Fundstücke 28 – Evidenzfest

[Fette Links führen zu englischen Texten]

Höher, weiter, schneller! Und „Neu“, neu ist immer gut, weil das Alte, das kennt man ja schon. Manch ein Mediziner erliegt dem Reiz des Neuen und stellt sich etwas in die Praxis oder den OP, dessen Nutzen nicht erwiesen ist. Das kann Folgen für den Patienten haben. In einem Artikel plädiert DR. PHIL COLMENARES daher auch für ein besseres Prüfsystem bei der Einführung neuer Geräte.

Packungsbeilagen sind die Informationen, die man am Besten nicht liest, weil sie mehr Angst machen, als zu informieren. Über den Nutzen eines Medikamentes sagen sie meist wenig aus. Deswegen gibt es einen Vorschlag von zwei Wissenschaftlern aus den USA, auf die Packung zu schreiben, um wieviel besser als Placebo das Medikament wirkt. Bei Jürgen Schönstein gibt es mehr Informationen und Links zum Thema.

Nun kann die Wirkung eines Medikamentes gegen ein Placebo nicht immer so eindeutig belegt werden, vor allem wenn, wie an Diskussionen leicht zu sehen, verschiedene Interessenlagen bestehen. Doch es gibt, wenn ich dem Vortrag von Ulrich Berger aufmerksam gefolgt bin, ein Mittel die Wahrheit aufzudecken, das Excalibur der Statistik, die Meta-Regression.

Kommen wir zum seriösen Teil, mit einem Gerät, an dem kann nichts Schlechtes sein, abgesehen vielleicht vom Preis von 945 Euro. Ein Atomstromfilter soll für reinen Strom sorgen, ohne Atome und so. Hier gibt es eine… nennen wir es Produktbesprechung^^.

Es bleibt Bodenständig mit der Geschichte eines Informatikers, der mit seinem Suizidwunsch zu einer Hellseherin ging und ihren Rat annahm.

Der Relevanz des nächsten Fundstücks ist leider die Realität in die Quere gekommen. Doch, ich denke es ist trotzdem wichtig, über eine neue Entwicklung in der Technik zur Vorhersage von Fußballspielen zu berichten. Vergessen wir den Oktupus!

Wer sagt denn, Wissenschaft könne nicht unterhaltsam sein? Doch bevor die Show beginnt ein paar einleitende Worte. Es gibt in menschlichen Zellen ein Protein mit dem hübschen Namen p53. Dieses Protein ist sowas wie ein Wächter des Genoms und schützt unseren Körper vor Krebs, indem es Zellen, die zuviele Schäden in der DNA haben in den Zelltod, die Apoptose, schickt. Dieser Held in uns allen, hat nun einen eigenen Song bekommen.

Nach der Lektüre dieser Fundstücke sollte der erste Weg zum Mobiltelefon führen, um dieses mit „Staying Alive“ von den BeeGees zu bestücken. Wenn man dann in die Verlegenheit kommt, eine Herzdruckmassage durchführen zu müssen, hat man die richtige Musik dabei. Und falls der letzte Erste Hilfe Kurs schon etwas her ist, lohnt sich dieser Text zur Wiederbelebung doppelt.

Warum man seinem Hund nicht einfach irgendwelche Früchte geben sollte, steht in diesem Text. Von Durchfall bis zum Tod ist alles dabei.

Nachdem in Indien kürzlich ein Superbug gefunden wurde, der gegen alle gängigen Antibiotika resistent ist, tauchte nun auch ein Gonokokken-Stamm auf, bei dem einfaches Penicillin nicht mehr zur Behandlung reicht. Es gibt also, neben AIDS, gute Gründe, Kondome zu nutzen. Und obwohl es in Sachen AIDS wieder mal gute Nachrichten gibt, bleibt die Lage ernst und eine Ansteckung weder erstrebenswert, noch die Erkrankung heilbar.

Kurz vor Schluss noch ein Bericht zur Frage, ob wir nach Schrift, Buchdruck, Zeitung und Fernsehen durch die Erfindung des Internet dümmer werden. Macht uns Google Dumm, weil wir uns Nichts mehr merken müssen?

Am Ende noch zwei Fundstücke in eigener Sache.
Am 10. Juli veröffentlichte ich einen Text bei den Ausrufern, mit dem Titel: „Neue Evidenzklassen für Alternativmedizin„, in dem ich den bisherigen Klassen I-IV, die Klassen V-X hinzufügte. Unter Evidenzklasse VII findet sich zum Beispiel: Hörensagen.
Und bereits am 12. Juli hatte sich die Nachricht in einschlägigen Medien verbreitet:
Im Klostermedizin Daily zu finden unter „Wissenschaft“ und im Alternativmedizin Daily unter dem Top-Njuhs.

Die letzen Fundstücke schrieb, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, Cassandra, so wie die nächsten auch.

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