Wer ist Gauck?

Posted on 27. Februar 2012 von

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Neulich in der Kneipe nach dem Scienceslam fragte mich ein Freund, was ich zu Griechenland zu sagen hätte.

„Nix“

– ? –

Das war nie meine Art, denn eigentlich hatte ich zu allem etwas zu sagen. Und meist schaffe ich es, eine andere Position einzunehmen als mein Gegenüber, gerade wenn es um Politik geht. Das hatte auch damit zu tun, dass ich dafür gesorgt habe, solide auf dem Laufenden zu sein. Ich war unter Altersgenossen (das sind die ohne Interesse für Politik) meist in der Lage mit meinem Wissen zu beeindrucken.

Neulich nicht. Ich habe mit den Schultern gezuckt, einen Schluck getrunken und erklärt, ich hätte kein Interesse am Geschehen in Griechenland, da ich daran ohnehin nichts ändern könne, außerdem ginge es nur um Geld (was ein Grieche, der dieses Geld nicht hat, anders sehen wird). Der Widerspruch kam sofort, war berechtigt und am Ende fasste ich meine Meinung zusammen:

Ich glaube, da läuft eine große Schweinerei, ohne für diese Meinung belege zu haben.

Nach diesem Gespräch fragte ich mich: „Wer hat nur aus mir diesen Schluffi gemacht“. Mutti! Und Schröder. Schröder hat gute Vorarbeit geleistet, als er meine Stimme nahm und daraus, neben vielem anderem, Hartz IV zimmerte. Aber Mutti hat den Sack zu gemacht. Seit Schröder mit Putin Demokratie spielt, wird durchregiert, viel Amplitude ist da nicht drin und wirklich reiben kann man sich auch an nix. Außer an ihrer Politik. Urban Priol schafft es noch, mit der Imitation der Ihren, ein leichtes Zucken meiner Mundwinkel zu erreichen. Sonst ist da für mich nix mehr. Ich bin emotional nicht mehr involviert und darum nicht mehr informiert.

Deswegen weiß ich auch nicht, was ich von Herrn Gauck halten soll. Von der CSU habe ich erfahren, er sein nicht verheiratet und dass man das ändern müsse, bevor er ins Schloss ziehe. Sind das die Väter die den Freunden ihrer Töchter und ihren Töchtern ein gemeinsames Zimmer verwehren, wenn sie Weihnachten nach Hause kommen, obwohl sie schon zusammen wohnen?

Irgendwas war noch mit Sarrazin, wobei Retrospektiv niemand der sich zum dem Buch geäußert hat gut dabei herausgekommen ist. Es hat Menschlichkeit aufgesogen, wie ein Schwarzes Loch Masse.

Und Hartz IV findet er auch nicht schlecht, habe ich gehört. Oder war das eines der Zitate, die aus dem Zusammenhang gerissen worden sind? Auf Twitter. Jedem Bundespräsident sein Twittergewitter. Besser vor dem Amtsantritt als danach. Achso, Hartz IV. Hat er sich denn schon zum Hartz IV für Bundespräsidenten geäußert? Diese 200 000,- Euro Ehrensold. Weil es so schwer ist repräsentativ zu sein, man ruiniert sich wirklich die Knochen, danach ist man für nichts mehr zu gebrauchen. Vorher allerdings auch nicht, sonst wäre man nicht Bundespräsident geworden. Nicht wahr Herr Wulff?

Eins weiß ich noch, aus meiner Zeit vor der großen politischen Dunkelheit in meinem Kopf. Herr Gauck, so wurde es auch Gestern wieder betont, sei Bürgerrechtler und das sei ja schon mal gut. Gut ja, Menschenrechtler wäre aber besser.

Posted in: Gedanken, Subjektiv