Fundstücke 34 – Laborente

[Fette Links führen zu englischen Texten]

Diese Woche gibt es ein Schwerpunktthema, doch vorher ein paar Leseempfehlungen, die ich trotzdem noch loswerden muss.

Zweimal wird das Thema Krebs in der NYT thematisiert. Im ersten geht es um eine sehr radikale Behandlungsmethode mit zweifelhaftem Nutzen. Im Nächsten geht es um eine Frau, die Magenkrebs hat und die Geschichte erzählt, wie sie als Feinschmeckerin die Erkrankung erlebt hat.

In Berlin ist eine Partei gegen das „Schulfach ‚Schwul'“, mehr dazu hier.

Ein Nachtrag zur Schweinegrippe, bzw den zur Vorbeugung einer Pandemie eingekauften Impfstoffen. Es gibt weitere Hinweise für einen Zusammenhang zwischen Fällen von Narkolepsie und dem Impfstoff „Pandremix“. Wie, wo und ob der zu finden ist, wird noch erforscht. Viel Material bleibt dafür nicht, denn der nicht benutzte Impfstoff wird verbrannt. Beides zusammengenommen wird wohl wieder Wasser auf die Mühlen der Impfgegner sein, ein Thema, mit dem man sich hier befasst.

Damit geht es nahtlos über zum Schwerpunkt. Wie e2m bereits berichtete wurden einem italienischen Blogger mit von einem Produzenten homöopathischer Mittelchen angedroht ihn zu verklagen. Um das Ende direkt vorweg zu nehmen, das Unternehme wird nicht klagen und hat sich beim Blogger entschuldigt.

Doch von Anfang an. Die Drohung des Unternehmens provozierte einen Streisand Effekt, zu den ersten in der deutschen Bloggosphäre, die darüber berichtet haben, gehörte wohl Esowatch, zumindest habe ich dort zuerst davon gelesen. Dort gab es auch den Hinweis auf das BMJ (Britsh Medical Journal), welches das Thema ebenfalls aufgriff.

Bei der „Behördlekneipe“ findet sich das passende Musikvideo zum Streit. Der „Neuroskeptic“ berichtet in dem Zusammenhang davon, dass er selbst einmal das Bild eines Boironprodukts veröffentlicht habe, ihm jedoch nicht mit Klage gedroht wurde.

Von den bekannteren Wissenschaftsbloggern wurde das Thema natürlich auch dankbar aufgegriffen oder kopiert.

Auch zu Medien, die sich sonst weniger mit Medizin beschäftigen, wie winfuture oder dem Handelsblatt ist das Thema durchgedrungen. Das mag mit der Bedeutung zusammenhängen,  den dieser Missgriff für den Umsatz des Unternehmens haben könnte. Vielen Anwendern mag gar nicht bewusst gewesen sein, dass in der „Medizin“ kein Wirkstoff ist, fast keiner wird wohl gewusst haben, dass auch unverdünntes Oscillococcinum nicht existiert, weil es sich von Anfang an um ein Artefakt gehandelt hat, eine Laborente sozusagen. Die Geschichte ist auch hier nachzulesen.

Einen etwas anderen Blick, einen mit mehr Verständnis für das Unternehmen, hat die Bloggerin „Zenbuffy“ und legt das in ihrem Blog, welcher ebenfalls im BMJ veröffentlicht wurde, dar. Der Autor selbst stellte sich auf Google+ der Diskussion.

Der Vollständigkeit halber noch zwei Hinweise auf Buchstäblich seltsam und den Fellow Passenger, die sich ebenfalls dem Thema widmen.

Wer jetzt noch Lust hat, auf zwei Texte ohne Enten, dem sei die Jagd auf einen Troll und deren Ende empfohlen, sowie der Bericht einer Ghostwriterin für medizinische Texte.

Im Bild der Woche geht es um Pferde.

Die nächsten Fundstücke kommen, wie die letzten von der gewissenhafteren Cassandra

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2 Gedanken zu “Fundstücke 34 – Laborente

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