auge blick

Endstation Sensibilität – die Probleme der Schwachen

Der Text, den Helga Hansen via Mädchenmannschaft publiziert hat löst (mal wieder) verschiedene Gefühle aus. In der Diskussion, die ich im Freitag verfolgt habe, zeichnen sich die altbekannten Muster ab. Hier und da gibt es auch Neues, aber im Grunde wird die Schuld an gesellschaftlichen Missständen hin und her geschoben und gerade einige Vertreter des männlichen Geschlechts glänzen mit einem Unterton, der suggeriert: ich bin frustriert.

Frustration ist ja nichts Schlechtes. Also, sie fühlt sich schlecht an, aber sie bietet für sich genommen auch immer einen Perspektivenwechsel. Anstatt aber Texte, wie den von Frau Hansen, als das zu lesen, was sie sind, nämlich als eine Forderung nach mehr Sensibilität im Umgang miteinander, wird wieder Bob gefahren.

Habe ich erwähnt, dass ich letztens im Harz war? Da gab es nämlich eine Bobbahn, an die musste ich gerade denken: es geht ganz schnell nur in eine Richtung, die Landschaft vermischt sich in den Augenwinkeln zu einem grünen Brei und am Ende ist man in erster Linie aufgeregt.
So stelle ich mir das jedenfalls vor. Ich bin noch nie Bob gefahren.

Bevor hier nun weiter gelesen wird: da ich aus meiner (weiblichen) Perspektive schreibe und wert darauf lege, nur von Dingen zu berichten, von denen ich Ahnung habe, könnte der Eindruck entstehen, ich sei voreingenommen. Jede geschlechtsspezifische Zuschreibung kann meinetwegen umgedreht werden – womit ich mich natürlich im Mann-Frau-Dualismus und somit mitten in der Heteronormativität befinde, aber auch ich kann nicht an allen Fronten kämpfen.

Aber, ich bin schon alleine in der Stadt unterwegs gewesen. Ich habe viele Nachtschichten in einer Kneipe verbracht, als Bedienstete, alleine. Darüber habe ich schon oft geschrieben. Ich war, wie so viele andere (Beispielsweise Frauen), oft in Situationen, in denen ich an meine Grenzen kam. Und viel öfter war ich glücklich, dass ich in der Lage bin laut „stopp“ (im Barkeeperinnenfall eher „raus“) zu sagen. Manchmal mischte sich das Glück mit Verwunderung darüber, dass ich trotz meiner Schmächtigkeit ernst genommen wurde. Immer war mir allerdings bewusst, dass jedeR da anders tickt. Dass es Menschen gibt, die nicht in der Lage sind sich durchzusetzen. Grenzen abzustecken.
Womit ich zum Punkt komme: das kann nicht das Problem der Schwachen sein. Das muss das Problem der Wachen werden. Diejenigen, die sich in der Lage sehen, Schwächeren zu helfen, müssen sich sensibilisieren für Situationen, in denen ihre Hilfe gebraucht wird.

Eigentlich ganz einfach.

Zivilcourage nennt sich das. Das weiß ja heutzutage jedes Kind.
Man (Beispielsweise Mann) muss sich aber auch einfach zu benehmen wissen.
Wer (zum Beispiel als Mann) in einer größeren (Männer)gruppe unterwegs ist und eine Frau sieht, die ihm ins Auge fällt, der sollte – sofern er Interesse hat Besagte kennen zu lernen, sich aus der Gruppe entfernen und die Frau alleine ansprechen.
Demjenigen, der aus seiner Crew heraus eine Frau, die alleine unterwegs ist, anquatscht – und sei es noch so lapidar (zum Beispiel mit einem „hallo“) – der nimmt in Kauf, dass sich das Gegenüber unwohl fühlt.

Wenn es weiter geht und es landet eine Hand an einem Hinterm, die da nichts zu suchen hat, dann muss der Mensch, der an der Hand hängt, mit Konsequenzen rechnen. Die können unterschiedlich ausfallen. Ich persönlich halte da ja einige Varianten für gerechtfertigt.
Wohin wollte ich noch gleich? Ach ja, Endstation: Sensibilität.

Mit dem Bob kommt da keineR an. Am besten fährt man mit der Bummelbahn, oder mit dem Fahrrad. Beides bietet den Vorteil, die Landschaft genießen zu können. Das Fahrrad erfordert mehr Anstrengung, gerade an Bergen, aber dafür kann man sich die Haltestellen selber aussuchen.
Alles Klar?

Luzieh mag heute Bilder.
Ich hätte auch über Brücken schreiben können, die wir bauen und betreten müssen, aber das kam mir doch zu abgenutzt vor. Zumal ich persönlich keine Kluften sehe. Ich sehe nur Menschen, die viel zu schnell fahren. Wenig gelassen sind und so vor Lauter Hatz die Ausfahrt verpassen.

Genug Bilder. Fürs erste.
Ich schließe mit Benjamin Franklin:
„Es gibt Augenblicke, in denen man nicht nur sehen, sondern ein Auge zudrücken muss.“

8 Gedanken zu “Endstation Sensibilität – die Probleme der Schwachen

  1. Ich habe lange auf den Mädchenmannschaft – Artikel geschaut, und ich war Irgendwie hin- und her gerissen. Ich bin ein Mann, aber ich habe irgendwie keinen Trieb oder irgend eine miese Gewohnheit, die ich mit mir rumschleppe und die mich Frauen schlecht behandeln lässt. Ein Bekannter meinte mal, ich fühle wie ein Neutrum. Weil ich nicht glotze, grapsche und belästige, so wie „richtige“ Männer das wohl tun.
    Solche Aussagen mag ich nicht, genau so mag ich es aber nicht, wenn ich von den Kriegerinnen der Weiblichkeit in eine Schublade gesteckt werde und mir von Ihnen mitgeteilt wird, wie ich mich zu verhalten habe, obwohl ich mich einfach nicht dran erinnern kann wann ich jemals so zu einer Frau war.
    Ja, ich denke, beiden Seiten fehlt hier ein wenig die Empathie. In einer egoistischen Welt, in der jeder seine Interessen über die der anderen stellt, gibt es eben keine Empathie mehr füreinander. Die Wachen schauen weg, und die Schwachen kommen unter die Räder, weil es scheinbar cool geworden ist, sein persönliches Opfer zu haben. Empfand man früher noch Scham, wenn man einem Menschen zu nahe getreten ist, wird heute noch nachgetreten, um den eigenen Standpunkt zu untermauern und vor anderen nicht wie der Looser dazustehen, der nachgegeben hat. Denn Recht bekommen bedeutet Macht, und ist in dem kurzen Moment eine Wahrheit.
    Naja, ich geb die Hoffnung einfach nicht auf, denn auch am Ende der Bobbahn ist ja vielleicht auch ein Licht?🙂

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    1. Heute Nacht habe ich nochmal über die Bobbahn nachgedacht und mir ist noch was dazu eingefallen. Bobfahrende sind nicht nur sehr schnell und voller Adrenalin am vermeintlichen Ziel, sie sind am Ende ihrer Reise einfach nur am Fuß des Berges. Also am Ausgangspunkt. Aber: von dort aus können sie jeder Zeit zu Fuß eine andere Richtung einschlagen. Das macht Hoffung.

      Der Bekannte, der Dir da diesen Quatsch über „richtige Männer“ erzählt hat, scheint ein fragwürdiges Menschenbild zu haben. Ich fragte mich gerade, wie er sich dann wohl das Verhalten „richtiger Frauen“ vorstellt, damit die beiden zueinander passen…etwas gruselig.

      Es kann an meiner Perspektive liegen, aber ich lese in Texten, wie dem von Helga Hansen, keinen Angriff auf „den Mann“. Schade ist es, wenn es gerade von Menschen, die sich eben nicht wie Idioten verhalten, so aufgefasst wird. Schade, weil wir eigentlich das gleiche wollen und so künstliche Gräben geschaffen,oder vertieft werden, die potentielle MitstreiterInnen zum Rückzug bingen.

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      1. Mich hat das Thema auch nicht losgelassen, irgendwie. War eben einkaufen, vor mir eine Frau an der Kasse, die mich anschaute. Ich schaute Sie auch an und lächelte, wie ich es immer tue. Ist so was schon Belästigung? Ich bin tief verunsichert. Wäre es ein Mann gewesen, hätte ich genauso gehandelt, aber der hätte Aufgrund seines konditionierten Stereotyps nicht an Belästigung gedacht, oder vielleicht doch – ich könnte ja auch ein schwuler Mann sein.
        Eines ist mir definitv klar geworden durch den Mädchenmannschaft-Artikel und den darin vorkommenden Links: Dieses Verhalten ist anerzogen. Junge trägt blaue Kleidung, Mädchen rosa. Jungen spielen Cowboy & Indianer, Mädchen schenken Ihren Puppen Tee ein in ihrer Spielküche.
        Wenn ich mich zurückerinnere – ich weiß das Erinnerungen an die Kindheit immer nur Erinnerungsfragmente sind, in die man viel hineininterpretiert – dann wollte mein Vater nicht, daß ich mit der Puppensammlung meiner Mutter spiele. Das habe ich dann heimlich aber doch getan. Als Kind war man eine gewisse Zeit lang noch frei von solchen Konditionierungen. Doch selbst im Kindergarten, wo ja Pädagogen arbeiten, war die Puppenecke der Mädchen klar von der Klötzchenecke der Jungen abgegrenzt. Das schockiert mich irgendwie, denn Pädagogen sollten es doch besser wissen. Selbst wenn einen die Eltern versuchen, möglichst offen zu erziehen, erzieht das eigene Umfeld einen später um. Als ich später, nach dem Tod meiner Eltern auf die Hauptschule kam, nahm ich eine Zeit lang „typisches“ männliches Verhalten an, weil dort das Faustrecht galt. Dort waren alle Klischees erfüllt: Die kleinen Girlies suchten sich mit gerade mal 14 Jahren irgend welche volljährigen GTI-Proller, jeder nahm so unbewusst schon seine sexistische Rolle ein. Als sensibler Mann galt man schon als Weichei, auch bei den Frauen.
        Also müsste man nicht nur die Erziehung von Seiten der Eltern ändern, sondern auch massiv was am Bildungssystem tun. Wir brauchen überall Gesamtschulen – damit sich Kinder – hoffentlich im positiven Sinne – auch ein wenig gegenseitig zu freien Menschen erziehen und nicht in typisch Frau / Mann Klischees abdriften.
        Der Artikel der Mädchenmannschaft hat mir gut getan. Denn ich habe lange nicht reflektiert, wann ich sexistisch bin und wann nicht. Und der Bekannte – wenn ich über mein verhalten nachdenke, dann kann er das auch. Ich werde ihn da mal im richtigen Moment drauf ansprechen. Denn freiwillig lesen wird er das hier nicht.

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    2. @Markus Schild
      „Ein Bekannter meinte mal, ich fühle wie ein Neutrum. Weil ich nicht glotze, grapsche und belästige, so wie “richtige” Männer das wohl tun.“

      Keine Sorge, du bist ein „richtiger“ Mann. Männer tun das nicht generell. Ich tue das auch nicht. Nur ein Subset der Männer tut das. Dass „alle Männer“ sowas tun, ist nicht die Realität, sondern ein Stereotyp, der gerne von Sexisten reproduziert wird. Oder von Leuten, die zu lange in den falschen Kneipen unterwegs waren.

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  2. immer wieder, immer wieder, immer wieder…..
    dasselbe😉

    @ luzieh (ich versprach, ed-s raum nicht mehr zu betreten, sah nun aber im freitag -wo ich nicht mehr zugegen- , daß Du hier nun auch schreibst, so gehts an Dich -hier)

    mensch ist sehr schnell mit „stark machen!“ (wie immer das allseits ausgeformt laufen soll), wenns um gewalt an kindern geht und wie sie -die kinder- zu schützen wären, richtung „erwachsener menschen“ fällt „sowas“ ( „stark machen!“ (wie immer das allseits ausgeformt laufen soll) ) den leuts irgendwie nie ein .statt dessen wird wehrhaftigkeit angemahnt, sich erwehren, statt des „nöö, mag nicht….nö, mag nicht mit dir… nöö, kein interesse… nöö….“ nein, da muß noch was HINZU. das ist eigenartig, denn bei den kids solls ohne „HINZU“ laufen, die sollen eben einfach sagen können/wollen/dürfen : nöö!… ohne begründung , ohne erziehung des gegenüber, ohne irgendwas…

    als ich vor einigen jahren einen praktikumsplatz suchte, einen neuen „arbeitsort“, wohin ich aus nem bestehenden unzumutbaren „praktikumsplatz“ wechseln wollte, da riet frau mir ab, mal „beim franz“ anzufragen, weil der „franz“ grapscht. niemand in der ganzen gegend , keine überbetriebliche ausbildungsstätte, keine „praktikantenunterbringensstelle“, kein „arbeitsamt“, niemand würde ein mädchen, eine frau dorthinschicken, weil der „franz“ grapscht…
    nunja, meine praktikumsstelle, in der ich noch drei monate hätte zubringen müssen , hatte mal wieder zu ner glatze, zu nem hexenschuß, zu dauerkopfschmerzen, sowie immer wieder einzurenkender wirbelsäule, dauereingeklemmten nerven und „durchdrehen“ geführt, natürlich ohne auch nur einen einzigen tag „krankgeschrieben“ …ich mußte da weg, egal wohin …
    so kam ich zum „franz“ …
    wie das „grapschen“ war? ich finde leider meiner alten eintrag dahingehend grad nicht, eine art „platonische liebeserklärung“ an diesen „franz“😉 …
    natürlich hatte ich zwei hände um meine hüfte, die mich sanft beiseite schoben, wenn der franz hinter mir am ladentresen vorbeimußte. oftmals waren die nicht nötig, die hände, da ich eh auswich. nur, was erstmal natürlich überraschend kam, vielleicht auch mit nem kleinen schreck an nem schlechten tag, ließ sich ganz,ganz einfach auflösen in ein : nee, franz, ich kanns grad nicht ab… einem kopfschütteln, verneinende blicke oderoder… diesem „grapsche-franz“ war es selbstverständlich, daß „nein“ „nein“ ist. es entwickelt sich eine eigenartige „andere sexuelle situation“ miteinander, als wären beide querschnittsgelähmt aus freiem entschluß. ein real liebevoller (auchmal ruppig, der herr kann sehr direkt sein, ich draufhin allerdings auch😉 ) …
    das „grapschen“ ist eine anfrage, selten ists das, ich weiß, aber bei einigen eben ausschließlich das. so behandle ich (außer an schlechten tagen) ALLEs „derartige“ als anfrage, ich unterstelle franzens ungeschmückte sexuelle präsens jedem,jeder, der/die derart auf mich zukommt, oft sogar mit nem „tut mir leid, ich nich…“ und es funktioniert. ich ignoriere aktiv jegliches „machttänzchen“ und nicht wenig folgt auf die kurze irritation eine art „danke“, als gäbe mensch mann nachträglich die erlaubnis, -endlich- schlicht anfragen zu dürfen, um eine antwort zu erhalten. als gäbe mensch „mann“ eine „würde“ (zurück), die mann nicht erlaubt ist (frau übrigens auch nicht) …
    ich fänds ehrlichgesagt viel, viel einfacher, wärs erlaubt (vor allem mann) klar auszudrücken, was da gewollt ist… das gewalttätige des verbalen, auch des nonverbalen , was nichteinmal deinen „intimbereich“ der meinetwegen 60cm radius um dich berührt, resultiert, denke ich zum teil aus allerlei verboten (was nicht gesagt werden darf) und aus der permanenten „marktsituation“.
    „kinder stark machen“ – mir fällt grad nicht ein, was dazu immer alles kommt, aber am end läufts drauf hinaus, daß, wenns den kids gut geht mit sich, gewalttäter -zumindest der subtilen anbahnerart- weniger „chancen“ haben, kindern gewalt anzutun, da diese sich -selbstverständlich,mit einem selbstverständnis- wehren, eben keinen vorausgesetzten opferstatus mit sich herumschleppen…
    okay, hmm.. kinder… dies „starkmachen!“ läuft bis sie -spätestens- 18 sind hmm, dann sindse frei bzw eltern/gesellschaft is frei von der „pflicht“ starkzumachen, aha und denne schlengelts jüngelchen, mädel sich so durchs erwachsenendasein, muß „stark“ sein, abseits vom „gutgehen“… da kommt dis auf dich zu und das und nuja, da gibts denne ja auch nochn arbeitsleben, wo gleich und sofort dies „starkmachen“ beendet werden muß, seingelassen werden muß…
    sagen will (uahh, abkürzen will, da eigendlich nicht recht kopp für hab+abermals machen mag grad): wenn diese elendigen diskussionen sich immer nur um eine art „rechtsrelevant“ , eben als „unrecht“ oder „recht“ deklariert dreht, wie das immer und immer der fall ist, dann läuft in diesen diskussionen immer „nur“ (kann ja gewünscht sein, warum nicht) „beziehungspflege“ der diskutanten aneinander, miteinander. nett wärs halt, wenns denn dann auch offen geschähe, statt „irgendwas übergeordnetes klären zu wollen“ , ein wölkchen, auf dem mal wieder getanzt wird und auf dem alle irgendwie zu irgendnem status kommen, zu nem ort, von dem aus sich wieder woandershin schreiben läßt, sich-verorten, auch, wenn man nirgens anders war zuvor, mal wieder im kreis gehen, meditativ gewissermaßen…
    warum muß festgestellt werden, inwieweit, unter welchen umständen ein „hallo“ von einem mann aus einer gruppe von männern heraustretend gegenüber einer wildfremden frau ein (rechtsrelevanter) übergriff ist?
    in der tankstelle, wo ich drei monate gearbeitet hatte, kam irgendwann abends, kurz vor schluß eine gruppe „araber“ (schreib das mal so allgemein), männer, zwei jüngere, drei mittelalte. hielten an, ohne zu tanken, kamen hinein, schauten sich um…
    ich hatte weniger „eine männergruppe“ vor aufgefühl als eine „überfallgruppe“, nunja, es waren „araber“, die sich auch ständig „arabisch“ austauschten drinnen, ohne mir zu sagen, was sie -so kurz vor tanke-dicht-machen- wollten, wenn nicht tanken…
    am end war ihnen eine scheinwerferbirne durchgeknallt und sie getrauten sich nicht, allzulange so weiterzufahren, weil n auto voller „araber“ mit nur einem scheinwerfer automatisch kontrolliert werden könnte/dürfte/würde! sie hatten keinen bock auf bullen und so haben wir nachts zusammen draußen am auto birnen durchprobiert, weil weder sie, noch ich ahnung hatten, nunja, gefunden, bezahlt und weg, tanke abschließen…
    männergruppe bedeutet „gewalt“, welche art von „gewalt“ hat mit der zusammensetzung der gruppe zu tun…am ungefährlichsten ist eine gruppe von männern, die gemischtes alter und „multikulturell“ daherkommt. am ungefährlichsten, was sexuelle gewalt angeht, scheints manchmal…
    will sagen: feindbilder…besetzte bilder… verbretterte köpfe, mein kopf auch mit den zahllosen einflüssen aus erzählter und auch erlebter gewalt… die GEWALT(phantasie) im kopf endlich loswerden, indem ich so oft es irgend geht voraussetze, als apriori setze, daß meine phantasie (angst) trügt, gemacht, produziert ist, das sie einfach als reizverarbeiteungsregelwerk einen job übernimmt, der normalerweise ne einfache realitätsprüfung sein könnte. was ist da? : ein „hallo“ … „eine hand am hintern“, „hände an den hüften“ usw usf…darauf kann mann/frau doch reagieren, direkt. keine unterstellte gewaltphantasie beim gegenüber, einfach nur reagieren, kein erziehen des gegenüber am vorgestellten „eigendlichen beweggrund“ oderoder.

    mit dem aufruf „zeit nehmen!“ grundsätzlich rennst bei mir offene türen ein. ebenso gelte vielleicht : zeit geben…

    ein bisgen „altes“ zusammengesammelt:
    http://wolfsmilch.blog.de/2012/05/23/frau-nackt-gefoltert-13726223/
    (keine angst, das waren nur „schlagworte“, die irgendwer in „suche“ eingab, was eigenartigerweise zum ersteinkopierten eintrag führte… oder auch nicht „eigenartig“, denn gewissermaßen n kleines „sinnbild“ für all diese fem/gender/sexdiskussionen nebst gewalt damiteinahergehend…

    und gleich steh ich wieder im blumenladen, verkaufe den männlichen meinen körper und den weiblichen ihre (bezahl-)macht😉 …nuja… man verkauft ja sonst nix und von nix kommt nix🙄 …

    früher in der kneipe -ebenfalls alleine- stand immer der tresen zwischen „kundschaft“ und mir, das ist -bleibend- die beste basis für sowas wie „raus!“ oder „versuchs woanders, nicht bei mir“… ein tresen ist „gold wert“, wenn du hinter ihm stehst, ausschenkend…
    „kellnern“ hab ich immer abgelehnt…

    lg
    jana

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    1. Du hast ganz viele verschiedene Sachen angesprochen und ich würde mir gern Zeit nehmen, darauf einzugehen. Aber das dauert noch ein paar Tage, weil grad so viel zu tun ist. Am langen Wochenende, zwischen den Aufgaben, da sollte es klappen.

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      1. werd auch nur den montag freihaben und hey, das thema braucht generationen, also „alle zeit der welt“ !😉 …
        wollt nur hinzufügen, daß xxm in großen teilen das „nervige mixen“ ja schon angesprochen hat und emmas aufruf zur bewaffnung, nuja, nich verkehrt , wenn frau nachts durchs dorf geht n messer bei sich zu tragen, was auch sofort zum einsatz kommen+handhabbar ist, will sagen: natürlich gibt es reale bedrohungen und natürlich sollt frau/mann sich da wappnen, aber nuja, abermals, wie andernorts schon gesagt : mit der „waffe“ auch umgehen können🙄
        die unannehmlichkeit eines überfalls an ner tankstelle ist mir dabei vor allem die „bürokratie“, den leuts mußte nur das geld in die hand drücken, die verschwinden dann wieder, aber draufhin diese protokolle, anzeigen, was da alles dran hängt, das is der eigendliche gewaltakt an mir für mich …

        was mich stört is der immergleiche verlauf dieser diskussionen, bzw nun „verfronteter“ gegenüber noch vor einigen jahren und im verlauf gewissermaßen „ekelhafter“, wiedermal beigelesen eben unds is nur noch „zeitvertreib“,unterhaltung, obwohls thema sein sollt, nuja…

        wie gesagt: keine eile, vielleicht gibts da ja eh nicht viel/groß was zu „bereden“, besser wärs gar, die leuts täten einander mal so richtig und wirklich „belästigen“, jede/r jede/n , dann käms möglicherweis real zu „gesprächen“…?

        lg (auch an musica😉 )
        jana

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      2. + mannsicht/frausicht

        von wolfsmilch @ 2010-12-09 – 13:29:24

        mann:
        http://www.freitag.de/community/blogs/sandruhm/irma

        Irma

        Heute, am Samstag, besucht uns Irma aus dem Nachbarland.
        Sie kommt nachmittags.
        Es geht um Irma und meinen Mann.
        Auf seinen täglichen Bahnfahrten hat er Irma kennengelernt, die wie er in der Grenzstadt arbeitet.
        Mein Mann hat sich in Irma verliebt und Irma hat sich in meinen Mann verliebt und jetzt soll eine Entscheidung beraten werden.
        Was weiter geschieht.
        Ich finde das sehr merkwürdig.
        Irma klingelt an der Haustür, ich mache Kaffee und erspare mir, die Begrüßung Irmas durch meinen Mann anzusehen.
        Rechtzeitig fällt mir ein, den Kaffee in der Küche zu servieren, da Irma aus dem Nachbarland mit den seltsamen Sitten kommt.
        Und richtig, nachdem ich die Kanne mit dem heißen Kaffee auf den Tisch gestellt habe, dreht Irma ihre Tasse auf den Kopf.
        Dann ergreift sie die Kanne, schenkt erst mir ein, Danke, Irma, dann meinem Mann, Danke, Irma, und schließlich gießt sie sich selbst Kaffee über die umgedrehte Tasse.
        Das meiste läuft seitlich herab, über den Rand der Untertasse auf den Tisch, endlich von dort auf den Boden.
        Irma schlürft etwas Kaffee aus dem Tassenboden.
        Während mein Mann eine verkrampfte Einleitung zum eigentlichen Gesprächsanlass murmelt, beugt sich Irma vor und beginnt, ihre Tasse ringsum abzulecken.
        Sie lächelt meinem Mann zu und trinkt dann etwas Kaffee aus der Untertasse.
        Als sie beginnt, den Tisch abzulecken, gehe ich die Kekse holen.
        Die Keksdose stelle ich offen auf den nun trockenen Tisch und frage meinen Mann, Du würdest dann zu Irma ziehen, oder?

        frau:
        aw jana:
        Und Irma sagt:
        Es ist das Unterwegssein, das Reisen. Portionierte Bewegungsfreiheit, Dein Mann an meiner Seite. Im Bistro-Abteil werden die Tassen kopfüber auf ihren Untertassen überreicht, daneben das Kännchen und die Milch und zwei Zuckerpäckchen. Jedes Mal diese Unannehmlichkeit, zu den zweien noch um ein drittes zu bitten. Ich saß am Fenster und grübelte über die Flucht der Bäume, versuchte zu erahnen, was diese panische Massenbewegung ausgelöst haben könnte, ein Bild von meinem Zielort, den zu verlassen sie sich in Waldstärke aufmachten.

        Den Blick weiter auf die Entgegenfliehenden gerichtet, griff ich das Kännchen und schenkte mir ein. Etwas heißes, nasses schreckte mich auf, den Kopf fallen lassend. Der Kaffee plätscherte brennend auf die Hose, durchdrang sie und ihr Darunter, um in einzelnen Tropfen an meinen Beinen gen Boden zu sickern. Dein Mann starrte mich an und ich fragte ihn, ob er wisse, was die Bäume zur Flucht antreibe und wenn er es schon nicht wisse, so ob er eine Vermutung hätte, was ein Grund sein könne.

        Er bot mir ein Taschentuch als Antwort- sicher hat er Ihnen davon erzählt?
        Sie mochten unsere Begrüßung nicht sehen? Warum nicht, sie besteht jedesmal aus einem angebotenen Taschentuch und diesmal überreichte ich zwei. Eines für ihn und seine Hose und eines für Sie, meine Liebe und Ihr Leibchen.

        Eine Entscheidung kann man treffen oder aussetzen, aber man kann soetwas nicht beratschlagen. Machen Sie sich nie Gedanken darum, was all das, was an Ihnen vorüberzieht, sich in Ihr Blickfeld drängt, um an Ihnen vorbei irgendwohin zu eilen, drängt?

        Zum Kaffee in die Küche, verstehen Sie? Ich konnte nicht anders, als Ihnen zu geben, was Sie scheinbar brauchten, vielmehr der Mann, der Ihnen Gedanken verlieh. Unausweichlich die Frage: Warum fliehen Sie? Rennen an mir vorbei, Kaffee aufzusetzen, lauschen an mir vorbei den Erklärungen Ihres Mannes, flüchten Ihren Stuhl halb umreißend, um eine Keksdose zu holen. Ich kam nicht, Ihren Mann zu treffen!

        Ich will nicht mehr, nichts anderes als diese Zugfahrten, manchmal einen Bahnhof, ich will kein Haus mit einer Küche, einem Wohnzimmer und dem Schlafzimmer, was gleich neben dem Bad angesiedelt Taschentücher überflüssig macht.
        Er erzählte Ihnen von fremder Sitte? Vom Seltsamen, das bebildert mit einer umgedrehten Kaffeetasse? …

        Fahren Sie gern Zug?

        +++
        da läßt sich „unterschiedliches“ (nichtmal mann-frau, sondern allgemein eben) gut „bereden“ und man belästigt einander mit der eigenen sicht, auf die -so respektvoll und umfassend wie möglich- eingegangen wird, ein kennenlernen der anderen wahrnehmungswelt über solcherlei „belästigung“…
        das muß nicht über geschichtenschreiben laufen, es bedarf nur einer kommunikationsbereitschaft, des interesses am anderen wie an sich selbst…
        die andere wahrnehmungswelt ist ein rätsel und lösungen sind annäherungen , fragen, pieksend, ins blaue hinein schießend, oftmals fehlinterpretierend, klarer stellen usw… dort hockt die zeit, die einander gegeben werden müßt und die die wenigsten aufzubringen gewillt sind bzw können, per andren zwingenden zeitrahmensetzungen (job, kids oderoder) …

        nuja, „zeit beendet“, ab in den laden😉

        nochmal lg

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