Fundstücke 36 – Homöosexualität ist heilbar

[Fette Links führen zu englischen Text]

Menschen scheinen nicht gut in der Lage zu sein, Risiken einzuschätzen. So gibt es zwar viele Menschen mit Flugangst, wenige jedoch mit Fahrangst. Schaut man die Statistik an, müsste es anders sein. Nach Fukushima war zu beobachten, wie Mensch sich mit Jodtabletten eindeckten, obwohl dazu kein (objektiver) Grund bestand. Auch beim Impfen hat sich das Verhältnis zwischen gefühltem und realem Risiko umgekehrt. Die Risiken von Impfungen werden über-, die der Erkrankungen unterschätzt. Dazu ist vor einigen Tagen ein Report herausgebracht worden. EsoWatch berichtet darüber und verlinkt den über 600 Seiten starken Bericht. Der Guardian berichtet über eine Studie, die zeigte, dass Menschen, die der Meinung sind, etwas gesundes zu tun, dazu neigen, eher ein Gesundheitsrisiko einzugehen. Zur gleichen Studie hatte ich auch etwas geschrieben

Nun zu einer guten Nachricht für alle Pastafari: Die Religionsgemeinschaft „Kirche des fliegenden Spaghettimonsters“ ist endlich in Deutschland anerkannt. Nun ist es möglich eine religiöse Kopfbedeckung auf einem Führerscheinfoto zu tragen. Viel Aufmerksamkeit bekommt auch eine andere Religionsgemeinschaft mit dem Hang zu merkwürdigen Hüten, weil ihr Regional-Chef eine Reise macht. Vorher hat er offenbar versprochen, oder versprechen lassen, er würde für einen Neonazi beten. Ups!

Vertreter einer anderen Religionsgemeinschaft haben beschlossen, drei Homosexuelle Männer im Iran hinrichten zu lassen. Männer vor diesem Schicksal bewahren möchten nun wieder Ärzte, die sich der Religionsgemeinschaft mit den Hüten zugehörig fühlen. Einer von ihnen gab ein Interview, und erklärte, warum er nichts Falsches daran sehen kann, Männer mit Homöopathie von Homosexualität zu heilen…und viel wirres Zeug mehr:

„Ein katholischer Arzt hat das Wort Gottes auch bei seiner täglichen Arbeit im Ohr und wie Sie wissen werden, ist der heutige Blick auf die Homosexualität eher eindimensional.“

„Ich als homöopathisch arbeitender Arzt vertrete die Auffassung, daß es Möglichkeiten gibt, Homosexualität mit klassischer Homöopathie, aber auch mit Psychotherapie und geistlichen Hilfen zu therapieren. Besonders viele empirisch belastbare Daten gibt es dazu noch nicht oder nicht mehr, aber es liegen Berichte aus Zeiten vor, in denen man noch darüber reden konnte, zum Beispiel vom Entdecker der Homöopathie Dr. Samuel Hahnemann (1755 – 1843). Auch der in Paris lebende Arzt Louis-Bénédict Gallavardin (1875 – 1957) beschrieb vor über hundert Jahren ähnliche Phänomene und Therapiemöglichkeiten von psychischen Erkrankungen.“

„Diese unsachgemäßen Herangehensweisen (Anm:. Berichte in den Medien) führen dann auch zu Formulierungen in Richtung „Kräuterglobuli“. Solche Journalisten sind eben durch die Bank weg keine Experten, die dazu noch ihre Vorurteile haben und sich anmaßen über ein so komplexes Thema wie Homöopathie zu schreiben. Mich jedenfalls hat kein einziger Fachmann befragt. Ich habe den Eindruck, es geht nur darum, Vorurteile zu kultivieren.“

„Ich jedenfalls berufe mich in meinem Denken und Handeln auch auf die Heilige Schrift.“

Zum entspannen George Carlin über Hüte und Religion

Dieser hutaffine Arzt hat wahrscheinlich noch nichts davon gehört, dass Christen Homöopathie gar nicht benutzen dürfen. Denn dabei handelt es sich um Magie oder Hexerei, auf jeden Fall etwas schlechtem, was Gott nicht will. DAs wird u.a. hier erklärt.

Mit Magie geht es weiter, denn in Indien werden Menschen in einer Region, die vom Denguefieber heimgesucht wird, „homöopathische Impfungen“ verkauft. Die GEO hat diese Art von Betrug einmal mehr als „sanfte“ Behandlung bezeichnet und dafür ziemlich Kritik einstecken müssen. Sprachwissenschaftlich zum Beispiel hier.

Und weil ich mich schon unbeliebt machen, verlinke ich noch auf ein Video, dass zeigt, wie Tierärzte versuchen ein Nashorn zu retten, dem eben jenes abgeschnitten wurde, damit man es zu „Medizin“ verarbeiten kann. Es ist Nummer 275 in diesem Jahr, nachdem es 2007 insgesamt 13 waren.

Was auch passieren kann, wenn man etliche sanfte Heilmethoden ausprobiert hat, kann man hier lesen. Über nicht vorhandene Mobilfunkmasten, die Krankheiten auslösen schreibt Chiemgaugemseneier.

In der Piratenpartei wurde ein Antrag diskutiert, in dem es darum ging, Pseudo- und Parawissenschaften keine staatlichen Gelder zukommen zu lassen. Auf den ersten Blick hört sich die Idee gut an, liest man jedoch die Diskussion spricht mehr gegen als für ein solches Vorgehen. Nicht, dass mir noch die Themen zum bloggen ausgehen^^. Ich könnte vielleicht mal über die Frau schreiben, die uns alle daran teilhaben lässt, wie sie ihren Gebärmutterhalskrebs überstehen will:

„Having been diagnosed with cancer for the second time in February 2010, aged 28, Polly embarked on a kick-cancer-butt mission to heal herself naturally using a more holistic natural approach.“

Am Schluss gehen wir der Frage nach, ob Ärztinnen, die besseren Ärzte sind, ob die Ruhrbaron rassistisch sind und wieviel man über Menschen im Netz herausfinden kann, wenn man es wirklich darauf anlegt.

Kein Foto der Woche, dafür der Hinweis auf die Fotoserie „Death for 50 rupees“ von Enrico Fabian. Sie zeigt Abhängige in Indien, die Medikamente missbrauchen und wie leicht so daran heran kommen.

Die nächsten Fundstücke kommen von wieder Cassandra.

Wie KalleWirsch aus der Freitag-Community uns informiert uns, distanziert sich die Bundesärztekammer von den katholischen Kollegen.

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3 Gedanken zu “Fundstücke 36 – Homöosexualität ist heilbar

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