Beinharte Analyse per Kopf im Sand

Heute ist in Deutschland „Gedenktag Mauerbau“. Mit sog. Gedenktagen habe ich meine Probleme: Bei Dancing Auschwitz monierten Kritiker den fehlenden Ernst des Überlebenden eines Vernichtungslagers, an Tagen der Deutschen Einheit setzt sich Autoritarismus wie gehabt fort. Die, die es angeht, sind also zu diesen „Gedenken“ eher weniger gefragt.

Dafür werden gerne Etiketten verteilt. Chefredakteur Kurt Kister von der SZ macht „politische Sumpfköpfe“ aus, weil er an der innerdeutschen Grenze einmal schikaniert wurde. Und erinnert sich offensichtlich nicht mehr an die ebenfalls grau gekleideten österreichischen Zöllner in Kufstein, die vor Schengen so manchen Urlaubsauftakt zur Hölle gemacht haben. Oder wie ein ganz Linker Georg Fülberth zu einem Aperçu in der Freitag („Apokalypse und Kalkül“) anhebt, indem er schreibt: „An Mauer und Stacheldraht starben mehrere hundert Menschen. Wer meint, dagegen sollten nicht die Millionen Toten eines vielleicht durch sie vermiedenen Dritten Weltkriegs aufgerechnet werden, mag um des lieben Friedens willen das letzte Wort behalten.“ Was das Scheitern seines Kommunismus -als Hypothese von einer besseren Welt- in realen Verhältnissen nachträglich mit einem Gang in die  hypothetische Weltgeschichte verwässern helfen soll. Da gibt sich zwischen München und Berlin die Zunft der Betonierer nichts.

Ich feiere heute einen anderen Gedenktag, da Arik Brauer das nachfolgende Liedlein 1971 veröffentlicht hat. Wir können uns dabei vorstellen, ob sich Denkweisen verändert haben. In vierzig Jahren. e2m

Sein Köpferl im Sand

Das ist ein beinhartes Protestlied.
Allerdings richtet sich die Kritik nicht gegen eine bestimmte Gruppe,
sondern gegen Jederman der sich betroffen fühlt – auch gegen mich selbst.

Er hod a klanes Häusl in der greanen Au.
Er hod a guten Posten und a dicke süße Frau.
Er tut si bei der Arbeit net de Händ verstauchen.
Er kaun an jeden Sundog a Virginia rauchen.
Do sogt da mir gehts guat, auf de aundan hau i in huat.

Do sogt da
Hinter meiner, vorder meiner, links, rechts güts nix
Ober meiner, unter meiner siach i nix.
Spür nix, hear nix und i riach nix.
Denk i nix und red i nix und tu i nix.
Waun da Wind wahd in de Gossn
waun da Wind wahd am Land
waun da wind wahd, do steckt da
sein Köpferl in Sand.

Do zeig i earm a Stodt aus lauter Fetzen und Scherbn.
An Plotz wo de Krankn im Rinnsäu sterbm.
Gras in der Schüssl, im Gsicht de Fliegn.
De Kinder haum an Wosserbauch und Kretzn am Hirn.
Sie stinken wie der Mist, damits das net vergißt.

Do sogt da …

I was an Plotz do traut sie kana wos sogn.
Und rührn sie sich a bisserl, sans dawischt beim brotn.
Do holns de Kiwara um vieri in da fruah.
Eini ins Hefen, de Tür fest zua.
Sie brechn erna de Händ und tretns in de Zähnt.

Do sogt da …

Es pfeifn de Kranaten, es donnert und kracht.
Sie hockn in der Grubn des gaunze Nocht.
Sie schiaßn auf olles wos sie rührt.
Sie schiaßn das de Krachn glüht.
Da Mutter ihre Buam, fallen um als wia de Ruam.

Do sogt da …

7 Gedanken zu “Beinharte Analyse per Kopf im Sand

  1. geb ich dir n paternostereintrag bei

    „2.8.2011
    libyen,japan,paternoster

    Nearwahn(a)

    „Bereich b und c gesperrt“

    Eigenartige Beschilderung! Ich kenne niemanden, der nicht nach a, der nach b eben oder c mag. Aber sicher ist sicher, soviel steht fest. Bodenstandart.

    Das Tor umkreisend brummen unzählige Stimmen in Bärte, die vorhanden oder geschnitten oder nie gewachsen. Von Vorn wie in der Rückansicht – ein Tor , das Seiten, die Linke wie die Rechte ausschließt, kein Durchgang im Holz. Mit den Fingern fahre ich die kräftigen Linien entlang, Alte-Bäume-Linien. Ob das erlaubt war- also das Fällen? Gegebenenfalls wäre der Rückzug, ein Rückzieher des Rechtschaffenen möglich. Wahrscheinlich ist jedoch das Durchwinken, die Stämme beim Amt wie des Zöllners Hand , brächte jemand den Mut auf, nicht vorbeizubrummen, stehenzubleiben und am Schloß zu rütteln. Alle wissen es, ich weiß es, das Schloß hält nicht dicht. Es ziert, es dekoriert, es hebt die unbearbeitet erscheinenden Balken in eine Handarbeit, deren Tun einen Wert steigert, je öfter wir die Hände sinken lassen, den kurzen Enthusiasmus mit seiner Beweglichkeit verpassen.

    Manch Bart wurd grau überlaufend, manch Kinn lade seit Jahrzehnten , sagt mann, vielen aber schlägts Gebrumm Falten aufs Gemüt, das Gemächtige. Die weibliche Seele erkennt einmal pro Sekunde den Sinn im Vorbeigehen, das Gehen ists`s – eine praktische Wahrheit.

    Ziel wäre es, einen Fuß ins Tor zu bekommen , nicht, den Weg , der kein leichter wäre, zu begehen. Schwachsinn also, mutlose Einfalt, die Kerbe reicht von der einen Seite der Nasenwurzel hinab zum nahegelegendsten Mundwinkel, mal die Oberlippe fortlaufend, mal unten entlang und wieder hinauf zur anderen Wurzelseite. Keine Wechsel, eine Lineare.

    Li near e , die Japanerin der Diagonale. Sie kann kein Kind halten und was sich festkrallt, wird losgerissen, da es entbunden niemals entbinden wird die lebenserhaltende Mutter. Keine Brust kann das ändern. So generiert sie Kleines, kurz trippelnd, wie grad gelernt, flieht die Toransicht, das Vorn und das Hinten, die Maserung vertiefend, als gäbe es niemanden, mich nicht, die das Holz ebenso liebt.

    Wir laufen blind und betaubt, daß uns in der Vorstellung der zigsten Potenz des eigenen Brummens die Innenohren rauschen. Die diagnostizierte Stummheit rührt daher, nur daher – bin ich sicher! Wenn niemand was hört, wer will dann noch sagen, jemand hätte was gesagt, wer sagt dann schon irgendwas?

    Das Rund ist rissig, die Furche tief, aber zerfasert, sodaß meine Nase aus dem Innern, dem Hinterm-Tor, was keine andere Seite ist, etwas Vertrautes riecht – den Duft des Elephantengeheges im Tierpark.
    Diesen betörende Geruch, der meinem Kind den Halt an den Freßbuden in Riesennähe gewährte. Vergnügt aß sie Pommes und Wurst, während meine Nase sehnsüchtig den Rüsseln zugeneigt im erinnerten Rauch- und Riechrausch sich entnüchterte. Die Quellen waren versiegt und Elephanten schienen sich von Hanf zu ernähren, sodaß die warmen , dünstenden Haufen im Gehege einmal im Monat Ersatz boten . Irgendetwas wurde gestillt und schlief beruhigt wieder ein.

    Das Tor mißt etwa 250x200x60, dort hockt kein Elephant! Aber meine Nase lügt nicht. Setzte wer einen Fuß hinein, ein fragender Rüssel erschiene, auch darin bin ich sicher.

    Wir brummen Runde um Runde, Tag um Tag und meinen, das Körnchen Sesam ließe einfachso , ganz freiwillig und zufällig von seiner Schale – warum sollte es, hmm? Schwachsinn, sag ich doch! Nein, ich sags nicht, weil wir ja stumm sind und weil wir taub sind und alles sagen nicht gehört würde, richtig. Nur der Geruch…

    „Woher , meine Liebe, weißt Du, daß ihr einander um Nearwahn a rundet?“ Deutlich Worte! „Deutliche Worte!“ – „Eine Frage!“ – „Angesprochen werden, ist Bedingung des Sprechens, des Selbstredenden.“ – „Ein Aussagesatz.“ – „Der ‚Aus’ sagende Satz. Kann ich sehen, wenns was zu sehen gibt…auch das?“ – „Es gibt was zu sehen!“ – „Ein Anrufe- oder Ausrufesatz?“ – „Eine Bitte!“ – „Aha.“ – „Was siehst Du?“ – „Grün, ein grünes Tuch, was Deiner Stimme nach zu urteilen, eine Frau beherbergt. Warum verhüllst Du Dich inmitten der Blinden?“ – „Weil niemand hier blind ist und taub, schon gar nicht stumm!“ – „Was könnte jemand sagen, der Dich sieht?“ – „Nichts!“ – „Nichts? Also doch wenigstens stumm?“

    „Ich bin ein Elephantenmensch, eine Kuh, wenn Du so willst.“ – „Eine braune, weiße, gelbe oder graue?“ – „Das rohe Fleisch ist rot, nicht anders als Deines, risse ich Dir ein paar Fetzen Haut vom Leib.“

    Soviel Stoff, während wir anderen nackt, einander nicht bekannt unerkannt Ringelpietz ohne Anfassen spielen. Um uns türmen sich Wüstenberge, Sandwellen streifen umher… „daß wir den Wind nicht spürten…“ – „Eure Haut ist fühllos gerieben worden, weshalb Ihr ein c für ein a hieltet möglicherweise.“ – „Wir sind im Verbotenen Bereich, stehn wir vor Nearwahn c hier? Aber es riecht so gut!“ – „Das ist für die Hunde, verpißdich aus jeder Ritze, siehst Du`s?“ – „Was , diese Gewächse , wie dickblättrige Minze, etwas runder vielleicht, das ist das Elephantengehege?“ – „Ja, verpißdich ists.“ – „Warum sagst Du das?“ – „Sie wird so genannt, bei Euch so gepflanzt, gegen die Hunde, weil sie dann wegbleiben und vielleicht auch nicht gegenpinkeln, sie heißt so bei Euch, die Pflanze. „ – „Aha. Aber Du sagst, Du bist ein Elephantenmensch?“

    „Mein Vater starb erst, nachdem sicher war, daß seine Frau -nach einigen Fehlgeburten- mich, einen Nachkommen austragen könnte. Er starb offenes Fleisches und man wußte anfangs nicht, wie er zu begraben sei, in eine der fremden Fahnen gewickelt,eingekistet verschifft oder verflogen nach dort, wo sie geschwungen , mit nem Kreuz auf dem Hügel unter dem die Kiste verscharrt oder im Leinentuch, ganz schlicht zu den andren in ein riesiges Loch, was ausgehoben, um sie zu sammeln im Wüstengrund. Sie wußtens nicht bis ich -geboren- seine Vaterschaft bezeugte und unversehrte Haut ihn der Wüste zuordnete.“

    „Eine Elephantenkuh.“ – „Ja und mein Gehege ist Eure Welt, schau Dich um.“ Über dem Tor blinkt es , das c, da hat sie recht . Ich kann sehen, auch das stimmt, nur…daß ich sprechen kann, das wußt ich schon vorher und das mit dem Hören hatte ich vermutet, konnts ja nicht prüfen. „Kommst Du aus dem Tor?“ – „Nein!“ Konversation mit Elephantenmenschen. „Was soll das denn heißen: Elephantenmensch? Zeigs mir doch bitte, leg Deinen Schleier ab. Ich bin auch nackt und ich bin eine Frau und die andren sind blind, also …“ – „Nein!“

    „Können wir das Gehege verlassen?“ – „Nein!“ – „Gehst Du mit mir durchs Tor hier?“ – „Nein!“ Nein, nein, nein… Das Gehege nicht verlassen…. Nur,weils „unsere Welt“ sei, wenns „… unsere Welt gibt muß es auch Eure Welt geben, wohin man gehen könnt!“ – „Nein!“ Nein wäre ein Wort, wenn es etwas aussagen würde, aber es sagt nichts, sagt nur, daß etwas nicht sei, okay, manchmal eben, daß es das Gegenteil sei von dem Erfragten oder Gesagten und das Gegenteil von „Eure Welt“ muß doch nicht ausschließlich „Unsere Welt“ heißen, wobei ich eh mit dieser Grobscheidung nichts anfangen kann.
    Die Wüste lebt, hahaha, genau. Da gibt’s Sesam, der nicht freiwilig sich öffnet, dabi mag ich Sesam, also ungeschält auch, klar, sehr sogar, aber „unsre Welt“, ich weiß nicht, was soll das sein. Und es gibt den Elephantenmenschen, gibt den Film, kenn ich, allerdings keine Kuh,…“Und nu?“
    „Um Tor Nearwahn a zu öffnen braucht es vier Hände!“ – „Ahhhh, verstehe.“ Ach, ja, das tut gut, das tut sehr gut! Wir gehen also gemeinsam zu Tor a und das, um hindurchzuwandern, nicht, drumherumzugondeln und „die anderen?“ Der Vorhang hebt und Senkt sich, zuckende Schultern, denk ich, ach gut, stimmt ja, recht hat sie, was kümmern mich die anderen. Sie sind taub, weil sie stumm bleiben wollen und blind, weil sie sich betauben und weiß, weil sandbepudert und fühllos sandverrieben. Schmirgelmenschen, dann lieber mit der grünen Kuh, die lila-gefleckten zurücklassend. Wir stießen aneinander und wußten nie, ob unser Gegenstand, das, woran sich unsre Haut rieb, stieß, riß, das Holz, das Eisen oder geschliffene weiße Haut war. Alle sind sie gefleckt, manche schon bräunlich, die meisten jedoch violett.

    „Der Geruch wars, weißt Du? Ich liebe ihn und früher…“ – „Ich will kein Früher hören, erzähl mir von Deiner Welt, wenn Du magst, aber …“

    Der Geruch macht vergeßlich. Keine Ahnung, wie es den Hunden erginge, würden sie nicht nicht abgeschreckt. Ich weiß nicht, was davon sie abhält, vielleicht – genetisch vorcodiert – weiß ein jeder Hund, möglicherweise auch Wölfe, daß er die Wachsamkeit mindert inform von Vergeßlichkeit solange sie ihn aufnehmen. Das werden Fährten sein, die es zu fliehen gilt, eingeschrieben in jede Zelle des felligen Körpers. …

    Mein Fell ist voller Sand, sinnlos, ihn abzuschütteln, jede neue Welle flutet das schwarze Dickicht von neuem. „Kannst Du mir etwas leihen von Deinem Grün, ohne sichtbar zu werden?“ … Schweigen, immerhin Stummheit, kein Nein. Ich hab Zeit, hatte immer Zeit, wenn ich etwas hab , vielleicht sogar bin, dann ists Zeit. Runde um Runde wars Zeit, die verging, sich meiner Beine bedienend, sicher, aber Zeit, zeitlos im verpißdich-Duft.
    Die braunen feingliedrigen Finger wickeln eine Lage Stoff ab, lösen vorsichtig die verknotenen Teile , lassen die Wölbungen von Brüsten erkennen, eine weitere halb zögernde darunter. Während ich den mir gereichten Fetzen entgegennehme, zucken die gelichteten Schichten im Bauchbereich. „Ein Elephantenbaby? In Gefangenschaft? Das ist großartig, damit kommst sicher in die Zeitung!“ – „Zeitung?“ – „Ja, gedruckte Worte, meist Lügen auf relativ dünnem Papier, oft aus Altpapier, packste gebündelt vor die Türe, wird abgeholt zweimal im Monat.“ – „Niemand holt das Papier ab, nirgens, es zersetzt sich unter der Sonne und wird Staub im Sand, verschwindet schnell, gibt fast kein Papier mehr an der Oberfläche.“

    „Ha, ich weiß wie Du heißt?“ Verwunderte große Augen. „Rumpelphant, Rumpelphantenkuh genauer gesagt und…nein…verrats mir nicht, ich weiß es, ich weiß es…. Du kommst von Unten, hä?“ – „Als Kind, ja.“ – „Deshalb, siehst Du , genau das ists. Alle dachten nur ans Vorn und Hinten und links und rechts und immer drumherum. Und laufen und laufen und nicht am Tor rütteln, weil niemand ans Unten dachte…. Was ist es, hmm?“ – „Was?“ – „Na, wie kommt Ihr von Unten nach Oben und durchs Tor hinaus?“ – „Es waren keine Tore.
    An einigen Oasen gab es Anlagen, die unterirdische Ozeane kanalisierten und seit das Meer trocken liegt, nutzten wir die Kanäle und die Rohre zur Oberfläche, weil die Maschinen stillstehen und die Oase versandete, unauffällige Aufstiege eben.
    Die Tore sind für Euch da, von Euch und für Euch, denn überall, wo „Verboten“ dransteht, sammelt sich Deine Welt und umrundet Verbot um Verbot. Daran, was nicht verboten per Schild oder eben , was erlaubt ohne Hinweisschild `erlaubt`, geht Ihr vorbei, daran rüttelt niemand. Ich kann nicht mehr steigen, weder hinauf, noch hinab seit die Elephantitis mein Bein lähmt. Die anderen Tore sind Tore, nichts darin und nichts darunter, aber Nearwahn a hat etwas, daß Ihr Paternoster nennt. Das Tor bekäm ich allein geöffnet, aber mein Körper ist zu schwer für meine Arme, daß ich mich gefahrlos hinablassen könnte. Das Bein ist zu schwer!“ Ja, das scheint plausibel, ja und dann noch der kleine Elephant im Bauch hinzu, ja, das macht Gewicht, selbst mit Hilfe der Winde, das macht Gewicht und „wenn niemand diesen Paternoster genutzt hat je, wer weiß, wie zackig die Zahnräder noch haken, ja…“

    „Er wird genutzt!“ – „Von wem?“ Wieder ein Nein, naja, ein Kopfschütteln, soweit sich das sagen läßt. Wahrscheinlich weiß sie`s wirklich nicht, ja und selbst wenn… Es ist schlicht sinnvoll, diesen Abgang zu nehmen und wenn es der Letzte sei, allemal besser als dieses Nichts umrunden Tag für Tag und stumm dem Blinden folgen, der dem Tauben lila Flecken tritt.

    „Kannst Du mir den Sand vom Rücken streichen, daß er unterm Stoff nicht weiterreiben kann?“

    Es ist schön, wieder eine Hand an meinem Rücken zu spüren, vielleicht ists die Hand, vielleicht aber dieses Weghauchen des Sandes, diese kaum berührende Hand, die meine Haut fühlbar macht, sie rührt, daß mich wohlig friert in der sengenden Hitze.

    „Wir warten noch Euren Regen ab, er kommt doch, auch hier, oder?“ – „Ja!“ Jetzt, in all dem sichtbaren Sand, diesen gewellten Wüstenbergen erscheint ein Regen irreal. Doch das ists, was passierte, morgens, mittags, abends, das gab uns Zeit, ein Maß für den, der es braucht, es regnete und füllte die Pilgerwannen, große Zinkkübel, die sich als nichthölzern, nichtmenschlich, nicht stählern durch das überplätschernde Wasser auswiesen. Immermal bekam man eine der schwimmenden Schälchen zu fassen, worin sich feste Nahrung befand, ohne daß ich sagen könnte, was genau an fester Nahrung, alles schmeckt nach Sand hier, alles,fühllos und geschmacklos wie blind, taub und stumm, da erwartet man nichts, da ißt man und trinkt und fiebert dem nächsten wohlriechenden Tag entgegen, an dem eine Euphorie-Energie-Welle einen zum Rütteln brächte. Und wenn wieder nicht, so am darauffolgenden Tag oder nochmal später, das ist egal, ein Irgendwann reicht aus im Endlos-Zeithaben.

    „Ja, ich weiß nicht, wann er kommt, weil ich Dir zugehört habe, mit Dir sprach und den Sand sehe, wie Deinen grünen Schleier. Ich kanns nicht sagen, wann, aber ja, es gab erst zweimal Regen heute, das weiß ich.“

    In der Wüste kühlt ein grüner Stoff, sobald der Sand abgefallen. Das Hören und Sehen und Reden ermüdet nach langer Zeit des blinden Schweigens in brummender Stille. „Wir sind Katzenmenschen. Es klingt als würden sie schnurrend das Tor gleich einem riesigen Menschenbein umstreifen.“- „Ja, aber es virbriert nicht und nichts.“

    Mein Kopf nickt eingenickt…“ (mein schatz, ich litt unter migräne den tag, sieh`s mir nach, die wortwahl und sprach…)

    weildes mitm sand hast und glaubst, eh ichs liedlein anklickt`, dacht ich glatt, ich könnts hütle zückn für -fälschlicherweise angenommen:- „deinen vortext“ :
    „Das ist ein beinhartes Protestlied.
    Allerdings richtet sich die Kritik nicht gegen eine bestimmte Gruppe,
    sondern gegen Jederman der sich betroffen fühlt – auch gegen mich selbst.“
    aber s waren des bauers worte, nuja,
    wieder meinen kopf in farbe steck…
    😉

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      1. ein stieräugiger smilie, der in ermangelung ausreichender tastaturkenntnisse (wo gibts einen senkrechten strich auf der tastatur?) als buchstabenbild verbleiben muß…

        aber nun schnapp ich mir nen schnorchel
        für die draußen-regen-realwelt…

        :wave:

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