Die Osterbotschaft

war immer fester Bestandteil meines Lebens. Weil, ein paar Steinwürfe von dem Ort entfernt aufgewachsen, wo sie segensreich urbi et orbi verkündet wird, so etwas einfach in Fleisch und Blut übergehen kann.

Später wurde mir klar, dass der Genius an einem Locus residiert, der außen verspricht, was er innen hält: Ein gigantisches, marmorgewordenes Trompe-l’Oeil. Man erreicht ihn vom Tiber aus, immer leicht bergan, über die überbreite Via della Conciliazione und wird auf der Piazza San Pietro von 284 Säulen nebst 140 Statuen, auf zwei halbrunde Flügel verteilt, umfangen.  Der Obelisk in der Mitte steht noch einmal auf einer planen Ebene, bevor es wieder bergauf und schließlich über Stufen zu den Portalen der Basilika geht; die seitlichen Säulenreihen springen in einem Knick zurück, um, ganz theatrum mundi, den Sakralbau noch einmal zu überhöhen. Bernini hatte den idealen Vorraum zu den geweihten Hallen geschaffen. Der dreißigjährige Krieg war kaum vorüber und sein Auftraggeber, der Bankierssohn Alexander VII. Chigi wird sich gedacht haben: Quod licet bovi, dem vierzehnten Ludwig in Versailles, muss erst recht dem Stellvertreter Gottes auf Erden zustehen.

Beim Heranwachsen spielen solche Dinge natürlich keine Rolle. Besonders im katholischen Rom nicht für ein lutherisches Kind, das sein spirituelles Fundament in der spät-wilhelminischen  Christuskirche auf der „anderen Seite des Tibers“ erhielt. Religionsunterricht, Konfirmation und der Karfreitag spielten sich in dem für römische Verhältnisse bescheidenen Bau in einer kleinen Nebenstraße ab. So war auch nicht der Bau der Mittelpunkt meiner Aufmerksamkeit, sondern der Bazar mit den selbstgebackenen „deutschen“ Spezialitäten, den Adventskränzen zu Weihnachten, den Weidenkätzchen an Ostern, Limonaden und Kuchen, mit denen die Gemeinde ein paar Lire für die gemeinschaftliche Kasse einholte. Er war auch von Italienern gern besucht, denn wo sonst bekam man Lebkuchen zum probieren oder geflochtene Fichtenzweige mit Kerzen darauf? Wicherns Erfindung hatte sich um den Vatikan herum noch nicht durchgesetzt. Wie Osterlämmer aus Bisquitteig etwas Exotisches waren in dem Land, wo die Colomba aus Hefeteig mit kandierten Früchten  süßes Sinnbild für die Pasqua ist. Dankbar bin ich dem Pastor heute noch, dass er uns von der Schulband einen Kellerraum unter dem Altar überließ, um zu proben; er war der einzige gewesen, der, wenn auch seufzend, dem elektrisch verzerrten Jugendlärm einen Spielplatz geboten hatte.

Die Glocken von Sankt Peter waren nicht zu überhören. Sie riefen auch mich, eines Ostern, als die Liturgie und vor allem die Predigt an dem bewussten Freitag besonders bedrückend gewesen waren. Es war eine unfreundliche, bleierne Zeit: Angeblich hatten Rotbrigatisten ein Attentat auf die deutsche Schule angedroht gehabt, vor dem Haupteingang stand seit Monaten  ein Panzerwagen, das Gelände war mit Stacheldrahtverhau auf den Grundstücksmauern gesichert. Wenn jemand Besserung versprach, und das für die Stadt und das gesamte Erdenrund, so hörte man ihm zu. Dann ging man zu ihm hin. Und mit mir tausende von Menschen, festlich gekleidet. Die Frauen mit Kopftuch, das allmählich vom traditionellen Kleidungsstück zum modischen Accessoire, genannt Foulard, wurde; die Männer im feierlichen Anzug und Ernst. Die Via della Conciliazione hinauf bis zum Obelisken, den Blick fest auf die Benediktionsloggia gerichtet, umgeben von Säulen, die wie ein Schutz nach außen wirkten und Geborgenheit versprachen. Paul VI. war kein emphatischer Prediger, an seine Worte kann ich mich nur noch schemenhaft erinnern. Auch war mir noch nicht klar, dass in dieser Zeit viele Menschen von dem Konzilspapst weitere Fingerzeige für die Zukunft erwarteten; hier, auf dem Platz, auf dem ich stand. Aber das kollektive Aufseufzen, die Bewegung , die ganz von innen kam, bei dem Wort Hoffnung, brannte sich mir ein. Wie die Gelöstheit danach, eine berührbare Freude an einem sonnigen Tag der Milde.

[Hier lasse ich meinen Blog von vor 2 Jahren enden. Denn die Endaussage von damals klingt pessimistisch und ist angesichts dessen, was ich danach zur Kenntnis nehmen durfte, zu optimistisch. Ich las in der Zwischenzeit von einem hohen Bundesbänker und ehemaligen maßgeblichen Beamten der Bundesrepublik Deutschland: „Ich bin kein Rassist“, nachdem er von genetischen Sonderheiten von Muslimen gesprochen hatte, die eine Integration verhindere; nicht ohne zu erwähnen, dass sich „alle Juden ein Gen“ teilen würden. Und ich las jüngst von einem Medientreibenden: „Über die Jahrhunderte der Diaspora hat sich bei Juden – und ich sag jetzt bewußt Juden und nicht Israelis – ein fast schizophrener Verfolgungswahn entwickelt.“ Der Kritik daran als „engstirnig, einseitig und unbedarft“ hat abtropfen lassen.

Und denke daran, dass jener misanthrope Heinrich von Treitschke -hoher Beamter und Publizist, der seine Verachtung für alles außerhalb des eigenen Kanons, für die Regierungen der nichtpreußischen Staaten, Frauen, Sozialisten, Katholiken, Polen zum Ausdruck brachte- mit seinem 1879 erschienen „Die Juden sind unser Unglück“ (1880 noch einmal in der Sammlung Ein Wort über unser Judenthum veröffentlicht) einer der geistigen Wegbereiter größter Menschheitsverbrechen war: „Über die Nationalfehler der Deutschen, der Franzosen und aller anderen Völker durfte Jedermann ungescheut das Härteste sagen; wer sich aber unterstand über irgend eine unleugbare Schwäche des jüdischen Charakters gerecht und maßvoll zu reden, ward sofort fast von der gesammten Presse als Barbar und Religionsverfolger gebrandmarkt.“ 50 Jahre später kopiert von der medientreibenden Bestie Streicher, die die Parole dem Stürmer voranstellte.

Der Glaube, Aufklärung oder wenigstens der etwas andere Blick auf die Wirklichkeit könnte dienen, Menschenverachtung auf sich selbst zu reduzieren, hat sich mir als Wunschtraum erwiesen. Es geht heute viel schneller. Morgen, den 8. April 2012, werde ich das TV einschalten und schauen, ob in Rom noch die Sonne scheint: Über der Basilika am Petersplatz, dem Haupttempel im Ghetto, über der Moschee an der Acqua Acetosa. e2m]

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4 Gedanken zu “Die Osterbotschaft

  1. re subjektiv (natürlich inspiriert von Ihrem Gründonnerstag, Mr Ed ;-) , sorry… aber vielleicht, bei aller Fäkalie in Meta versetzt : auch mal drüber grübeln? … habs nicht so mit Besinnlichkeit, aber, wenn schon sinnierend

    Carr Freitag

    Endlich NichtMiteinanderMüssen

    Hätte ich den Carr nicht ver-altpapiert,
    Könnt ich nun
    Den Carr rankarren und …

    …der Überschrift gerecht werden…

    Irgendwie und eigentlich und vielleicht und möglicherweise und in etwa und annähernd und …
    würd ich der Szenerie einen Cartoon schenken, doch das kann ich nicht,
    wie schon den Carr nicht verfremdend zitieren und dem Grass kein gutes Haar an seinem Text lassen, er ist nunmal schlecht geschrieben, wie Carrs ebenso und alle Grote-Texte…

    S., ebenfalls nicht sonderlich textgewandt hatte Sex mit letzterem Schreiberling, was ihr, nach dem Öffnen der süßen Äuglein furchtbar unangenehm aufpiepste, da der Herr augenscheinlich weder Schwanz noch Hand, noch Finger besitzt und im Maul ausschließlich Zigarren duldet.

    Mit wem/was hab ich denn da so wild abgevögelt? -fragt sich Männchen- wie Weibchenschaft. Nicht zum ersten Mal seit Erscheinen des Herrn , doch in einer Art Strohhalmzerrerei, die recht gesegnet nun zum Bettkantenendschubs führen soll.

    Herr Grote beschrieb sich rechtswidrig ja stets als Schwanz-/Hand-/Finger-/Zunge-/Hirn-Besitzer. Hirn dürfen weder Mann noch Frau diesem Herrn absprechen, das gehört sich nicht, aber die fehlenden Finger nebst Fertigkeiten und all dem anderen Zubehör, was fehlt, das könnt man rossig als Reiter benennen oder beritten als Roß.

    Endlich hat diese Laus einen ausbaufähigen Falschsatz gebracht, endlich ist sie loszuwerden.

    Dem armen Heinrich tat ich meine Erkenntnis kund, daß Männer und Frauen genderscheinbar ihre Blasen unterschiedlich motiviert entleerten , Männern ginge es um den kräftigen Strahl, Frauen ums Erleichtern .

    So kam nun der grot`sche Fehlsatz einigen abschlagenden und abgeschlagenen Männern zupaß, die nach dem frühen Morgenstrahl den ganzen Abend bis in die späte Nacht hinein nicht aufhören konnten, kraftvoll zu pissen. Keine Beinpinkelei, nein, nein, es mußte ein jeder Strahl als DER Strahl, als der ultimative Endsiegstrahl über den schwanzlosen Weibchenabsahner gepullert werden.

    Ja, pullern, so hieß das früher bei uns, also, das, wo mann/frau heute „pinkeln gehen“ zu sagt. Eingeklemmte Schwänze hießen demnach eingeklemmte Puller, irgendwie gabs zum männlichen wie weiblichen Pullern eben nur den männlichen Puller als Austrittswunde, was solls.

    Nun also, dem pullerlosen Blender endlich nen Hammer zeigen, also …
    den am Morgen, den am Abend, dem ganzen Land am End, DEN Hammer, den kräftigst-strahlenden Puller, den es im näheren Umkreis zu finden gibt. Hände besitzt so ein Pullermann, Finger, eine Genießerzunge zudem und natürlich Hirn, jawohl, wahnsinnig viel Hirn, derart irre viel Hirn, daß verschmolzen mit dem rechtsgültig stärksten Puller mann diesen Falschaussagentreffer im Kerker versenken kann. Drei Monate gibts für falsche Sätze und freche Inbesitznahme von Fremdbesitz.

    Hand in Hand gehen ungevögelte Täubchen mit rechtsnormwilligen Pullermännern den Hafen ab, reißen Segel in Fetzen und urinieren auf blankgewichste Planken.

    Kein Tröpfeln nirgens…

    Aus dem Unterwasser tauchen Dünnbrettbohrer an die sonnenspiegelnde Oberfläche. Entern lohnt nicht, versenken muß mann die Kähne, die unter falscher Flagge, wenn auch nicht gehißt vom Segelnden, die Ozeane der Lebenslust abschipperten, ohne auch nur einen guten Fang.
    „Das Boot“ brüllt da einer und ein Anderer erweitert : Ja, und bald kommen Kinder an die Macht. Sie bohren sich nen Wolf. Das Schafsfell unter Wasser wird schwerer und schwerer, vollgesogen mit eiskaltem Wasser.

    Der Grote steht an Deck und leert leere Wasserflaschen. Das Plätschern und die Kälte üben Druck aus. Bohrend entleeren sich Blasen. Im Wasser ist mann mensch und darf mensch sein. Da tröpfelts und blubberts,da strahlts sanft und aalts glatt, da im grüngelben Hafenteich, da läßt sichs vergeben, das Schwanzlose, fehlender Finger,fehlendes Hirn nebst Schmalz.
    Warum versenken lieber Pullermann, fragt sich der badende Teil der Gemeinde, erfrischt doch und am End kannste pinkeln wie Dir der Schwanz gewachst is und wennde keinen hast, ists eh egal, es erleichtert. Tauch n bisgen unter Pullermann und Du wirsts fühlen.

    Die Sache mit dem „Größten“ ist meist recht harmlos und flink zu regeln, bleiben am Ende nur die betrogenen Weibchen. Kein Puller der Welt kann aufwiegen, was irrtümliches „Nur“-Onanieren in die Schale wirft. Müde Äuglein suchen den eigenen Leib ab und fuchteln bettelnd, wahlweise bittend, betend mit existenten Händen gen Himmel. „Warum hast Du mir das angetan, ich habs von einem Bekannten erfahrn…“ usw, nein, nicht usw.

    Es ist existenzbedrohend, gevögelt zu haben mit einem Gegenüber ohne Vögelinventar, ebenso wie das Rauchen, es kann tödlich enden, das steht auf jeder Packung. Fürs Vögeln, für nen Brainfuck gibts solche Aufdrucke ebenso. Getarnt als „advertising“ zum Beispiel für Augentropfen oder für eine Ausbildung, wahlweise ein Studium in der Kommunikationsbranche – bei der Telekom. Überall steht dran : Blond, kurzbehost/-berockt kann suchen und finden, meist eben mit dem Beisatz „nur solange der Vorrat reicht“.

    Frau mit Hirn könnte argwöhnen, daß nie auch nur der Kleinste vorrätig wäre, daß allein der eigne Hirnschmalz einem zu den Ohren herausquillt, wenns grad arg aufregend sich regt. Und… Frau hat ja Hände und Finger und Zunge und … gut, keinen Schwanz, aber der war ja offensichtlich nicht nötig, wenn Frau sich von jemand finger-/zungen-/schwanzlosen gefickt fühlt. Eben, gefickt… Warum wird „verarscht“ immer als „gefickt“ verwendet? Also ehrlich, dann möcht ich manchmal,immermal,öftermal und grad „richtig doll“ verarscht werden.

    Wenn die Schusterinnen zu ihren Leisten zurückkehren, statt unstatthafte Lasten abtragen zu wollen, dann, joa, öhhhm, könnte ein williger Carrleser übers Weglegen der nervtötenden Psalmsprungplatte erkennen, daß er gerne raucht.

    Hey, der Gauloises-Tabak soll wirklich schmecken wie die Filterlosen früher und mann, ich bin ja furrrrrrschtbarrrr versucht, obwohl ich nicht mit Rauchen aufgehört hab , das derzeit gar nicht will. Mir flutets den Gaumen, die Kehle, die Mundhöhle beim Gedanken daran, mir solch ein Päckchen mit „Totbringaufdruck“ und eben auch -ach- würzigem Geschmack dieserart einzuheimsen, es wegzuinhalieren. Uahhh.

    Gut, abgesch(w)ifft.

    http://www.freitag.de/community/blogs/georg-von-grote/guenter-grass—nachgedanken

    Jedenfalls nette Grün-Donnerstagsunterhaltung und ja, sicherlich befriedigend zu sehen, was es eben zu erspähen gab.

    ++++++++

    Diesen Satz:
    Der Glaube, Aufklärung oder wenigstens der etwas andere Blick auf die Wirklichkeit könnte dienen, Menschenverachtung auf sich selbst zu reduzieren…

    hätt ich gern übersetzt. Was soll bei rauskommen und wie solls gehen, dies : Menschenverachtung auf sich selbst reduzieren…?
    Sich selbst verachten, damit is allen anderen geholfen?
    Menschenverachtung auf Menschenverachtung reduzieren? Was wäre dann das , um was reduziert wird?

    Der Grass-Text war nicht gut, eben nicht gut geschrieben,
    die Mundtötungen sind aber real,
    die „Antisemitismuskeule“ ist real und sie wirkt…
    DIES zu verharmlosen gilt als Hauptaufgabe beim „Abarbeiten am Werk“
    durch die Bank und Grote tat das Seinige dazu – mit der Einleitung und dem Abschluß seines Machwerks, alles dazwischen ist Füllsel… – immer beim Herrn…

    1. Mir stellte sich die Frage nach der Satzbedeutung wirklich,
      weil eben „Menschenverachtung“ da als „Person“ auftaucht gewissermaßen, zumindest aber nicht als „Tun“. So müßten Sie nun die „Menschenverachtung“ sein?
      Eigenartig, aber nunja, solche eigenartigen Satzkonstrukte führen doch immermal zu netten Gedankenketten, besser / akademisch / intellektuell Formulierende könntens als „Philosophieren“ titulieren ;-) …

      Ich kopier Dir/Ihnen mal meinen Kommentar bei Rahab -an Sie/Dich dort gerichtet- ein, die etwas um Lesbarkeit/Grammatik editierte Form mit hier noch dem Zusatz, daß es nicht nur „Grote“ gibt sicherlich, einige zuvor gab, einige weitere weiterhin „nützlich“ bleiben . Außerdem der Zusatz, daß nicht alle Printjournalisten des Freitag in dieser Form (plakativ runtergerasselt drunter) arbeiten, das sind die, die nicht rechts in der Spalte auftauchen, die dann nur im Papier zu finden sind und -sicherlich- auf „tragbar“ sich selbst zensieren (müssen) Das ist keine „Verschwörung“ (stheorie), sondern recht üblich, soweit ich weiß. Mann wie Frau muß dann eben nicht durchs „Was die anderen sagen“ rauschen, da die Community den Großteil dieser Arbeit zuträgt schon im Kommentieren. Es ist schlicht eine Zeit- wie wahrscheinlich auch Kostenersparnis ohne irgend „bösen Willen“ oder wie mans sonst bezeichnen mag gegenüber „usern“.

      Ein weiterer Zusatz – gestern abend im Bett dahergesponnen- und unter eben diesem Eintrag hier von Dir/Ihnen sehr passend : (O-Ton in etwa) :
      Weißte, dem Ed muß das immer so vorkommen : Er zieht los, das „Böse in der Welt“ anzugehen, zu bekämpfen eben mit dem ihm zur Verfügung stehenden Mitteln, so ganz rechtschaffen eben ein „Guter“ seiend und dieser Kampf beschmutzt gewissermaßen, das ist eben so, wenn man sich mit Dreck auseinandersetzt, man wird dreckig. Das blöde am Kämpfen fürs Gute ist, daß man dabei das „Böse“ aufsaugt teilweise, es verschafft sich einen Weg hinein in jeden Aufrechten und in Extremsituationen gelangt dies -ja fremde- Böse eben nach außen, wird sichtbar, tobt sich raus gewissermaßen. Danach ist der Gerechte zwar gesäubert etwas, doch bleibt die Tat des Rückschleuderns von Bösem richtung eines habhaft gemacht „Bösen“. Deshalb eben der Vorwurf, die Handlung des Rechtschaffenen beeinflußt zu haben , hin zu „bösem“ Handeln (Wortwahl usw), einzig als Produkt des Gegenüber eben, statt aus der eigenen Seinsweise heraus.
      Und schließlich die Notwendigkeit der Läuterung, eingedrungene Menschenverachtung in Selbstverachtung zu wandeln, also in ein erneutes Aburteilen eines Verhaltens/von Handlungen, die dem „Bösen“ zugerechnet werden können, aber vom Gerechten begangen wurden.Dieses Buße tun ist dann angenehm gestaltet. Mann hat zwar, aber Mann wurd ja auch dazu…usw

      Der Gerechte kann sich gleich drauf wieder sich seinen Weg bahnen und seine Rechtschaffenheit, notfalls mit „Recht schaffen (Recht und Ordnung wiederherstellen)!-Forderungen“ glätten, er ist und bleibt auf dem rechten Wege, wenn auch dies Tun zu Abwegen/Entgleisungen führt immermal, anders ist dieser Kampf eben nicht zu „wuppen“.
      Diese -weiß gar nicht wie bezeichnen- Forderung an Dich/Sie selbst ist, was zu „Lächerlichkeit“ und zu „Machotum“ und weitergehend zu „Urvertreter des Patriarchats“ führt.

      +++

      1
      Es geht wahrscheinlich wirklich ums „Aufräumen“, ob das Ziel die Abwicklung dieser FC ist oder eine Selektion richtung „Brauchbare“ und „Belastende“ und „Hinnehmbare“, Zuschreibungen zur einen oder anderen Gruppe richten sich nach einer Art Zielwegsetzung (wo mag sich „Der Freitag“ verorten?).

      Grote muß für den Job nicht bezahlt werden, er hat Spaß dran, wenn schon sonst keinen. Er kann tun und lassen, was er will, bekommt mal nen Redaktionsanmahner, aber nur, wenn, als Integrationsmittel. Ansonsten reicht es, ihn zu abonieren (ein Großteil der Editierenden des „Freitag“ hockt an seiner Seite), um hier und da aufgestachelte „Belastende“ über die Groteklippe zu schubsen, die Groteklinge springen zu lassen, was immer man da an Bild bemühen mag.

      Das Einzige, was dieser Herr „kann“, eher unfreiwillig als gezielt „in Angriff nehmend“, ist (muß ich ihm zugestehen) die offensichtlichen, plakativ ja zur Schau geschriebenen offenen Wunden der Einzelnen, vor allem der Vielschreiber bzw Dauermitglieder der FC zu erfassen. Grobkörnig, aber zumeist ausreichend, über Geplänkel entlang dieser offen(herzig)gezeigten Rissigkeit , es sich nutzbar zu machen.

      Nicht, was er schreibt, provoziert, sondern die „Unbedarftheit“, mit der er Blogs wie Kommentare produziert. Er darf ja, kann ja, hat ja die Erlaubnis, ganz unprofessionell mit sämtlichen Themen, die diesen/jenen,diese/jene umtreibt , herumzuspielen. Das ist ein netter Status, eben der des „Betrunkene und Kinder sagen meist die „Wahrheit“ “ (ka mehr wie der Spruch real „geht“) Ich leist mir das abends im Bett (wahrscheinlich nervtötend ;-) ) und manchmal springt dabei wirklich eine interessante, weil noch unbedachte Denkrichtung raus, etwas, worauf man nicht kommt, wenn man allzu bedacht denkt bzw sich äußert.

      Grote mag sich real als der Narr verstehen, der hie und da Könige/Fürsten, wen immer auf „neue, kluge Gedanken“ bringt. Grotes Text+Kommentarstrang läßt sich als „Anzeiger“ zum Glattschleifen von Texten nutzen, also vorab Glattschleifen, vor einer (breiten) Veröffentlichung.Da kann mensch, wahlweise Augstein sich dann ausm Fenster lehnen, nicht-mainstream-konform und nachdem festgelegt wurd, was öffentlichkeitswirksam untergebracht werden soll (ohne Interesse am Gegenstand, wenn nicht „Umsatz“ vorab als solcher benannt wurde ) , kann geschliffen werden, daß umschifft wird, was immer real schädigend sich aus solchem „Ausm Fensterlehnen“ resultierte.

      So reicht es nun, daß Augstein keine „unglückliche Wortwahl“ „passierte“ bei Spon, die von Grote im „Material-Liefer-Blog“ wurd nebensächlich. Zudem konnten sich einige Leute / Blogger in ihrer Rechtschaffenheit wiedermal „nen lächerlich machenden Wolf schreiben“, dessen Fell an ihnen für eine Weile haften bleibt, egal, was sie sonst so -„fundiert“- im Weiteren von sich geben. Ob angestellt oder „Gelegenheit beim Schopfe packen/wahrnehmen“, egal, Grote ist nützlich.

      2
      „Schizophrener Verfolgungswahn“ …
      Es ist wieder, vielleicht auch weiterhin (nur etwas offener) „medizinische Praxis“ , „Schizophrenie“ zu diagnostizieren . Also inform von „schizophrene XY“, da die pure Diagnose „soodersogeartete Schizophrenie“ Verlaufskurven folgt, also es gibt eine kleine Anzahl von Grundverlaufskurven, die zur Diagnosestellung herangezogen werden und zumindest punktuell mit der Biographie des „Zubehandelnden“ gedeckt
      aufgefunden werden müssen…

      Bei „schizophrenem xy“ ist das nicht so zwingend, da keine „Reinform“, nur eine Tendenz zu… ausgemacht werden kann/muß. „Schizophrene…“ bedeutet dann schlicht, daß mit „therapeutischen“ (außer Verhaltentraining-) Maßnahmen da nicht viel zu „helfen“ ist, da bedarfs eben verschiedenster Medikation, um die Speerspitze des akuten Leidens zu mindern, auf daß an den psychischen Ursachen, so auffindbar gearbeitet werden kann, neurologische/ physische „Defizite“ abmedikamentisieren, um dann die Psyche/Seele auf Vordermann bringen zu können.

      „Schizophrene XY“ kriegst beim kleinsten Husten diagnostiziert (HUsten hinkt, paßt nicht, aber ich nehms jetzt mal so). Es ist ne nette „Totschlagdiagnose“ und ersteinmal eben recht zügig zu „behandeln“. Sie ist ein gesellschaftliches, politisches und ökonomisches „Mittel der Wahl“ bzw eine „Diagnose der Wahl“.

      So -möglicherweise- unbedarft der Grote sie dort „den Juden“ anstempelte, so passierts jedem/jeder kleinen Hanswurst oder Klarakäse beständig ebenso, ob deutscher Hanswurst, französische Klarakäse oder britischer oder amerikanischer oder oder „Heimatszuordnung“, egal.

      Merdeister kann auch das wissen bzw, dies ihm nicht entgangen sein, wie aber eben vielen, die jetzt auf dieser „Fehldiagnose“ (wenn, müßte sie aus dem Traumaspektrum kommen, also „Ursachen“ haben) rumreiten, ebenso klarsein im Sinne von „mal mitbekommen haben, mal lesend drüber gestolpert oder oder“.

      Augstein will auch nur „seine Ruhe“, in „Ruhe“ Journalist sein, Gärtner, ka, nettes Wohnen-Besitzer, Nettes Leben-Habender usw usf, nur seine Ruhe haben, in Ruhe sich pflegen, also eben das, was er sein will, wie er leben will usw.
      Das ist normal und verbreitet, oder?
      Der Grote will sowas auch „nur“, daher der Gleichklang in Einleitung und Abschluß des Machwerks, Das wollen beide: „das neue freie Deutschland ….. aus den sich selbst auferlegten Fesseln gelöst.“ …. „Nein! Da spielen wir nicht mehr mit!
      Grass hat nun den Anfang gemacht. Wir sollten mitmachen!“

      Also die Ruhe der Freiheit in zwei Richtungen : In Ruhe gelassen werden und Ruhe gefährden dürfend, um der eigenen Ruhe willen… Sehr verständlich oder? ;-) …

      Läßt sich das auch diagnostizieren? Ja, sicher! ;-) (Ich bin selbst irgendwie zu stark ab von „Psychologie“, hab eine regelrechte „Allergie“ dagegen entwickelt (hat mir zu nicht unerheblichem Maße meinen letzten Job gekostet ;-) ) , sodaß ich einen sicherlich noch verschütteten, aber vorhandenen Fundus an „Wissen“ in diese Richtung nicht abrufbar habe, aber es gibt bestimmt viele, die da gut was werfen könnten, müssen nichtmal „Professionelle“ sein, „Psychologie“ ist die nun allseits anerkannte Religion, gleich einer Amtssprache, die lauter Nebensprech duldet.

      Soll sagen : Wenn es einen Aufreger um dies Sätzchen unter allem Umständen zu etablieren gilt hier in dem Blog, dann würd ich drum bitten, die allgemeine(„politische“), teils umgangssprachliche(gesellschaftliche), wie aber eben auch psychatrisch angewendete(„medizinische“) Stigmatisierung in sämtlichen (eher westlichen) Demokratiien zu besprechen…

      Ich weiß, ich verwende immerzu „Begriffe“ fehl, bzw ordne sie fehl zu, so auch hier mit politisch, gesellschaftlich und all diesen „Ausdifferenzierungen“, es ist mir eben nicht allzu wichtig -ein Makel sicherlich ;-) – Dennoch hoffe ich, „rübergebracht“ zu haben, worum es mir geht dabei.

      (Diese Wahrnehmung führte zu nem recht lockeren „Ausspucken“ des Textes, den ich Dir kommentierend einkopiert hatte, denn zu guter Letzt bleibt von der Grote-Diskussion nicht viel mehr übrig, als das ;-) … Ich hätt mir mehr „Biß“ gewünscht von mir, aber dazu fehlte es an „Wut“, war nicht genug da eben (mehr) )

      LG
      Jana

      +++

      Nun schreib ich lieber
      „Geschichten“ wieder,

      grüße lieb und artig,
      knicks
      und verabschiede mich,
      versprochen !
      ;-)

      jana

      1. Auch weiterhin werde ich keine Deutung geben, und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Du das verstehst.

        Dass ein Journalist ein Agent Provocateur sein kann, ist keine Frage, sondern selbstverständlich. Von wem, habe ich mir auch gestellt, aber die von Dir aufgeworfene Assoziation ziemlich schnell verworfen. Es wäre schlicht inkonsequent. Zudem halte ich mich gerade im online-Bereich (weiterhin) an rfc1855. Darin heißt es u.a.: „Do not blame the system administrator for the behavior of the system users.” Und: “Assume that individuals speak for themselves, and what they say does not represent their organization (unless stated explicitly).” Da Spekulationen, zudem solche ad personam, nicht das Meine sind, bleibt es vorerst nur bei dem Befund, dass da jemand nur in eigener Sache unterwegs ist.

        Die eigene Sache ist gleichzeitig etwas, was ganz deutlich Grenzen des online-Mediums (und damit implizit der rfc1855) aufzeigt: Die Normenkollision. Landläufig wird § 130 StGB als eine Strafnorm kolportiert, die sich gegen Neonazis und ihre Lügen wenden würde. Tatsächlich sollte die Synopsis der Vorschrift beachtet werden, die ich hier, hier und hier verlinke. Daraus mag sich ergeben, dass sich aus der „Natur der Sache“ die Begehung typischerweise einer bestimmten Gruppe zuschreiben ließe. Die Fassung des Wortlautes hingegen ist (bis auf die Absätze III ff.) in dieser Hinsicht „blind“. Die Frage, die die Gerichte denn auch tatsächlich beschäftigt, ist die Grenzziehung zwischen der Meinungsfreiheit ex Art. 5 Absatz I Satz 1 Grundgesetz und der sie begrenzenden Gesetze gemäß Art. 5 Absatz II 1. Alternative GG. Daraus folgt das Spannungsfeld, das einfach ausgedrückt lautet: „Das wird man doch wohl sagen dürfen“ und einem „Nein!“.

        Dieses Spannungsfeld in seiner Gesamtheit zu erfassen, geschweige denn zu durchdringen, damit dürfte etwa eine Forenmoderation überfordert sein. Was bleibt, ist das offenkundige Rezept der „Selbstbeherrschung“. Die Probe aufs Exempel ist dort gegeben, wo die Individualbeleidigung der Kollektivverleumdung (Teil des § 130 StGB regelt genau diesen Sachverhalt) gegenüber gestellt wird. Und es erscheint natürlich, dass einem das eigene Befinden näher ist („ich will nicht als xy bezeichnet werden“) als das einer anderen Gruppe („alle xy sind …). In dem Zusammenhang werde ich mir natürlich die Ergebnisse des Panels „The Rule of Law and the Internet: Is the online world different from the offline world?” zu Gemüte führen.

        Bedeutet es aber automatisch, wie Du es unterstellst, das aufzuzeigen einen „Don-Quijotismus“? Nun, Du selbst hast fein herausgearbeitet, was Stigmatisierung bedeutet und dass Du diesbezüglich einen ziemlich aufrechten Gang geübt hast. In Bezug auf andere Menschen nenne ich so etwas, ganz einfach: Solidarität. Wo Menschen aufgrund angedichteter psychischer Befindlichkeiten zum Maßstab vorgeblich rationaler Entscheidungen gemacht werden, ist sie nicht überflüssig.

        Sollte ich Passagen Deines Kommentars nicht in die vorliegenden Zeilen einbezogen haben, so bedeutet es nicht, dass ich mit ihnen einverstanden wäre.

        Beste Grüße, e2m

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