Publikumstag – Weltskeptikerkonferenz

Posted on 17. Mai 2012 von

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Skeptiker02

Niemand mag Skeptiker. Sie sind unsympathisch, denn sie machen alles was man mag kaputt. Doch zum Glück gibt es nicht so viele davon. Deswegen machen sie eine Konferenz, wo sie sich treffen und skeptisch sein können. Traditionell wird versucht am Publikumstag die Idee hinter der GWUP und den Skeptikern einem breiteren Publikum näher zu bringen.

Wie bereits geschrieben begann der Publikumstag mit Florian Freistetter und Bernd Harder die über den angeblichen Weltuntergang 2012 aufklärten. Dessen Termin soll durch das Ende des Maya-Kalenders festgelegt werden. Wird er aber nicht, da der Mayakalender einfach von vorne beginnt und die nächsten 5125 Jahre abzählt. Wie Kalender das so machen, zählen. Erzählen tun die Menschen und so hat in den 70ern ein New Age Hippie aus dem Buch eines Wissenschaftlers über den Mayakalender abgeleitet, die Welt würde untergehen. Richtig populär wurde der Mythos mit einem unheimlich schlechten Film mit dem genialen Titel „2012“. Dara o Brain fasst den Film in einem Youtube Video hervorragend zusammen.

Es wird uns auch kein Planet treffen oder streifen und alles Leben auslöschen. Den würde man dann heute bereits mit blossem Auge sehen. Das Ganze ist eine Möglichkeit Geld zu machen, auch die meisten Esoteriker ernähren sich nicht allein von Prana. Auf dem Esoterikmarkt gehen Bücher, die auf 2012 und unser Ende vorbereiten weg wie kostenlose Plätze bei Reikiseminaren. Leider wird der ganze Spuk nicht vorbei sein, wenn der Termin (21.12.12) verstrichen ist, denn einige Protagonisten der Szene sprechen schon nicht mehr vom Weltuntergang, sondern vom neuen Zeitalter. Meine Engelseminarleiterin zum Beispiel sagte, die Energie würde angehoben oder die Schwingungsebene oder so. In jedem Fall neuer und besser als vorher.

Warum Menschen an so etwas glauben, wird auch in diesem Vortrag nicht geklärt, vielleicht sind wir einfach Glaubensmaschinen und wenn was auch immer uns im richtigen (oder falschen) Moment in die Quere kommt, wird geglaubt.

Simsalabim!

Zu versuchen eine Zaubershow, eine skeptische noch dazu, in diesem Rahmen adäquat zu beschreiben ist vermutlich Unsinn und so nutze ich einfach die Gelegenheit, an dieser Stelle auf einen Text des Zauberers zu verweisen. Auch über Unsinn, Unsinn in Schulen: „Edu- Kinaestetik als Pädagogische Wunderwaffe„.

Paul McCartney ist tot

Ein alter Hut vermutlich. Mir war bekannt, dass es eine Verschwörungstheorie um das vorzeitige Ableben des Sängers Paul McCartney und einen ihn ersetzenden Doppelgänger gibt, die Details jedoch waren mir neu. Massimo Polidoro klärte uns darüber auf.

McCartney soll im November 1966 bei einem Autounfall, den ein Fan verursacht haben soll, den Kopf verloren und ums Leben gekommen sein. Weil der Laden (The Beatles) aber gerade so gut lief, wurde er schnell durch einen Doppelgänger ersetzt. Dieser sah nicht nur so aus wie er, er konnte auch so singen und komponieren. Zumindest erzählte das Tom, der Anrufer einer Radioshow in den USA, einige Jahre später. Er habe Hinweise auf den Covern der Beatles-Werke gefunden, die keinen anderen Schluss zuließen. So stelle das Cover von „Abbey Road“ eine Beerdigung dar u.a. weil Paul (oder sein Doppelgänger) keine Schuhe trägt und Tote ohne Schuhe beerdigt werden (Hey! es ist nicht meine Verschwörungstheorie) außerdem hält Paul (?) die Zigarette in der falschen Hand und auf dem Nummernschild des weißen Käfers steht „28 if“. Das bedeutet, Paul wäre zum Zeitpunkt der Aufnahme 28 Jahre alt gewesen, wenn nicht…

In den Songs der Beatles gibt es versteckte Hinweise, auf den Tod von Paul. Zum Beispiel sagt John Lennon auf einer Aufnahme am Ende des Liedes „Paul is dead“ oder etwas in der Art. In der geremasterten Version hört man, was er eigentlich sagt: „Cranberries“. Es gibt viele weitere Hinweise auf den Platten und wer danach sucht, sollte darauf achten, dass man, um sie zu entschlüsseln, die Lieder rückwärts abspielen muss.

Paul McCartney hat die meisten „Hinweise“ mittlerweile erklärt (natürlich hat er das^^).

Am Schluss durfte Mark Benecke noch versuchen dem Publikum skeptisches Denken beizubringen. Das ginge, so erklärte er wieder und wieder, am besten, wenn man wie ein Kind durch die Welt ginge. Nur so könne man Dinge vorurteilsfrei sehen und hinterfragen. Im Alltag ist das allerdings sehr unpraktisch, weil es unheimlich lange dauert, auf diese Methode Entscheidungen zu treffen. Wichtig für ein richtiges Ergebnis sei außerdem die richtige Grundannahme. Benecke der seinen Lebensunterhalt als Kriminalbiologe verdient, nannte als Beispiel Urteilsbegründungen, die in sich vollkommen schlüssig seien, jedoch in sich zusammenfallen, wenn man die Grundannahme ändert. Genau das passierte, als einige Fälle von Todeskandidaten in den USA noch einmal neu aufgerollt und die „Beweise“ mittels DNA-Analyse überprüft wurden. Mehr als 100 Menschen mussten aus den Todeszellen entlassen werden, weil sie nicht die gewesen sein konnten, für die sie in der Zelle saßen*.

Im Vortrag lernten wir auch, dass Tote in Osteuropa zurückkommen, weil sie ihre Familie so sehr lieben, während Geister im Westen eher aus niederen Instinkten zurückkehren. Anhand einiger Bilder erklärte er auch, wieso Menschen auf die Idee kommen, es gäbe lebende Tote. Ganz abwegig ist das nicht, so rutschen zum Beispiel die auf dem Bauch arrangierten Arme zur Seite, wenn sich der Leichnam mit Gas füllt. Wird nach einer gewissen Zeit, aus welchen Gründen auch immer, der Sarg geöffnet sieht es so aus, als hätte der Tote sich bewegt. Über das Phänomen gibt es auch die interessante Folge „Gefährliche Tote“ von Hoaxilla.

*Eigentlich ist das eine Aussage, die mich skeptisch macht, doch ich nehme das mal als argumentum ad verecundiam und erkenne damit Mark Benecke den Titel einer „Autorität“ zu. Herzlichen Glückwunsch!

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