Master in Esoterik

Posted on 28. April 2012 von

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Sich zu irren gehört zum Erkenntnisprozess in der Wissenschaft und wer sich nicht irrt, der irrt ohne es zu merken. Wenn man einen offensichtlich falschen Sachverhalt nicht als solchen erkennt, kann man sich nicht den Dingen zuwenden, die sich aus der Erkenntnis ergeben, sich geirrt zu haben.

Sich nicht zu irren gehört zur Daseinsvorsorge von Alternativmedizin und Esoterik. Nur so ist die an der Viadrina veröffentlichte Masterarbeit mit dem Titel „Der Kozyrev-Spiegel in der Praxis“ zu erklären. Sowohl Esowatch als auch Joseph Kuhn von den ScienceBlogs setzen sich mit ihr auseinander und erklären, warum es sich dabei um eine Farce handelt.

Mich hat das Ganze nochmal auf die geplante Hochschule für Homöopathie in Traunstein gebracht. Einmal angenommen, diese sollte es eines Tages wirklich geben, was wird dann dort erforscht? Homöopathie. Kann diese Forschung ergebnisoffen sein? Eher nicht, denn würde die Hochschule zeigen, dass Homöopathie nicht wirkt, verlöre sie ihre Existenzgrundlage, ihre Daseinsberechtigung.

Die Forschung einer Homöopathie- oder sonstigen Esoterikhochschule ist der eigenen Daseinsberechtigung verpflichtet. So wie bei jedem esoterischen Lehrgebäude muss sie versuchen dem fragilen Gerüst weitere Streben hinzuzufügen. Keine der vorhandenen Streben wird auf seine Stabilität geprüft.

Update 29.04.12:

Hier ist die Masterarbeit und die Funktion des komischen Spiegels nett zusammengefasst.