Repost – Döhring Empörung: Wo man Hass säät

[Diesen Text schrieb ich im letzten Jahr am 23.09.2010, als Reaktion auf einen Text des Staatsrechtlers Karl Döhring in der FAZ. Der Text ist unten verlinkt.]

In den Artikeln über den Islam in Deutschland, ach was den Islam überhaupt kommt erstaunlicherweise ein Gedanke zu kurz, den zu beachten dringend geboten wäre. Es geht um die Frage, ob es überhaupt Sinn ergibt, was die Autoren verschiedener Text da so von sich geben.

Karl Döhring ist zum Beispiel in die Fänge der FAZ geraten und muss gezwungen worden sein, einen Gefälligkeitsartikel zu schreiben. Anders ist es nicht zu erklären, dass ein Rechtswissenschaftler Worte so aufeinander stapelt, wie ein Zweijähriger Bauklötze. Das Alter wäre vielleicht eine Erklärung, aber doch keine Entschuldigung.

Herr Döhring möchte uns darlegen, warum islamischer Religionsunterricht gegen die Verfassung verstößt. „Oha starker Tobak“, wird da der Eine oder Andere sagen, „diese Islamisten schrecken auch vor nix zurück!“
Schauen wir mal.

Also Religion, so Döhring kann man rational oder werbend mitteilen. Das leuchtet ein. Aber weil es um den Islam geht, folgen im nächsten Absatz Marxismus und Nationalsozialismus. In welchem Zusammenhang? Na, es geht um den Islam, da pfeifen wir doch auf Zusammenhänge.

„Auch Mischformen können angeboten werden.“

Mischformen, so wie ein Volvo mit Raketenwerfer, der hat dann aktive und passive Sicherheitsfeautures.

Im Folgenden soll es nun um die Frage gehen, ob die konservative und in diesem Sinne irrationale Feinbildvermittlung – der Beweis kann nicht angetreten werden – als Teil der Nachrichtenvermittlung als Medienveranstaltung unbegrenzt zulässig ist oder ob die Dosis der Medikamente erhöhen muss.

Ein Lehrer darf sein Schüler nicht dazu auffordern, die bisherige Gesellschaftsform gewaltsam umzustürzen, nicht mal der Marxismuslehrer(sic!) Und wo wir gerade beim Lehrer sind, lehrt uns Herr G., dass die Freiheit der Lehre nicht von der „Treue zu Verfassung“ entbinde (Artikel 5 Absatz 3). Die Leere im Kopf entbindet dafür von der Treue zur Logik, aber soweit sind wir noch nicht.

„Es ist wohl bisher als selbstverständlich empfunden worden, dass christlicher Religionsunterricht und Religionslehre an deutschen Fakultäten ihre Glaubensüberzeugung ungehemmt verkünden dürfen, gerade auch als Ziel ihrer Lehre es ansahen und es ansehen, Glaubensüberzeugungen zu wecken. Täten diese Lehrer das nicht, müssten sie für ihr Fach als ungeeignet angesehen werden.“

„Wie steht es nun mit islamischem Religionsunterricht und islamischer Hochschullehre? Wenn man ihnen das Missionieren in dem eben beschriebenen Sinne konzediert, ergeben sich schwerwiegende Probleme im Hinblick auf die „Treue zur Verfassung“ im Sinne des Grundgesetzes.“

Zack! Wo die Christen eben noch geworben haben, wird von den Moslems schon missioniert.

E
in Lehrer soll die „freiheitliche demokratische Grundordnung“ schützen, die ist nämlich echt wichtig, deswegen darf man Artikel 1 und Artikel 20 des GG auch nicht ändern.

Wir nähern uns dem Kern.

Herr G. verkündet, eine Religionslehre, die eine Abkehr von der Menschenwürde (Artikel 1 Absatz 1) werbend empfiehlt, verletzt die Treue zur Verfassung. Den eigenen Sohn opfern ist ok, nach Sonnenaufgang nichts mehr zu essen nicht.

Aber Herr G. ist noch nicht fertig, wir werden nun die Menschenwürde näher betrachten. Herr G. sieht es so.

„Nach dem Grundgesetz ergibt sich ihr Inhalt, auch wenn er abstrakt schwer fassbar ist, doch weitgehend aus den einzelnen Wertvorstellungen, die das Grundgesetz betont, etwa aus dem Gedanken und dem Charakter des Persönlichkeitsschutzes, der Eigentumsordnung, des Toleranzgebots, des Gleichheitssatzes oder der Religionsfreiheit, um nur wesentliche Werte zu nennen.“

Wenn die Menschenwürde u.a. über die Religionsfreiheit definiert ist und es christlichen Religionsunterricht an deutschen Schulen gibt, dieser also scheinbar zu Religionsfreiheit gehört, wird dieser Teil der Menschenwürde anderer Religionsgemeinschaften geringer geschätzt, ergo ihre Menschenwürde. Von der Gleichbehandlung schweigen wir hier lieber. Das darf man aber nicht, sagt Döhring selber (Art. 1 Abs. 1) Punkt.

Der Staat muss die Verfassung brechen, damit der Moslem Treu zu Ihr steht.

Der Text geht noch weiter, ich möchte hier aufhören (–>Menschenwürde). Ich habe nur noch zwei Fragen:

Wie hielten es die Nonnen mit dem GG, als sie Heimkinder selig prügelten?

Welche Würde schützt der Papst, wenn er davor warnt, Kondome schützten nicht vor HIV?

Und noch eine Idee:

Vielleicht bekommen Christenkinder Islamunterricht und Moslemkinder Christenunterricht, der Gott ist ja ohnehin derselbe und vielleicht bleiben mir dann im Alter solche Artikel in der FAZ erspart.

e2m half mit, bedankt.

Ganz ausdrücklich empfehle ich den Kommentar von e2m.

Nachtrag 14.11.2011

Diskussion um und Kritik am Text finden sich auf freitag.de

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