderes, als was schon Feuchtwanger beschrieben hat oder worauf Westside-Story aufbaut – viel Brimborium um zuviel Testosteron. Daraus wird aber dann Haltung konstruiert. Wenn Du freilich meinst, dass das im Osten anders sei, dann schreib das hin und schieb es nicht mir in die Schuhe.

        Ob mein Geschreibsel Zweck hat? Schau Dir meine Überlegung zum Utilitarismus an und lies Dir mal meine alten Sachen durch. Da wirst Du einiges zu Fatalismus finden. Aber gerne mache ich es ganz speziell hier für Dich deutlich: Ich strebe nichts an, ich schreibe auf. Mehr nicht und nicht weniger.

        Auch Dir eine gute Nacht.

        Gefällt mir

      2. es erscheint aber nicht fremd „zitiert“, oder zitierst einen kommentar von dir selbst hier?
        was soll ich damit:
        „Was für ein Verständnis mag man auch erwarten von einem Fußvolk, das bekundet, „Sicherheitstreife“ gelaufen zu sein und dabei weniger „Stress oder Gewalt von Nazis oder Skinheads“ erlebt zu haben als von „marodierenden Russenbanden“? Eine gewähnte Gefahr, das Sorgen für Ordnung- sie gleichen hier nicht nur äußerlich ungarischen Bürgerwehren oder den italienischen Ronde, sondern sogar in der Begründung ihrer vermeintlichen Notwendigkeit.“
        anfangen hmm? bezogen auf „diese partei“, die sich ja va aus derlei (ex-ost-)fußvolk rekrutiert…
        wie wer wo sei, ach was, das läßt sich so pauschal hingeworfen nicht sagen, aber wenn du, wie ich sah, notwendigerweise ein wort wie „wanze“ oder wars „anwanzen“ dir verbittest, so sei mir ein nachträgliches grollen wegen des „fußvolks“ und der beschreibung erlaubt in seiner pauschalisierung …

        den kuwi-spaß hab ich mir nicht lange gönnen können😉
        finanziell/zeitmäßig nicht tragbar😉

        naja, wurscht, du schreibst ja nur auf …🙄
        ich nicht , weshalb ich frivol zitiere und das frivole daran nicht verstehe,
        letzten endes zielt alles „menschenrechtsgetue“ auf dieselbe scheibe die herr röttgers da anvisiert…mE …

        den freitag bekommen wir ja unaboniert pünktlich an jedem donnerstag in den briefkasten und darin les ich nun auch immermal…
        heute las ich , daß jap grissemann und sterman(sorry, wenn falschgeschrieben) komisch findet, wobei ich vor zehn jahren oder seien es neun sonntags umschalten mußte im radio, wenn sie ihre immer schlechter werdende show royal senden mußten, sie waren mal wirklich gut, aber das is so lange her, daß ich mich nicht mehr zu erinnern vermag an „komisch“…

        und ich las „goldener schein in schwarzer nacht“ :
        „…Trotzdem brechen von Nordafrika mehr und mehr Boote auf – besonders von der libyschen Küste. Überlebende auf Lampedusa erzählen, die Überfahrt koste nicht einmal Geld, seit Gaddafi sich entschlossen habe, die Afrikaner, die zunächst in Libyen festsaßen, nun nach Europa zu schicken . Und so sind es (…) und immer mehr Ivorer, die sich an Bord der maroden Seelenverkäufer wagen. Auch Gastarbeiter aus Südasien sind darunter, längst abgestoßen von der libyschen Kriegsökonomie und von ihren Firmen in eine bleierne Ungewißheit entlassen. …“

        und ich WEIß, was „nur aufschreiben“ TUT !
        so tust du auch, ob du willst oder nicht und auch du weißt das!

        pastior hatte ein büchlein verfaßt mit dem titel:
        jetzt kann man schreiben, was man will…
        und meinte die sprache damit vor allem…

        das, was jetzt als „aufgeschrieben“ allenorts durch die medien-/netzwelt geistert
        be-liebt sich (onaniert) ähnlich „jetzt kann man schreiben, was man will“ , sei es auftragsgemäß oder nicht, egal…
        eine lüge -lange genug gehalten in den gleichgeschalteten medien-
        führt zu kriegen, führt zu bombardements, führt zu flüchtlingsströmen , die mit weiteren lügen die ausgangslüge füttern, führt zu „einwanderungsbestrebungen“ bei derlei in not geratenen, führt zu diskussionen über „fremde“ und den umgang mit ihnen, führt zu „menschenrecht“ , das ausformulieren, das in-kraft-setzen einschließlich der wirkungslosigkeit…
        führt zum flüchtlingsproblem „italien“/“griechenland“, die un-flüchtlingsorganisationen mußten unbedingt einen per un geschützten flüchtlingskorridor richtung tunesien abwenden, ablehnen, verneinen und wegbombardieren lassen … tunesien hätte man finanziell unterstützen müssen…ach, du kennst dich da besser aus…

        DESHALB, eben wegen des „ich schreibe (nur)“ der zig gleichgeschalteten und willentlich sich den lügen hingebenden, gar nicht mehr bemüht, zu verschleiern, zu eiern, sondern direkt sagenden „die erde ist eine scheibe“, lasse ichs ganz sein, mehr und konsequenter als je zuvor…

        sie alle „schreiben nur“ und niemand macht sich mehr gedanken darüber, was er/sie da schreibt…
        dich regt ein „wanze“ oder „anwanzen“, ka mehr, mich dein fußvolk nebst beschreibung,
        beim testosterongeschwängerten einzig gehen wir konform, dein sonstiges loslösen von einander bedingenden themen mal nicht betrieben habend …

        wer werden die kommenden asylbeantragenden sein?
        wer die „einwanderwilligen“?
        wer werden diese „fremden“ sein?
        woher werden sie kommen?

        was machst du anderes mit deinem „aufschreiben“ als die partei „die linke“ ?
        du strebst nichts an? … öhhhm, sorry :no:

        ick wanz mir mal an den fischefüttrer an😉 – ganz frivol😉

        gutnacht
        (ab morgen wieder „arbeiten“, aber hey, ich hatte nach wochen mal wieder n freies wochenende🙂 , weshalb mal hier, mal dort und naja, ein ausgedehntes zweites mal diese woche „welt“ überblickend, nun schau ich wieder weg, um spanisch zu lernen und in böhmischen dörfer lehren zu können )

        Gefällt mir

      3. moment, e2m
        wenn ich es richtig sehe, versucht Jana kultur von politik zu trennen
        was ja bei dem kuddelmuddel von/in nation und nationalstaat nötig ist
        um zu zeigen, dass politik da etwas (das fremde) in kultur hineinpraktiziert, was in dieser in der politisierten form (auch im plural möglich) nicht vorfindlich ist

        ob der gepostete text das voll und ganz oder gut leistet, darüber läßt sich streiten
        als ahnung aufgreifen läßt er es

        oder, um noch mal auf den sündenbock zurückzukommen: der bock Asasel ist der Bock der bnei israel, nicht der von irgendwelchen ‚anderen‘. und er wird auch nicht zu einem ‚anderen‘, sondern zum träger des eigenen, der eigenen bekannten sünden, missetaten, verfehlungen

        erst mit einem weiteren und konkurrenten monotheismus, der sich als bessere ausgabe des ersten versteht, wird dieser bock zum symbol des ‚fremden‘, des ‚anderen‘

        und erst mit monotheismus als herrschaftsform wird der bock/das symbol politisiert

        das ist das eine. das andere: der ‚lohnarbeiter‘ war (und ist) der, welcher von einem boden abgelöst, verfügbar ist, sein soll, sein will … und muß
        die vergünstigungen des einen oder anderen nationalstaats gibt’s als zückerchen obendrauf, damit die abgelöstheit nicht so schmerzt
        und ’natürlich‘ ist es besser, die abgelösten balgen miteinander um diese zückerchen als dass sie anfingen, zucker für alle zu verlangen

        Gefällt mir

    2. jetzt ich mal … stichwort: zirkuläre migration

      wäre vielleicht nochmal anders drüber nachzudenken als so, dass ständig nur die ‚portugiesen‘ durch die gegend ziehen müssen

      und nun muß ich erst mal das copy&paste lesen
      und dann himmelsrichtungen hetzen

      Gefällt mir

      1. die deutschen können auch -von amtswegen (jobvorschlag der agentur)- nach spanien als erntehelfer/innen. eine frau bei der umschulung durfte sich dieses „vorschlags“ erwehren müssen, ihr sohn keine 18 jahre alt und noch abiturient…einfach ablehnen is nicht, sie mußts durchboxen …
        vielleicht trifft dein erstes, auf jeden fall wurd was vermanscht und was du schreibst leuchtet ein , wenn kultur und politik trennbar seien, was wiederum ich wacklig find…
        aber das:
        „das ist das eine. das andere: der ‘lohnarbeiter’ war (und ist) der, welcher von einem boden abgelöst, verfügbar ist, sein soll, sein will … und muß
        die vergünstigungen des einen oder anderen nationalstaats gibt’s als zückerchen obendrauf, damit die abgelöstheit nicht so schmerzt
        und ‘natürlich’ ist es besser, die abgelösten balgen miteinander um diese zückerchen als dass sie anfingen, zucker für alle zu verlangen“
        gibt in jedem fall mein gebrabbel eins zu eins als erfaßbaren inhalt wieder, danke dafür!!!🙂
        (wunderbar be-/geschrieben! :yes: )

        ich hetz nur noch die horizontale heut,
        einen angenehmen abend wünsche🙂

        Gefällt mir

      2. ja Jana, das erscheint erst mal merkwürdig, kultur und politik zu trennen … aber wenn ich an das denke, was mir meine mandant_innen so alles vermittelt haben, dann macht das sinn.
        beispielsweise lebten mir die leute aus Qamishly vor, dass es zur kultur gehört, wenn die einen gläubigen die anderen (anders-)gläubigen an hohen feiertagen besuchen und dabei gebäck mitbringen und vieles mehr dergleichen, darunter viel viel sehr alltägliches. solch gemeinsame? geteilte kultur gibt es sehr ausgedehnt. knifflig wird es, wenn die falschen miteinander anbandeln … bei exogamie wird es ‚politisch‘. aber unterhalb dieser ’schwelle‘, die auch nicht immer und überall eine lebensgefährliche war/ist, erlaubt die kultur sehr viel, wovon die politik behauptet, dass es unmöglich und verboten und tralala sei.
        in einem der blogs von Schlesinger (http://www.freitag.de/community/blogs/schlesinger/gegen-inhumane-checkpoints-zivilcourage-israelischer-frauen) habe ich mal auf ‚eruv‘ hingewiesen. ‚eruv‘ ist kultur
        – und politik.

        so weit mal.

        über das amt, welches eine arbeitslose als erntehelferin nach Spanien schicken wollte, muß ich erst mal nachdenken….

        Gefällt mir

      3. mein problem mit dem wort politik erklärte sich vielleicht aus dem umstand, daß ich die griechen so mag, auch wenn sie unsäglich waren/taten😉 …
        herr g. würde „herrschaft“ (😉 ) bzw „administration“ bevorzugen, da dies sich gewissermaßen über „kultur“ spannt, spannen mag, anders als mein begriff von politik eben, der teil der kultur sei …

        zu:
        „…erlaubt die kultur sehr viel, wovon die politik behauptet, dass es unmöglich und verboten und tralala sei. …“

        den link schau ich mir an, nachdem ich meinem verwalter ge-remail-t habe:
        „ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können…, daß ich ab dem 1.6. eine sv-pflichtige arbeit (450,- brutto) ausüben und Ihnen nun im weiteren durch meine existenz nicht mehr vorgefertigte anschreiben abnötigen werde, in denen Sie wiederum Ihrer freude ausdruck verleihen müssen, mir einen jobvorschlag zuschicken zu können, …
        auf friedliche co-existenz,
        Ihre frau g.“

        mit der erntehelferin war anders, fiel mir ein.ihr sohn war eben schon 18 und aber auch abiturient/schüler und sind die kids erst volljährig, darfst die eltern verschi(ff)cken…

        Gefällt mir

      4. ja ja, der herr g – der spannt was drüber
        wobei er auch nichts anderes unternimmt als den versuch, zu systematisieren
        wie ich es auch tue, wenn ich kultur von politik trenne
        das ist schließlich ’nur‘ in gedanken, und auch ’nur‘ vorübergehend
        um zu verstehen, wie in nationalstaat kultur und politik ineinander/miteinander verwoben sind/werden
        also denk ich mir mal kultur als unpolitisch (das war übrigens, was noch mehr kuddelmuddel hervorgerufen hat, der schreibfehler – es hätte eins, zwei weiter oben heißen müssen: was in dieser in der UN-politisierten form (auch im plural möglich) nicht vorfindlich ist)

        für das leben in ‚multi-kulti‘ kann es jedoch manchmal hilfreich sein, solch eine kurzfristige und vorübergehende trennung zu denken
        als eine, die zwischen multi und kulti gearbeitet hat, mußte ich ja immer wieder nach vermittlungen suchen… nicht nur für mich sondern auch für meine mandant_innen – und die umgekehrt ja auch

        und an herrn g noch die frage: meint er, administration oder herrschaft käme ohne kultur, politik, religion aus?

        Gefällt mir

      5. ich weiß immer nicht, was ich sage und brauche kommunikation/interpretation/“übersetzungen“ mit/durch andere und deine übersetzung war,
        daß ich versuchte möglicherweis, politik und kultur zu trennen. somit überlesen und ein „find ich wacklig“ und meine frage : kann man denn kultur und politik trennen?
        es sind die begriffe, hier nur „politik“, die etwas wackeln lassen und administration paßt eher wie aber auch dein „dass politik da etwas (das fremde) in kultur hineinpraktiziert, was in dieser in der politisierten form (auch im plural möglich) nicht vorfindlich ist“ , sobald nur „politik“ durch „administration“ ausgetauscht würde. denn richtig -erscheint mir- daß ebenen oder rahmen ausgetauscht werden.

        herr g.:

        1)
        a) Im Lebenszusammenhang eines gesellschaftlichen Individuums sind alle Verhältnisse und Sachverhalte verknüpft.
        b) Deshalb sind alle Verhältnisse und Sachverhalte, die gesellschaftliche Individuen kommunizieren, verknüpft – ausgenommen das wenige des persönlichen Erlebens, das nicht (mit)Teilbar ist.

        (NB:
        Deshalb setzt das (jedes!) kommunizierende Individuum jedem Mitteilungsschritt ein implizites „Ich bin Du!“ voraus. Ob es das weiß und gar anerkennen mag, oder nicht, ist wurscht.
        Ergo gibt es keine „Fremden“. Ein in Lampedusa aus dem Boot steigender Kenianer ist ein „Italiener“ nicht nur deshalb, weil so das Verdikt des italienischen Staates über ihn lautet – das im Normalfall dann heißt: „Du bist ein ‚falscher‘ Italiener“. Er ist „Italiener“ MIT jedem Italiener, der mit ihm kommuniziert. Seine Fremdheit ist ganz und gar DIESELBE, wie die bleibende und im Prozess der Kommunikation notwendig periodisch aufzusuchende Fremdheit irgendzweier Individuen beliebiger Herkünfte füreinander, weil „Fremdheit“ nicht selbst Inhalt ist, sondern allenfalls sprachlicher Behälter für Inhalte. Die systemische Differenz der Erlebnis- Erfahrungs- Wissens- und Wissensverarbeitungsinhalte zwischen einem Kenianer und Italiener ist mit „Fremdheit“ gerade NICHT thematisiert und ausgedrückt, lustigerweis deshalb, weil um die auszudrücken, Ebenen der Identität bestimmt sein müssen, auf der die Differenzen zu ermessen sind. NB Ende)

        2) Jedes beliebige ersinnbare Kategorisierungs- und Katalogisierungssystem auf der Basis des geometrischen Punktes und den Ordinalzahlen bis drei (1.Identität, 2.Nichtidentität + 3. das aus Beidem zu erschaffende jenseitige Dritte) taugt, die Inhalte des „Ich bin Du“ und „Alles hängt mit allem zusammen“ aus Punkt (1) beschreibend darzustellen und kommunizierbar zu ordnen. Das Resultat nennt sich heut „Wissenschaft“, früher war es das gewußte System der Mythen.

        (NB: „Wissenschaft“ ist eine wahnhaft abgedichtete Form der „Entäußerung“ der gesellschaftlich individuellen und individuell gesellschaftlichen „Innerlichen“ – Innerlichkeit hier als ein eigener terminus technicus für den genannten Zusammenhang zu nehmen, nicht als das Psychotrumm – soll heißen: Die Äußerlichkeit wird in der Wissenschaft als eigener Inhalt festgehalten. Mythen sind dagegen eine Form der „Veräußerlichung“, die mit der Kommunizierung den Individuen zurück überantwortet wird, deswegen bedürfen sie des Ritus, um sie stets von Neuem zu mobilisieren. Wissenschaft bedarf nur als komplettes System des Ritus – Kultus der Äußerlichkeit/ Objektivität, Wahrheit – nicht bezüglich der einzelnen Inhalte).

        3) Meine Bemühung gilt nicht der wissenschaftlichen oder mythologischen Arbeit im genannten Sinn, sondern dem ZuSAMMENhang der UnterschiedLICHKEIT, mit der das Entäußerte in jedem Individuum vorliegt – anders herum ausgedrückt: Ich versuche zu sagen, wie das, was in Dir (oder irgend einem anderen Individuum) vorliegt, in mir vorliegt – und mit diesem Resultat mache ich Vorschläge anders herum, zu sagen, wie das, was in mir vorliegt, in Dir vorliegt. Das ist etwas grundsätzlich anderes, als ORDnende Systematisierung nach Punkt (2), und zwar deshalb, weil in dieser Beschreibung ein eigener Gegenstand implizit ausgehoben und genannt ist. Dieser Gegenstand ist eine INSTANZ, welche die beschreibende, ordnende, systematisierende und kommunikative Arbeit der Individuen formt und leitet, OHNE daß diese Formung und Leitung ihnen als selbst geschaffener Inhalt für diese Arbeit zur Verfügung steht. Diese Instanz – so lautet meine Behauptung – ist nicht einfach Tradition, sondern Tradierung in wohlbestimmter Form. Vulgo: Herrschaft.

        lg Jana, Tom

        Gefällt mir

      6. den mythos (von dem zum bock Asasel garnicht mehr gewußt wird, was der gewesen sei – da ist nur der ritus übriggeblieben) brauchen wir vielleicht garnicht, um zu verstehen, was mit dem sündenbock angestellt wird
        es reicht, den mittelalterlichen grundsatz wieder hervorzuholen
        „quidqid est in territorio es de territorio“
        um zu verstehen, dass wer auch immer fuß auf das setzt, was heute Italien genannt wird, zu „Italiener“ wird

        Gefällt mir

  6. anbei:
    zur freitags-calvani-ichschaufremdausdiskussion🙄 :
    ich frage die leuts ständig, woher sie kommen,
    das führt oft zur mehrbelastung, zum streß „auf arbeit“,
    da ich dann geschichten höre, ihnen lausche , die leuts reden gern
    in nem blumenladen, vielleicht wie irgendwann beim frisör😉
    ich frage wegen dialekten, wegen speziellen pflanzenvorlieben, wegen geäußertem „darf man, darf man nicht“, in sich entspinnenden diskussionen um den zustand der straße vor der tür, zu atompolitik oderoder… ich frage: wo kommen Sie her ? , wenn geklatscht und getratscht werden will über dorfbelange, wobei ich in dem einen laden nur immer sagen kann: ich bin nicht von hier… das „nicht-von-hier“ benennt nicht ein „ursprünglich aus berlin“ oder sogar „ostlerin“ zumeist, sondern mein unwissen über machtstrukturen in diesem dorf. es geht teils recht hochherrschaftlich, bald feudal zu aufm land hmm😉 und wenns denn heißt: mein vater…. mein sohn….meine frau….usw ist die und die, der und der, besitzer von… besitzerin von …usw, so kann ich damit nichts anfangen, verhalte mich dementsprechend nicht „standesgemäß“ bzw die leuts nicht danach und sehe auch nicht ein, mir derlei kram merken zu sollen😉 … ich erhalte mir gewissermaßen dies politisierte „die fremde“, nutze dies einfach, da ich nunmal in nem blümchenladen arbeite, irgendwelche arbeiten auch abzuarbeiten habe und nicht in nem hörsaal oder seminarraum hocke.

    lg

    Gefällt mir

      1. nunja, es sind viele alte leute und so einige -ausschließlich frauen- lassen jiddisch durchklingen. va freut mich natürlich gar heimatlich berlinern durchschimmern zu hören.
        „ursprünglich“ frage ich durchaus im verlauf manches mal. „ethnisch“? also bei egalwelchem gott, wer spricht sowas denn (aus)? das mein ich real. wer fragt denn derart? eher ists so, daß die leuts anfangen zu erzählen, auch von „ethnischen eltern“… es ist einfach eine „eigentlich“ angenehme frage, dies: woher kommst du? es ist eben eine frage und keine aussage, für viele. ja klar und auch mich freut es, wenn ich gefragt werde, meist über mein (auto)nummernschild erst einmal, „märkisch oderland“😉 . aus dieser frage wachsen wunderbare gespräche, real informativ auch, da muß ich nicht auf irgendeine seite im netz gehen, die derlei erzählungen, berichte sammelt. da muß ich schließlich auch nicht zu veranstaltungen in kz-s gehen, mir dokus im tv reinziehen. da muß ich keine einzige sendung zu „die geschichte des…landstrichs“ oder „das leben der anderen“ (hinausghend über den derart getitelten film😉 ) und dann schließlich verstehe ich zb „den kalten krieg“ (wirkungen) und ich verstehe die isolation nach d eingeheirateter frauen und ich genieße die speziellen wünsche der gestaltung von etwas und genieße dies „anders haben wollen“, meist, weils auch mir gefällt, teils weil ich mich -um alledem was abzugewinnen auch theoretisch- mit dem kultivieren von pflanzen oder eben den sich teils arg unterschiedlich bevorzugten gestaltungen usw usf beschäftigt hatte, eine praxis daher kommt und sagt : hier bin ich als ein gelebter teil dessen, wovon du nur lesen, bilder anschaun, was du nur abstrakt erfassen konntest, gewissermaßen ein : hier, faß mich an…
        so kann ich nach deutscher gestaltungvorschrift „falsches“ tun und mache meinen gegenüber eine freude. ich kenne das „russische“, weil wir eine russin in der umschulung hatten, die zuvor …okay, eine ukrainerin, die zuvor dort ausbildung gemacht hatte, schließlich abermals dieselbe nochmal in polen, als sie sich dort niedergelassen hatte und nun ein drittes mal in d, wo immerzu an ihr und dem,was sie tat herumgekrittelt wurde als falsch/fehler… es sagt nie etwas zum „wesen“ irgendeiner „menschengruppe“, aber etwas für „vertrautes“ und darausheraus vorlieben, die, wenn sie so „fremd“ sind, unergründlich erscheint, wie man dies oder jenes „schön“ finden kann, einem etwas vom miteinanderleben dieser „gruppen“ erzählen, eben über eine auseinandersetzung richtung vorlieben…
        und du bekommst deine „klischees“, dein schubladendenken richtung meinetwegen „ethnie“ vorgeführt, bewußt gemacht, wie auch andersherum du ähnlich bewußt machst, wenn du als erstes zu einem großen jasmin stürmst, weil die ältere dame so asiatisch ausschaut und eine große pflanze sucht, eine schöne pflanze und ganz verdattert erkennen darfst, daß sie zum margarittenbusch (knall-pink) stiefelt. du fragst dich und signalisierst „wie können Sie nur, das ist doch kein stück heimat“ und erfährst, daß auch in anderen „heimaten“ irgendwas wie „unkraut“ wuchert und man dort arg probs hat, irgendwelchen kram wieder loszuwerden, so wie die leuts hier über meinen geliebten efeu abjaulen. und du bekommst zu irgendeiner pflanze, die du noch nie gesehen hattest zuvor, die schön ist und irgendwie exotisch ausschaut erzählt, daß diese alteingesessen europäisch, meinetwegen sogar -übertrieben gesagt- „deutsch“ sei und früher irgendwann „orchidee der armen“ benannt wurde.
        ja ich mag die frage „woher kommst du?“ ! und halts auch für arg wichtig, daß sie umgangs-sprachlich erhalten bleibt, statt sie denunziert zu lesen mit nem vorgeblichen gejaul über „mandelaugen“ und „broncehaut“ und…öhhhm, naja, ka, ob du nachvollziehen willst, was mich „dort“ stört😉 …
        außerdem wird diese frage eh schon zu wenig gestellt, anders kann ich mir das starke mitteilungsbedürfnis der leuts nicht erklären, wenn ich sie stelle…
        naja, wurscht,
        ursprünglich bin ich sächsin und du glaubst nicht,
        wie allergisch ich auf „sächseln“ reagier, wenn ichs nicht grad selbst praktizier im belustigen…
        das erste lebensjahr in diesem sprachraum konnt da jedenfalls kein
        „ursprünglich“ baun😉

        lg+gutnacht
        jana

        Gefällt mir

      2. ursprünglich sächsin – nu. woher denn da? – einen teil der ‚ursprünge‘ meiner family kannst du in ‚Levins Mühle‘ nachlesen … ein anderer teil steht als rosenmuster in mutters vitrine … ururgrußmutters altenburgische deckelhosen haben wir unter uns aufgeteilt, die wendisch-masurischen sind leider verschütt gegangen… und aus meiner einen schwester lugt deutlich was mongolisches hervor, wozu wir heute leider nicht mehr wissen, welcher ursprung sich zu welch anderem ursprung hinbewegt hatte und auf welchen wegen….

        und wenn ich lese, wir hätten es heute mit sozialem rassismus zu tun (im unterschied zu wlcheem, bitte schön?!), dann verspür ich einen fluchtinstinkt wachsen

        Gefällt mir

      3. der eine teil aus thüringen (greizdrumrum), der andre teil sachsen (bitterfelddrumrum) und meine schlitzaugen hab ich vom fruchtwasser, sagt meine mutter, das mir irgendwie die augen verschlossen hielt bis wir in berlin gelandet waren nein, kein jahr, bin nur -noch- in sachsen geboren, das sterben -augen öffnen- ging in berlin los😉 – johannistal…

        meine sachsenoma ist seit über 20 jahren berlinerin nun und „gestandene preußin“ rundum, die thüringer ziehts zum erzgebirgler per brauchtum und ein „ursprünglich“ ist nirgens in sicht. vor allem im sächselnden nicht, „omalin“ (oma-berlin – wortschöpfung meiner tochter) hatte nie eltern, großeltern, nunja, keinerlei vorfahren, somit beginnt alles „ursprünglich“ auf nem bauernhof in sachsen und endet dort auch, da der sächselnde der sich an mir durchsetzende zweig der ursprünge scheint (die bekamen alle fruchtwasser in die augen, schon der mir unbekannte opa, wie ich auf photos feststellen durfte😉 ) …

        +++

        phantasieteilende und phantasienichtteilende hmmm…
        woheraus speist sich „phantasie“ ?😉 wie entsteht (eine) „phantasie“ ?
        was ist : vorstellung, wissen, erkenntnis…usw?
        wie „funktioniert“ denken?
        das päärchen funktioniert nicht im rahmen „freund-feind“, denk…

        +++

        Gefällt mir

  7. erst mal, denk ich, gilt es wirklich, sich selbst klarzumachen, welche fantasien an die gehängt werden, welche da zum ’sündenbock‘ gemacht werden (sollen). was ja nichts anderes bedeutet, als diese fantasien als die eigenen zu erkennen. nicht der/die andere ist es, welche_r diese fantasien herstellt, macht – sondern die fantasien werden dankbar an solche geheftet, welche fremde scheinen. damit ist mann sie los….
    warum sollen das nicht auch ‚linke‘ tun? zumal ja in allen möglichen mehr oder weniger ‚linken‘ blogs nachzulesen ist, dass manche blogbetreiber unter linker politik nichts anderes verstehen als dieses, die aufteilung der menschheit in freund und feind [was nichts anderes ist als: solche, welche meine fantasien mit mir teilen, und solche, denen sie in einem gemeinsamen unternehmen angeheftet werden] …. bis hin dazu, dass manche sich vor nicht-erzählten witzen nur deshalb fürchten, weil diese irgendwie … ja was eigentlich? … sein könnten

    fortgeschrittener nationalstaat bedeutet wohl, dass die ungeheuer nicht mehr wie auf den christlich-mittelalterlichen karten gemalt jenseits der ränder der bekannten welt hocken sondern mittlerweile in anderen nationalstaaten. weshalb sie über die erfinder des nationalstaats leichter herfallen können.

    eine völlig meschuggene vorstellung. aber offenbar sehr weit verbreitet.

    Gefällt mir

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s