Die Unterscheider

in der Wochenzeitung und der Online-Plattform der Freitag zu Berlin

Gestern Abend, am 04.09.2012, 22:18 Uhr, habe ich einen Sachverhalt auf freitag.de gebloggt und knapp kommentiert (-> „Broder, Augstein, Grote – die Unterscheider“). Darin wurden zwei offene Briefe der Journalisten Henryk M. Broder und Jakob Augstein vom gleichen Tag vollständig wiedergegeben. Sie waren am Vormittag auf der journalistischen Plattform die Achse des Guten erschienen (-> hier und -> hier).

Heute Vormittag zwischen 09:00 und 10:45 Uhr habe ich festgestellt, dass die -> Community-Redaktion von freitag.de meinen o.g. Blog auf den 27.08.2012 zurückdatiert hat mit dem Effekt, dass der Blog auf der -> Community-Seite nicht mehr aufscheint und nicht prima vista wahrgenommen werden kann. Eine von der betreffenden Plattformtechnik ermöglichte Manipulation, die im Übrigen von der Redaktion auch verwendet wird, Blogs aus dem „Meistkommentiert“-Kasten oben rechts auf den jeweiligen Startseiten zu entfernen.

Auf Nachfrage bei der Redaktion erhielt ich heute Vormittag den schriftlichen Hinweis, dass der Blog ein Fall der -> Netiquette sei, die lautet (Ziff. 4., Absatz 3): „Falls Moderationsentscheidungen in Beiträgen thematisiert werden, steht es der Moderation frei, diese zu entfernen, den User zu verwarnen oder gegebenenfalls zu sperren.“ Sowohl die von mir zitierten öffentlichen Äußerungen als auch mein knapper Kommentar, so wurde mir bedeutet, würden gegen diese „Spielregeln“ verstoßen.

Die Verkehrung des Politischen in ‘irgendwie Knigge‘

Der Schriftwechsel zwischen Broder und Augstein ist öffentlich. Er betrifft einen hochpolitischen Sachverhalt. Nicht nur, ob und inwieweit es statthaft sein mag, in der einen oder anderen Weise über andere Menschen bzw. Personenmehrheiten und ihre Institutionen zu formulieren, sondern spezifischer: Ob und inwieweit die Verantwortlichen eines solchen Mediums sich derartige Formulierungen zu Eigen machen. Bis vor wenigen Minuten und seit dem 29.08. war der im Schriftwechsel der beiden Journalisten thematisierte Blog noch unter den „Meistkommentierten“ als Visitenkarte der Freitags-Blogosphäre prominent platziert; es war unmöglich, ihn zu ignorieren. Auch er ist nun, ich spekuliere: infolge der -> erhöhten Aufmerksamkeit von außen rückdatiert worden.

Diese Zurechnung auf eine Frage der Moderation (un)gebührlichen Verhaltens zu reduzieren, stellt die Verhältnisse auf den Kopf. Nicht „wie“ über den Gegenstand kontrovers verhandelt wird, sondern „dass nicht“ sind Ziel wie Erfolg des Eingriffs. Und das am virtuellen Sitz derer, ‘die es angeht‘, auf freitag.de.e2m

84 Gedanken zu “Die Unterscheider

  1. ich reibe mir die augen!
    das veröffentlichen von bereits andernorts veröffentlichten briefen stellt einen verstoß gegen moderationsentscheidungen dar?!
    das muß ich erst mal sacken lassen…. müll runterbringen….

  2. Ich fand einen ganz interessanten Kommentar von einer anne mohnen:

    Nun wissen wir, wer Antisemit ist. Macht Gauß das möglich? Und warum hat Hendrik M. Broder das noch nicht gemerkt?

    Ist der von Broder und Augstein gemeinte Blogger ein Antisemit, oder eher typisch für diese Sorte von Trittbrettfahrern, die durch Skandalisieren auf sich aufmerksam machen will? Und ist das eine politische Denksportaufgabe: Antisemit oder Trittbrettfahrer? Interessant ist, dass dF sich angehalten sieht – „Aber so ohne Weiteres löschen können wir ihn nicht“, dafür die Plattform liefern zu müssen. Erhellend ist dann wieder, dass JAugstein Broders Antisemitismusvorwurf spiegelt: “Und daran kann man eigentlich die Antisemiten immer ganz gut erkennen, dass sie sich dauernd mit Israel und den Juden und den Deutschen beschäftigen auch wenn es eine Menge anderer interessanter Themen gibt” Damit wird das Problem allen übergeholfen, die das Thema diskutieren, insbesondere auf Broder selbst. Doch wird damit der Antisemitismusvorwurf Broders und vice versa nicht ad absurdum geführt?

    Freilich, konsequent zu Ende gedacht, lässt sich nun ganz formal einwenden, „man“ habe in dieser speziellen(!) Konstellation keine Handhabe, vor allem dann, wenn sich gar „statisch“ belegen lässt, dass die vermeintlichen Kontrahenten gar nicht immer und ständig zum Thema bloggen oder Artikel schreiben.

    Ja, nun besteht noch der Einwand derer, dass die User es sind, die die „strengen“, „polemischen“ Blogger groß machen? Doch was heißt das wiederum konsequent zu Ende gedacht in Bezug auf all diejenigen, die sich zum Thema gemeldet haben, wieder und wieder und immer wieder, hm?

    Zum Glück, das zeigt die statistische Erhebung meiner Blogs (1!), dass ich so wenig Antisemitin bin – und nun kommt’s Leute- wie Broder, Augstein und „vermaledeiter“ Blogger selbst! Ich das nicht toll!

    Wird da manch einer den Finger heben und auf die (Anzahl der) Kommentare verweisen und zählen und zählen und mitteln und mitteln und wollen? Aber Obacht, Ihr Lieben, beachtet mir u.a. „das Gesetz der großen Zah“l!

    Interessante Blogs werden nicht selten liegengelassen, wohl wahr; und andere?

    Rückdatiert oder wenn es nicht schon sieben Tage alt ist, dann steht es immer noch da – ganz oben das Blog von „¬“Antisemiten.
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    anne mohnen
    anne mohnen 05.09.2012 14:41
    @anne mohnen

    Hendryk,
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    ed2murrow
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    1. ja, Anne stellt interessante überlegungen an ….
      und ich bin langsam immer froher, dass der freitag mich gesperrt hat, lebenslang. uff! da kann ich wenigstens nicht mehr zum spielball werden.
      das ist das eine.
      das andere ist allerdings, und das stößt mir sauer auf, dass grote sich nun als bauernopfer fühlen darf.

  3. und noch weiter mit dem kopf gedacht: wenn der blog lediglich zurückgetimed wurde, dann kann er kein verstoß gegen Ziff. 4., Absatz 3 der netiquette: „Falls Moderationsentscheidungen in Beiträgen thematisiert werden, steht es der Moderation frei, diese zu entfernen, den User zu verwarnen oder gegebenenfalls zu sperren.“ gewesen sein. er wurde nicht entfernt. sondern ‚versteckt‘. – wurde eine verwarnung ausgesprochen? eine sperre gar? nein? na dann….

    1. Die Netiq., die an der Stelle ganz konkret als AGB fungiert (es betrifft Rechte und Pflichten aus dem Vertragsverhätlnis einschl. der Rechtsfolge bei Störung dieses Verhätlnisses und ist für alle Fälle der Nutzung vorformuliert), stellt bei Blogs (also nicht lediglich bei Kommentaren, sondern beim Werk an sich) die Redaktion in das Belieben der Moderatoren. Da ist weder der Verweis auf ein pflichtgemäßes Ermessen, noch eine Enumeration dessen, ‚was nicht geht‘. Im Gegenteil: Wird moniert, dass ‚etwas nicht geht‘, so wird darauf die Befugnis zum (beliebigen) Eingriff aufgebaut – das ist, mit anderen Wort, sogar das Abschneiden einer in jeder Ordnung als legtim angesehenen Gegenrede.
      Ich bin nicht mit „gelb“ bedacht worden und der Blog nicht gänzlich derubriziert, weil wohl nach 3 Jahren bei freitag.de sich eingeprägt haben dürfte, dass ich meine Standpunkte argumentativ vertrete. So dass ich auch diesen Blog mehr als Notat denn als bereits durchkonkretisierte Kritik erachte. Ich freue mich, dass weitestgehend das Ding sachlich angegangen ist, wozu ich explizit Anne und Dich zähle.
      Beste Grüße, e2m

  4. ich find die ersten kommentare dahingehend sehr unspannend oder spannend, ich weiß nicht, in jedem fall saß ich da und dacht nur:
    siehste ed, so is dat, wenn die leuts nur lesen, was sie lesen wollen,
    wasde drunter „angemerkt“ hast, wolltense eben nich, daher bliebs blog erstmal, wo es war…
    calvani war glaub die erste, die etwas in die richtung ging, die du gern betrachtet gesehen hättest …
    nuja, hättma da nich das wort „antisemitismus“ und den namen broder, müßts menschlein vielleicht sich um sowat wie nationalismus und arg lieblichen revisionismus kümmern und um vielleicht a bissel grübelei, ob dat mit den groteblogs und dem grote als kommentator und dies „meistkommentierte“ und solch krimskram damit zu tun hat,daß der grote eben DARF…
    immerzu wird der knochen „antisemit“ genommen und sich denne nach dreihundert kommentaren jewundert, daß da nu wieder nüscht bei rum kam, das rote tuch bleibt, von einigen liebevoll geknuddelt, von andren versuchsweise ignoriert und von weiteren mit der schere bearbeitet, ohne daß auch nur ein kleiner fetzen sich löst…
    vielleicht s tuch eben sich mal genauer anschaun…
    denk, diese karin wird in ähnlicher weise ver-durft , nuja, scheint ja unterhaltungswert zu haben? …
    gebauer (kelim?) auch, es gibt ne ganze reihe dieser „eigenartigen extreme“ (vorsichtig ausgedrückt)…ein zoo , nichmal n tierpark…
    ich find meine einstmals dargelegten ausführungen zum „fall grote-augstein“ weiterhin arg treffend und ja, et belustigt allett janz juut…
    lg
    +
    beileid aussprech
    *grins*
    und wech…

      1. mit-leid paßte nicht,
        bei-leid schon,
        daß das wort nur bei beerdigungen uä ausgesprochen wird,
        naja, kann ich nichts ändern dran…

      2. Sie sitzen einem Gespenst auf, hier auch nur einen Ansatz von Leid finden zu wollen. Ganz im Gegenteil.

      3. is schon klar :roll:
        Sie können mir glauben,
        daß „leid“ nicht zu derart gelächter führt bei mir…

        die leute schreiben nun immerzu
        „da bin ich ganz bei Ihnen…“
        wahrscheinlich daher das „bei“,
        weil „mit“ mag ich ja nun gar nicht
        hier… schon janich leiden…

        so denn auch:
        gruß
        jg

      4. Liebe Jana,
        erlauben Sie mir dennoch (das roflmao kann ich sehr wohl lesen!) den versöhnlichen Abschluss. Deutsche Sprache kennt vor allem das Negative: Nicht aus seiner Haut heraus können, vor allem aber: In Deiner Haut möchte ich nicht stecken. Anders der Franzose und der Italiener: è una questione di pelle oder c’est une question de peau. Darin weht nicht „der Geist der stets verneint“, sondern benennt. „Ganz bei jemandem zu sein“ ist wenigstens der Versuch, die Verneinung zu überwinden.
        Beste Grüße, e2m

      5. warum bliebs dann nicht beim:
        da bin ich mit Ihnen,
        sondern wurd nun zum:
        da bin ich bei Ihnen
        umverkonsenst,
        das „bei“ klingt,
        als enthielte es n impressum
        zur distanzierung von inhalten…
        (ot)

        (t):
        um die person Grote geht es nicht und auch nicht um die frage, ob er so antisemit ist, wie Broder sich den vorstellt – eher geht es darum, was Augstein sich unter einer community vorstellt -> eine ansammlung von nutzern, nicht aber eine vereinigung von sendern – näheres dazu hier: http://www.tabularasa-jena.de/artikel/artikel_3320/ denk ich mal. ob Augsteins vorstellungen etwas damit zu tun haben, dass geld auch den besten charakter verdirbt, wie hier http://www.rationalgalerie.de/index_546.html vermutet?

        charakter verderbend, ich weiß nicht, als gäbs nen guten und nen verdorbenen…öhhm…
        aber…
        s is schon ähhhm „irre“, wenn wir „drüben“ versuchen uns vorzustellen
        wie die erlebenswelt eines säuglings ausschaun könnt und gleichzeitig
        tagtäglich ersichtlich wird, daß menschen, denen es „gut geht“ (finanziell)
        sich anscheinend nicht vorstellen können, welch einen einschnitt es für nen hartzer
        bedeutet, wenner (um zu seinem hartz-recht zu kommen) reise-/unterkunftskosten von,ka, schätze mal 150,- vielleicht hat, um bei ner gerichtlichen anhörung zu erscheinen …da wird dann gelacht und rumgealbert und die telephonseelsorge anempfohlen…
        witzisch…
        ich hab anfang des jahres 180,- in den wind geschossen, nach nem anlauf, meinen lohn für dezember gerichtlich zu „erstreiten“, weil er ja auch angerechnet wurd als einkommen beim amte, die fahrerei , zudem keine zeit,weil n neuer job usw…
        es handelte sich „nur“ um 520,- (netto) gesamt, 5eur/h (brutto) … wahrscheinlich lachen die leuts sich schon kaputt drüber, daß jemand so nen job annimmt? nun, dann sollten diese mal bekanntschaft mit meinem damaligen sachbearbeiter machen, am besten als zu bearbeitende…….

        egalwie:
        belästigt mich nicht mit eurem lebenstheater, das ist nicht unterhaltsam,
        das is nicht spannend und ich sehe da auch keine „entwicklungen“, keinen „fortgang“, eben keine „geschichte(n)“ …
        und hey, es is „jeder seines glückes schmied“ (hu, darüber hab ich mal ne umfassende arbeit verfaßt :roll: als schülerin) , die einen schmieden gut, die andren halt nich so gut, aber wir sollten besser auf die guten schmiede schaun, als ganz dröge uns immerzu die schlechten reinzuziehen …
        (schlechte schmiede sind „meist noch nicht so weit“ … zivilisatorisch,denktechnisch und vernunftgeleitet, genußfähigkeit… die gibts überall auf der welt und dats n problem für die guten schmiede, so sie bedrängt werden von den schlechten…)
        das klingt nach nem rassismus, der sich nicht an nationalitäten, hautfarbe oderoder orientiert, statt dessen an…?

        im übrigen ist die anbindung des freitag an den guardian nicht zu verachten/unterschätzen ;-)

    1. Zitat: „belästigt mich nicht mit eurem lebenstheater, das ist nicht unterhaltsam“

      Ach je, nun dieses Salon-Dingens von denen, die gar nicht wissen, wie hart das Leben tatsächlich ist. Andersherum wird ein Schuh draus: Sie setzen sich freiwillig dem kostenlosen Spektakel aus, um daraus den Kontrast selbst zu formulieren. Dabei wäre es dann doch einfacher, die Bezugnahme selbst zu vermeiden, oder?
      Unterscheidungen laufen darauf hinaus, in einem ökonomischen Sinn günstig zu werden. Das „erspart Zeit und Geld“. Und wäre eine hinlänglich bekannte Tatsache. Wie es aber beibiegen, wenn noch nicht einmal die Unterscheidung selbst auffällt in dem, was sich in einem überheblichen Sinn Mehrheitsgesellschaft nennt?!

      1. hmm, also wäre die säuglingserlebensvorstellungsdiskussion eine
        salon-diskussion übers harte leben des säuglings…
        jaja, stimmt schon, irgendwieso beganns ja …
        :roll:

        ich bezog mich auf den verdorbenen und unverdorbenen charakter (durch „viel geld“) bei rahab/s link…
        es ging ums imaginationsvermögen nur…
        bringe immer wieder gern als beispiel einen
        einkaufsgang mit meiner mutter, schon etliche jahre her,
        wo schnellmal fürn täglichen bedarf in nem rewe oderso
        fehlendes aufgekauft werden sollt und meine mutter plötzlich bemerkte,
        daß sie ihre geldbörse vergessen hatte mitzunehmen,
        ich hatte nen fünfziger einstecken und bot an,
        damit zu bezahlen am end…
        meine mutter war vollkommen durchn wind, ängstlich ,
        obs denn hinlange,während ich automatisch überschlug immerzu…
        normalerweise packst halt ins wägelchen,wasde brauchst,magst,woraufde bock/appetit hast und rechnest höchstens die stück fleisch fürs grillen durch,also personenanzahl zum essen, aber nie die kohle… nurn einblick in ne fremde erlebenswelt für nen kurzen moment, monate später ists wieder unverständlich, warums töchterlein sich nich einfachmal ins auto setzt und rüberfährt, die eltern besuchen ;-) … (beim derzeitigen spritpreis 90-100,- nunmehr ;-) )
        Sie möchten gern die vergeistigte auch schöngeistige betrachtung der weigerung bzw eines unvermögens von sich-hinein-imaginieren, eine wertung draufhin? (sich erhebend)
        lag nicht in meiner absicht…
        aber gebe zu,daß ich Ihren „einwand“ auch nicht vollens „begreife“…

        daher nun unkrautzuppen in nachbarins garten geh (abgasabgeschirmter holunder und nen schaukelstuhl+wahrscheinlich noch irgendne marmelade als lohn :yes: :-) )

      2. geb Ihnen mal das nochmal anbei,
        da is eigentlich alles drin,dran und drum:

        „…
        Komisch, dass hier diese ständige Antisemiten-Keule ausgerechnet überwiegend von denen geschwungen wird, die man im Westen mal „Brüder und Schwestern von drüben“ nannte. Dabei hatte, mal so ganz unter uns, die Mehrheit gar keine Brüder und Schwestern mehr dort, die hatten längst über die grüne Grenze nach Wanne-Eickel oder sonst wo rübergemacht.

        Aber die, die geblieben sind, waren schon was Besonderes. Ist ja auch logisch, weil die waren ja alle reingewaschen, quasi schlohweiß und das auch noch ohne Persil. Gabs ja nur im Westen oder zu Weihnachten im Paket.

        Dass bei der SED Antisemitismus quasi zur Staatsräson gehörte? Alles Quatsch. gabs bei uns nie. Och keene Rechten oder gar olle und weniger olle Nazis. Nee, wir waren alle sauber. haben uns zwar nie so wirklich mit dem Thema beschäftigt, brauchten wir ja auch nicht, denn wir in der DDR waren ja alle Widerstandskämpfer. und wenn wa det nich warn, warn mer Kommunisten oder brave Sozialisten. Sollen sich doch die imperialistischen Wessis damit rumschlagen, schließlich sind die ja und ausschließlich die die Erben der braunen Diktatur.

        Komisch? Woher kamen eigentlich all diese kleinen feinen Rassisten aus Hoyerswerda und so weiter her? Wer hat eigentlich in Rostock-Lichtenhagen gezündelt?

        Nee klar, warn allet Infiltranten ausm Westen. Extra angekarrt. Von uns war dit keener.

        So kann man sich das Ganze auch zurechtbiegen.

        Und nun verdüstert und verstinkt Bitterfeld zwar nicht mehr den blauen unschuldigen Himmel, aber die verdammten Bananen sind teurer geworden und auch die Malediven. An die Ostsee wolln wa nich mehr, du mussten wa ja früher immer hinne und dit och noch naggisch.

        Erst hammse demonstriert, damit se endlich auch mal den Kaufhof leer plündern können und nicht nur vom Werbefernsehen träumen müssen, nun, nachdem sie die nackte Realität eingeholt hat, sind se alle wieder alte Stalinisten, Leninisten, Marxisten und vor allem Moralisten.

        Und wenn Ihr ein Problem habt, dass nicht jeder kuscht und nicht wagt zu kritisieren, was kritisiert werden muss, dann ist das Euer Problem, nicht meins. :-) …“

        war natürlich später alles wieder „nur“ überspitzt ,
        nich so wortwörtlich zu nehmen usw usf…

        ich kann mich übrigens nicht an ein stinkendes delitzsch (http://de.wikipedia.org/wiki/Delitzsch) erinnern,
        der bauernhof meiner oma befand sich dort,
        allerdings kann ich mich auch an kein irgendwie städtisches erscheinungsbild erinnern,
        erwähns nur,weils neben bitterfeld lag und wir zwar wußten,daß bitterfeld stinkt,
        aber aufm hof eben nichts davon abbekamen (wohl im anscheinend landwirtschaftsdominierten bereich,wie es da nun im wiki heißt)
        meine oma war lehrerin an der dortigen dorfschule und hatte nebenher den hof und das stück land dahinter bestellt,sowie nen wunderschönen+ertragreichen „wilden garten“…

        der hof wurd verkauft, weil sie allein ihn nicht mehr „bearbeiten“ konnte,- zu ostzeiten noch,heutzutage wärs wohl schlicht „nicht zu tragen/halten“ der unterhaltskosten wegen…

        sie zog nach berlin und hockt nun in nem katholischen seniorenheim, weil mein vater kohle ausreichend hat unds bezahlen kann… gläubig war diese „preußin“ nie und wirds auch nicht mehr, aber die nonnen sind ähnlichen alters und bis aufs „gebet“, was vorm essen sein muß, auch sehr nett wohl (ich wurd mal halb ausm speisesaal gebrüllt, da im essenssaal erst mich verabschiedet ,was n bissel gedauert hat :roll: )…

        „diese nervigen ossis“ … das teilen grote und augstein sicherlich,
        wenn man sich das redaktionskarussel so anschaut, natürlich mit quotenossine hensel :roll: …
        ein gewisser archaischer dummbatz scheint da wie dort „der fremde“ sein zu sollen…
        is wie mitm kongo, lauter dumme neger!

  5. um die person Grote geht es nicht und auch nicht um die frage, ob er so antisemit ist, wie Broder sich den vorstellt – eher geht es darum, was Augstein sich unter einer community vorstellt -> eine ansammlung von nutzern, nicht aber eine vereinigung von sendern – näheres dazu hier: http://www.tabularasa-jena.de/artikel/artikel_3320/ denk ich mal. ob Augsteins vorstellungen etwas damit zu tun haben, dass geld auch den besten charakter verdirbt, wie hier http://www.rationalgalerie.de/index_546.html vermutet?
    und dann, denk ich noch, geht es wohl immer wieder auch darum, eine debatte darüber zu verhindern, wie denn antisemitismus heute ist/wirkt. welches gesellschaftliche verhältnis er hier und heute zum ausdruck bringt. wobei mich besonders irritiert, dass diese debatte auch gern mal mit dem argument unterlaufen wird, antisemit! sei ja ’nur‘ ein herrschaftsinstrument.

    1. Deine Fragen stelle ich mir schon länger, so und noch weiter. Online ist mehr als eine Bündelung! Danke für dir Links.

  6. So leid es mir tut – aber: Jeder bekommt, was er verdient. Ich beziehe das ausdrücklich auf die „Neue FC“ und ihre Herren. Wer sich willig zum billigen Content-Produzenten eines Blattes machen lässt, darf sich meiner Auffassung nach nicht beschweren, wenn mit ihm dann auch entsprechend umgegangen wird. Es spielt keine Rolle – letztlich – ob man sich als Leserreporter der BILD oder des Freitag instrumentalisieren lässt. Man verkommt in seiner Funktion als Blogger zum Textvieh ohne Salär, das dann eben so gehalten wird, wie es dem Projekt insgesamt dienlich ist. Gut – man ist ja Mensch und freut sich, wenn der eine oder andere Mitblogger mal „einen drüber bekommt“. Doch letztlich betrifft es immer Alle und gerade das Gerede (Geschreibe) Augsteins über Grote zeigt eigentlich recht deutlich, was der irgendwie linke Verleger wirklich von „Euch“ hält. Das Verhalten des Community-„Management“ unterstreicht es dann auch noch nachdrücklich. Tja nun – wer hätte das gedacht.

    1. Sie schreiben: „Wer sich willig zum billigen Content-Produzenten eines Blattes machen lässt, darf sich meiner Auffassung nach nicht beschweren, wenn mit ihm dann auch entsprechend umgegangen wird.“
      Und bedienen damit genau die Klischees, mit denen ich mich bereits vor langer Zeit auseinander gesetzt habe. Hier http://www.freitag.de/autoren/ed2murrow/out-of-journalism und hier http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/immer-an-die-leser-denken

      Daraus, als Antwort an Sie, Tiziano Terzani: „Die größten italienischen Intellektuellen kamen dorthin, nicht etwa von einem kleinen Gehalt angezogen, sondern wegen der Überzeugung zu einem großen Entwurf beizutragen.“

      Was Sie betreiben, MEMO, ist der Ausschluß des Gedankens an sich, dass sich in einem solchen Medium so etwas wie Intellektualität oder auch nur Gemeinsinn entwicklen könne. Weil Sie gar nicht anderes können, als ganz bescheiden in einem materiellen Nutzen-Äquivalent zu denken. Was Netz ist, nicht einmal das haben Sie begriffen.

      1. Ach Ed. Was das Netz ist und was nicht, habe ich schon begriffen – vermutlich länger als Sie meinen oder nachvollziehen können. Um das Netz geht es aber nicht, denn der Freitag ist nicht das Netz und schon garnicht eine große Sache, auch nicht für Dichter. Der Freitag ist ein Printtitel mit Online-Ableger, der wirtschaftlich funktionieren muss – keine „Höhere Plattform“ für Hobbyjournalisten mit Sendungsbewusstsein. Es ist kein „großer Entwurf“ – auch, wenn Freitags-Blogger (angespornt durch das vermeintlich intellektuell-alternative Auftreten ihres selbstgewählten Gottes) das gerne so sehen würden. Eine Zeitung ist eine Zeitung ist eine Zeitung – fertig. Sie benötigt Content, Käufer und die Vermarktung von Anzeigenplätzen. So einfach und so nachvollziehbar ist das. Der Rest ist Mythos und Wunsch als Wirklichkeit. Wer etwas bewegen möchte, was ja legitim und gerade heute auch wünschenswert ist, sollte sich eine wirklich geeignete Plattform oder ein Projekt suchen und sich eben nicht zum billigen Schreiber eines ganz normalen Verlagsproduktes machen. Die Mitarbeit an einem großen Entwurf ist in der FC auch nicht das Motiv. Der Motor ist eher die eigene Eitelkeit, die dadurch beflügelt wird, mitmachen zu dürfen – noch dazu unter der Regie eines Mannes, der Augstein heißt und von Walser gezeugt wurde – ein intellektueller Doppeltreffer sozusagen. Sie halten diese Sicht vermutlich für primitiv. Das mag sein. Menschen sind aber nun einmal so und zu was das führt, wie sie sich verhöhnen und instrumentalisieren lassen, sieht man am Freitag. Ich habe das Prinzip des Netzes nicht verstanden, meinen Sie? Oh doch, das genau habe ich schon lange. Fragen Sie sich lieber, ob Sie die Gesetze des Marktes verstanden haben, nach denen auch der Freitag lebt, leben muss. Und dann fragen Sie sich ernsthaft, ob das dort wirklich eine Plattform für die ist, die etwas zu „einem großen Entwurf“ beitragen möchten.

        Der Umgang mit Ihnen – und nicht nur Ihnen – als Schreiber im Freitag zeigt mir, dass Sie und andere für den Herausgeber und Co. nur Material sind, Spielmasse, die man so gut wie möglich bei Laune hält, damit sie funktioniert und brav Content abliefert (den, der zu kritisch ist oder Anzeigenkunden verschrecken könnte, kann man ja zurücktimen). Ich kann das sogar verstehen, wenngleich ich es nicht gut oder gar fair finde. Aber das wirkliche Leben ist nun mal nicht immer fair. Sagen Sie – wie herabwürdigend muss der Freitag mit Ihnen und anderen Schreibern eigentlich noch umgehen, damit Sie merken, wo Sie wirklich stehen?

      2. Das Einzige, was ich Ihrem Kommentar entnehmen kann, ist der Ausdruck von Feindbildern: vom tatsächlich primitivsten der familiären Abkunft bis hin zur, weil darauf aufbauend, Selbstverständlichkeit des Ausnutzens. Die Sie sich damit zu Eigen machen und verfestigen, wiewohl Sie das als scheinbar abgehobenen Standpunkt desjenigen vortäuschen, der, ganz erfahrener Mann, die Welt kenne wie sie sei. Sie bringen daher nichts anderes zustande als Zynismus zynisch zu spiegeln. Das ist in jeder Hinsicht uninteressant.

      3. was ich schon immer und von anfang an an MP ausgesprochen liebte, das ist sein hang zur publikumsbeschimpfung. macht er immer gaaanz uneigennützig. so wie der grote auch.
        es ginge zwar auch anders. aber vermutlich nur um den preis, sich selbst nicht permanent gebauchmietzelt zu fühlen.

        ok. Augstein ist verleger und nicht mäzen, philantrop. auch gut.
        dann wird sich die community eben verändern. die speichellecker und schleimscheißer bleiben – alle anderen schweigen sich aus oder gehen. manche noch mit ansage -> http://www.freitag.de/autoren/h-hesse/mein-unbehagen-am-freitag-2 andere ohne. man will die unternehmerischen kreise ja nicht stören…
        ob das dann den ‚content‘ liefert, den Augstein gern hätte? … ist nicht mein kopf, den er dem Blome permanent hinten reinsteckt, so what shall’s? vielleicht kommen ja auf dauer nen paar bild-leser dazu? das wäre dann auch eine verzahnung. zu der Broder bestimmt gern den einen oder anderen gastbeitrag schreibt.

  7. Ed – ich habe keine Feindbilder. Ich stelle lediglich das Offensichtliche fest. Und wie ich auch schon schrieb – nicht nur hier – kann ich das Verhalten des Freitag sogar verstehen, wirtschaftlich betrachtet. Darüber hinausgehende Naivität kann ich allerdings auch nicht aus dem Weg räumen und will es auch garnicht. Sie halten das für Zynismus? Ich halte es für die Wirklichkeit, auch wenn das Wörtchen Wirklichkeit nicht eins meiner liebsten ist. Uninteressant – wenn wir schon dabei sind – ist der selbstreferenzielle Murks, das Kreisen um die eigene Selbstverliebtheit und vermeintliche Wichtigkeit, die Sie und andere Blogger so famos zelebrieren, als ob das wirklich von Interesse wäre. Wie sehr Ihr Herbergsvater daran interessiert ist, spüren Sie ja langsam. Das Sie das nicht sehen wollen, scheint mir eine Art Selbstschutz zu sein. Wohlan – machen Sie weiter den FCler, regen Sie sich über die Community auf, bringen Sie sich ein. Mich belustigt es auf der einen Seite, auf der anderen Seite finde ich diese Energieverschwendung ein wenig schade, denn diese wäre in eigenen Projekten sicher besser aufgehoben. Aber das liegt in Ihrer Verantwortung sich selbst gegenüber.

    Rahab – Du bekrittelst meine „Publikumsbeschimpfung“ und beschimpfst dann fröhlich selbst weiter? Ich verstehe, dass Du meine zuweilen harschen Kommentare liebst. Und eine Bitte am Rande: Keine Vergleiche mit Grote. Das geht nun wirklich zu weit.

    1. MP – es kann manchmal garnicht weit genug gehen!
      du gibst den verkannten realökonom, grote den verkannten judenfreund.
      was ja in ordnung wäre.
      wenn es nicht immer und immer wieder damit einherginge, dass andere herabgesetzt werden. gern in direkter anrede. aber ebensogern im rundumschlag.

      1. Rahab. Ich fasse mich in Internetforen relativ kurz. Das hat natürlich auch zur Folge, dass sich mal hier, mal da, jemand angegriffen fühlt. So what. Ich gebe auch nicht den verkannten Realökonom, denn ich bin kein Ökonom. Wohl aber kenne ich Coms intern wie extern nicht erst seit gestern und auch nicht erst seit Freitag. Zudem komme ich beruflich aus dem Blätterwald und kenne nicht nur die „mal gern mitspielen wollende Konsumentenseite“. Dabei sehe ich diese nicht einmal als illegitim an – ganz im Gegenteil. Und trotzdem gehört zur Betrachtung – will man eben nicht „verscheißert“ werden – das ganze Bild und nicht nur die eigene rosa angemalte Wunschvorstellung. Das Leben – auch im Internet – ist nun mal kein Ponyhof. Punkt.

        Kritik setzt übrigens immer herab, denn es gibt keine konstruktive Kritik, falls du darauf hinaus willst. Wenn ich einen Umstand sehe, der kritikwürdig ist, in dessen Dunstkreis sich Menschen verrennnen oder „verbraten“ werden, dann mache ich darauf aufmerksam. Sie haben dann verschiedene Möglichkeiten: sich angegriffen fühlen (ja, durchaus nachvollziehbar), sich hinterfragen, es ignorieren, die situation neu bewerten, was auch immer.

        Und da ich zu dem Thema nun alles gesagt und nicht vorhabe, hier den Dauerposter zu geben, wars das an Anmerkungen. Macht was draus oder fühlt Euch einfach nur angegriffen, wenns schön macht. Das ist nicht mein Problem.

  8. Der Freitagsblogger Georg von Grote ist nur einer von vielen „Israelgegnern“ in der Freitagscommunity. Die Redaktion des „Freitag“ hetzt in hunderten Artikeln gegen Israel. Der Ressortleiter Politik des „Freitag“ Lutz Herden nennt Israel in seinen Artikeln einen „Pariastaat“, vergleicht Israel mit dem Apartheitsstaat Südafrika, er behauptet, dass die israelische Armee den Gaza-Streifen eingeäschert hat, nachdem sie ihn zuvor „jahrelang blockiert und belagert hat“.

    Im „Freitag“ werden vielfach (beispielsweise Rahab, Alien59, thinktankgirl u.v.m.) Boykottaufrufe gegen Israel initiiert und die sogenannte Einstaatenlösung für Palästina gefordert.

    Ein TomGard schrieb dort beispielsweise:
    „.… zum zionistischen Apartheidsstaat und den Greueln, den er an der palästinensischen Bevölkerung begeht. spielt die erhebliche ökonomische und politische Macht, welche der sich jüdisch definierende Teil der herrschenden Klasse in den USA und ihm nahestehende Kreise auf sich versammeln…“ ,

    oder
    „.. die Lage wurde von zionistischen Schlächtern absichtsvoll und systematisch herbei geführt, viele von ihnen haben sich dazu bekannt. Die Errichtung des KZ Gaza zementierte diese Lage noch einmal…“,

    Ein Fritz Teich schrieb:“Wenn ein Terrorist eine Bombe auf einen israelischen Bus schmeißt, wird er keine Unschuldigen treffen”

    Für diese Hetze wurde Fritz Teich und Co. nicht sofort aus der „Community“ geworfen. Im Gegensatz zu den Kritikern von Antisemitismus und Sozialdarwinismus. Hunderte Artikel der Freitags-Redaktion gegen Israel, tausende antisemitische Kommentare und Blogs von Freitagsbloggern lassen nicht verwundern wenn kein einziger kritischer Artikel des „Freitags“ gegen die islamfaschistische Hamas oder Hisbollah zu finden ist. Die Menschenverachtung der iranischen Regierung, der Hamas, der Hisbollah wird im Freitag relativiert, verharmlost oder gar gerechtfertigt, während scheinbar für den „Freitag“ der Judenstaat die „Wiege des Bösen ist“. Wie blind muss man sein diese judenfeindliche Tendenz nicht zu erkennen?
    Der „Freitag“ ist meiner Ansicht ein Angriff auf die Zivilisation.

    http://thinktankboy.wordpress.com/2011/07/29/offener-brief-an-die-israelische-botschaft/

    http://thinktankboy.wordpress.com/2010/10/01/%E2%80%9Efreitags-avantgarde%E2%80%9C-vol-6/

    http://thinktankboy.wordpress.com/2012/04/20/freitagsreservisten/

    [Der Kommentar von Blogger fidelche ist nach Auffassung der Ausrufer in jeder Hinsicht unangemessen. Wir weisen insbesondere die als Folgerung getarnte Prämisse, dass Kritik am Staat Israel unterschiedslos als judenfeindlich einzustufen sei, wie es im Text und in den verlinkten Artikeln geschieht, zurück. Ferner sehen wir ein gewichtiges Problem in der inflationären Verwendung des Wortes „Hetze“ und seiner Ableitungen. Denn es fehlt jede rationale und nachvollziehbare Darlegung, wodurch sich diese von sachlich falschen, aber vom Grundrecht der Meinungsfreiheit noch gedeckten Behauptungen und Meinungen unterscheiden sollen. Auch hier ist erkennbar die o.g. Prämisse wirksam.
    Ausschlaggebend für die Zurückweisung ist jedoch die darin zum Ausdruck kommende Instrumentalisierung von Dichotomien als Mittel der Konfliktförderung zu eigenen Zwecken: Unter Umgehung der Notwendigkeit, Antisemitismus definieren zu müssen, um dann die zitierten Äußerungen einer Überprüfung zu entziehen, sie sofort den als politischen Gegner Identifizierten mit dem Epitheton der Unmenschlichkeit bezeichnen zu können.
    Wie wirr sich das gestaltet, zeigt in diesen Minuten, da ich das schreibe, fidelches Bemerkung auf der Internetpräsenz „Mission Impossible“ um 19:35: „Und dann kommen Blogger wie wwalkie, Achtermann und ed2murrow daher und versuchen ihr Freitagsprojekt “sauber” zu halten. Das hat doch was. Das hat doch Witz, oder vielleicht nicht? Diese Typen sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht.“ Man nennt so etwas ein taktisches Verhältnis zur Wahrheit.
    Die Ausrufer veröffentlichen gleichwohl den Kommentar, denn auch das ist ein Dokument dafür, unter welchen Prämissen Menschen in Deutschland zu Objekten der Herrschaft gemacht werden.e2m]

    1. Ach ja noch ganz vergessen. Hier gibt es was zu gewinnen:

      xxx xxxx xxxx

      [Der Link wird nicht veröffentlicht. Er verweist auf eine öffentliche Auslobung, deren Erfüllbarkeit durch den oder die Auslobenden nicht überprüft werden kann.e2m]

      1. Hallo fidelche,
        witzigerweise gab es das aus meiner Feder – wenn natürlich auch nicht ich der von Dir gewiß favorisierten Form des „TÖTET SIE ALLE!!“. Rahab wird sich vielleicht erinnern, daß ich eine lange Antwort auf einen ihrer Blogs geschrieben habe, in der ich für Agitation gegen den arabischen und zionistischen Nationalismus zugleich warb und die Wandlung des palästinensischen Widerstandes von einer sozialen zu einer politischen Bewegung beklagte.
        Übrigens – daß die Hamas von Israel selbst gegen die PLO in Stellung gebracht wurde und sie (bzw. die Muslimbrüder) ohne die großzügige Subventionierung ihrer Wohlfahrtseinrichtungen schwerlich einen großen Fußabdruck im Westjordanland und Gaza hinterlassen hätten, ist längst historisch verbürgt; nebst dem basartechnischen Stellenwert ihres Verbalradikalismus. So richtig blutig schlagen die Brüder erst im Kampf gegen die Konkurrenten um Pfründe zu; man schlachtet halt nicht die Kuh, die man zu melken beabsichtigt, wie jüngst am Verhältnis der mursischen Worte und Taten zu beobachten.
        Nur so, des Paradoxons halber….

    2. Nein, nicht jede Kritik an Israel ist antisemitisch. Nirgends habe ich derartiges behauptet. Ich halte mich an die Antisemitismusdefinition der EUMC. Haben Sie eine bessere Definition? Dann offenbaren Sie doch ihre Definition.

      Im „Freitag“ schreibt die Redaktion von Lutz Herden über Felicia Langer bis Ury Averny gegen Israel in hunderten Artikeln an. Sie werden keinen einzigen Artikel finden der „Pro Israel“ ist. Der eliminatorische Antisemitismus der Hamas, der Hisbollah, des Irans wird im „Freitag“ ignoriert. Es gibt im „Freitag“ keinen einzigen Artikel der die menschenverachtenden Taten und Reden der Terrororganisationen von Hamas oder Hisbollah entsprechend gewürdigt hätte, wie es beispielsweise in “Konkret” oder der “Jungle Word” in so gut wie jeder Ausgabe der Fall ist. Diese Einseitigkeit ist „einmalig“ im „Freitag“.
      Der Herausgeber des “Freitags”, Jakob Augstein bezeichnet den gedichteten Satz von Günter Grass, “Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden”, als richtig. Die Nicht–Rettung der „Schleckerfrauen“bringt Augstein direkt mit deutschen Rüstungsgeschäften mit Israel in Verbindung . Für Augstein sind die “Schlecker-Frauen” das Opfer der israelischen Atompolitik.

      Rolf Behrens
      hat vor langer Zeit den Spiegel auf antisemitische Klischees untersucht. Wenn ich diese Studie zur Grundlage nehmen würde und diese wissenschaflichen Parameter bei Augsteins Freitag anwenden würde, käme ich auf ein bedeutend eindeutigeres Ergebnis als Rolf Behrens.

      Es reicht die Antisemitismusdefinition der EUMC um den Antisemitismus des „Freitags“ belegen zu können. Was meinen wohl die „Ausrufer“, wieviele Steriotype, wieviele antisemitische Ideologeme, wieviele Vergleiche zwischen Israel und dem Nationalsozialismus ich in den Artikeln der Freitagsredaktion im Zeitraum von 2010 bis 2012 nachweisen könnte, ganz zu schweigen von den unzähligen Blogs und Kommentaren der Freitagsavantgardisten?

      Im deutschsprachigen Raum gibt es kein vergleichbares Medium, dass in dieser Häufigkeit so vehement gegen Israel agitiert und so konsequent die Hamas verharmost wie es im „Freitag“ zu „bewundern“ ist.

      [Ihre Agitation, fidelche, richtet sich einzig und allein gegen eine bestimmte Zeitung. Das ist Ihr Thema. Dazu instrumentalisieren Sie das Wort „Antisemitismus“ im Sinne einer Organisation, des EUMC die es nicht mehr gibt, zu, ich wiederhole mich: Ihren eigenen, eigennützigen Zwecken. Die weder die dieses Blogs noch dieser Plattform sind. Sie werden Verständnis haben, dass die Ausrufer sich sehr ungerne in einem Spiel über Bande mit der von Ihnen maßgeblich gestalteten „Mission Impossible“ einbeziehen lassen, um sich dort als ‚Typen sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht‘ bezeichnen zu lassen, aber trotzdem als Träger Ihrer ziemlich eindimensionalen Botschaften gebrauchen zu lassen. Das ist zwar ein erheiternder Versuch, aber kein Dilemma. Auch dieser Kommentar bleibt zu Dokumentatonszwecken stehen. Ab dem jetzigen Zeitpunkt werde ich allerdings x-akt die gleiche Methode anwenden, die Ihre „Mission Impossible“ mehrfach auf schlicht mißliebige Kommentare angewandt hat. Das nennt man das Prinzip der Gegenseitigkeit. e2m]

      1. dats ne argumentation,
        ick schneid mir da n scheibschen ab,wenn ick dürfen tu:
        „…Es gibt im „Freitag“ keinen einzigen Artikel der die menschenverachtenden Taten und Reden der Terrororganisationen von Hamas oder Hisbollah entsprechend gewürdigt hätte, wie es beispielsweise in “Konkret” oder der “Jungle Word” in so gut wie jeder Ausgabe der Fall ist. Diese Einseitigkeit ist „einmalig“ im „Freitag“. …“

        hat ma zwei einseitigkeiten,
        könnt ma zweiseitigkeiten gewinnen, schee…

      2. Ich kann mich nicht erinnern, dass „ed2murrow“ in „Mission Impossible“ zensiert worden wäre. Seine Kommentare wurden ohne jedes Warten auf Freischalten freigegeben. Freitagsblogger wurden erst nach mehrmaligen Verstößen gegen die Netiquette von MI zensiert. Die Inhalte meiner Kommentare hier sind belegbar, alle Zitate entsprechen der Wahrheit, die Antisemitismudefinition der EUMC ist ein Faktum.

        Ich stelle fest: Meine Fragen blieben unbeantwortet. Auf meine Argumente folgten keine Beweisführungen sondern unkonkrete, schwammige Äußerungen, was ich alles aus den „Diskussionen des „Freitags“ kenne und mich daher nicht wundert, da sich ein „Ausrufer“ doch als ein „Teil des Projektes derFreitag“ betrachtet.

        Rahabs Boykottaufrufe gegen jüdische Unternehmen in Israel im „Freitag“, ihre Gleichsetzungen von Israel mit dem Apartheidstaat Südafrika, ihre Forderung nach der „Einstaatenlösung“, ihre Gleichsetzung von Steinigungen im Iran mit dem „hiesigen Gerede vom Fremdgehen“, ihre Relativierungen des Holocaust oder des Aufrufs des Muftis von Jerusalem alle Juden zu ermorden, mögen für die „Ausrufer“ akzeptable Meinungsäußerungen sein, ich wende mich weiterhin gegen die Delegitimierung Israels und jede Menschenverachtung. Zur Erinnerung: Die Delegitimierung von Juden endete im Holocaust.

        Kürzlich habe ich mich mit dem Blogbetreiber von „Chiemgau Gemseier“ (steht hier im Blogroll) über die „Ausrufer“, den „Freitag“ und die antisemitische „Große Göttin Szene“ unterhalten. Vielleicht sprechen die „Ausrufer“ beim nächsten Skeptikerstammtisch Peter B. darauf an.

        In meinem eMailverkehr mit Henrik M. Broder bezüglich des Antisemitismus im „Freitag“ stelle ich eine sehr schöne Übereinstimmung zwischen den Ansichten von HMB und mir fest. Leider kann ich die Inhalte dieses eMailverkehrs hier nicht offenlegen. Vermutlich würde diese Offenlegung ohnehin hier zensiert. Müßig zu erwähnen, dass ich diametral entgegengesetzte Ansichten über Meinungsfreiheit und aufklärerischem Journalismus habe als die hiesigen „Ausrufer“.

        So und nun will ich die „Ausrufer“ und ihre Freunde nicht länger behindern, damit sie auch in Zukunft wieder „kontrovers“ , aber ungestört in ihrer heilen Welt über den „Freitag“ und andere Themen „diskutieren“ können.

        [Sie versuchen eine Umkehrung von Beweislasten: Indem Sie einfach postulieren, etwas sei „antisemitisch“ und dazu auf eine „Definition“ verweisen, die Sie nicht zitieren und auch nicht belegen -sie verweisen auf eine von Ihnen selbst gestaltete Seite-, damit der Leser die Subsumtion vornehme, suggerieren Sie statt sich der Arbeit zu unterziehen, selbst die Subsumtion durchzuführen. Ihre Argumentationsweise ist daher die eines petitio principii. Damit ist, lediglich rhetorisch, aber nicht in der Sache selbst, eine Scheinlogik konstruiert, die sich selbst der Beweisführung entzieht, sich dieser sogar enthebt. Sie fordern das allerdings dann von den so per „Antisemitismus“ Stigmatisierten ein und prangern an, Ihre Bekundungen (die Sie auch noch unverschämt als „Fragen“ deklarieren) und Suggestionen zu widerlegen. Sie praktizieren damit lediglich eine Spiegelung in der vagen Hoffnung, Dilemmata zu kreieren.
        Das Prinzip der Gegenseitigkeit erstreckt sich auf die Handhabung von Meinungsfreiheit, wie Sie sie auf Ihrer Plattform verstehen. Das bezieht nicht nur mich mit ein.
        Für den Hinweis, dass Sie sich selbst als Behinderer erachten, also für diesen luziden Moment Ihrer Selbsterkenntnis, danken die Ausrufer und sind zuversichtlich, dass Sie Ihre Ankündigung wahr machen. e2m]

      3. EUMC ist keine definition und auch keine kritische arbeit am begriff, sondern einfach ein katalog, welcher der noch immer starken gottgegebenen rigiden moral der meisten bundesbürger sehr entgegenkommt. da kann man lesen, dass man, wenn man dies &jenes nicht sagt, wenn man nicht von da&dort kommt, wenn man nicht dieser&jener religionsgemeinschaft/ethnie angehört – man kein antisemit ist. ist doch toll! denn man nimmt die befreiende botschaft mit, der wahre antisemit sei entweder irgendwie arabisch oder ayatollah. und fühlt sich in der staatsraison gut aufgehoben – welch ein verschmelzungserlebnis! gleichzeitig hat man ein tolles argument, gegen die aufnahme von flüchtlingen aus arabischen/islamischen staaten zu sein – denn schließlich kann einem doch nicht zugemutet werden, hier antisemiten schutz zu gewähren, wallah! weshalb das mit dem asylkompromiß, Dublin2 und frontex ganz richtig ist. was jeden tag bekräftigt wird.

        solange solche mechanismen von exklusion und stigmatisierung wirken, kommt es auf definition nicht an. im gegenteil: die könnte stören!
        wie ja bei den panzerknackerjungs auch alles störte, was zur arbeit am begriff ansetzen wollte.

      4. und so sieht eine definition aus
        Antisemitismus ist »eine anhaltende latente Struktur feindseliger Überzeugungen gegenüber Juden als Kollektiv, die sich bei Individuen als Haltung, in der Kultur als Mythos, Ideologie, Folklore sowie Einbildung und in Handlungen manifestieren – soziale oder rechtliche Diskriminierung, politische Mobilisierung gegen die Juden und kollektive oder staatliche Gewalt –, die dazu führen und/oder darauf abzielen, Juden als Juden zu entfernen, zu verdrängen oder zu zerstören« (Helen Fein)
        was die „institution“ EUMC daraus gemacht hat, war ein offener katalog, der alle wo lust hatten, dazu einlud, wen anders mal eben als antisemit zu denunzieren. ein beispiel, wo genau dies geschah und geschieht, ist allseits bekannt.

      5. Tja nun. So ist das mit Sprache eben – eine Krücke, zuweilen eine recht wacklige noch dazu. Dabei will ich der EUMC nicht einmal die Schuld geben, sondern eher auf die abzielen, die einen derartigen Katalog fahrlässig gebrauchen. Derlei Arten des Gebrauchs sind jedoch an vielen Orten zu sehen. Es bietet sich ja auch an – irgendwie. Und auch aus diesem Gebrauch durch eine Gruppe bildet sich so etwas wie Gemeinschaft heraus. Ist das nicht schön?

  9. Bereits vor mehr als einem Jahr fragte ich bei freitag.de, ob es nicht angemessen wäre, ein anderes Wort für Rassismus zu suchen.
    Ich gebe an die Hand eine sehr kursorische Betrachtung auf Albert Memmi in den Augen von Gaitanides: http://www.fb4.fh-frankfurt.de/whoiswho/gaitanides/Memmi_Rassismus.pdf :

    „Der Rassismus ist die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung
    tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und
    zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien oder seine
    Aggressionen gerechtfertigt werden sollen.“

    Das, was EUMC versucht hat, war, Äußerungen bestimmbar zu machen, ohne sie auf eine eigentliche Substanz zurückzuführen; mehr ein opportuner politischer Text der Konfliktbeschreibung als der Ursachenbenennung.

    Übrigens: Memmi kann man nicht ohne seine Auseinandersetzung mit der Négritude von Aimé Césaire, Senghor und Damas, dazu den Orphée Noir von Sartre und in deren Gefolge mit Frantz Fanon lesen.

    1. damit wären wir bei der frage, ob der freitag einfach nur ein meinungsmedium im kontext ist oder ob und wie und wo nicht es den kontext zum thema macht.

    2. nochmal frau butler

      „…
      Sie sprechen auch von islamophober Diskriminierung. Wie unterscheiden Sie Islamophobie von Rassismus? Oder anders gefragt: Warum ist der Begriff Islamophobie notwendig?

      Ich glaube nicht, dass ich mit diesem Gefühl der Notwendigkeit allein bin. Der Begriff zirkuliert bereits eine Weile. Möglicherweise müssen wir über Rassismus nachdenken als etwas, das wir in allen seinen Formen ablehnen. In diesem Sinne schließt Rassismus den Rassismus gegen Schwarze, Antisemitismus, antiarabischen Rassismus oder Rassismus gegen Menschen in Ostindien ein, um nur ein paar zu nennen. Wenn wir jede Form des Rassismus ablehnen wollen, dann müssen wir auch wissen, wie diese Rassismen funktionieren, und das tun sie auf sehr unterschiedliche Weise. In diesem Sinne ist das gesellschaftliche und kulturelle Funktionieren des Antisemitismus nicht dasselbe wie der Rassismus gegen Schwarze. Der Begriff »Islamophobie« versucht also die Möglichkeit zu bieten, darüber nachzudenken, wie »der Islam« zur Quelle von Angst und Panik wird, wie schnell Stereotype entstehen und zirkulieren und wie wenig dabei über den Islam und seine verschiedenen Formen jeweils gewusst wird. Es ist eine spezifische kulturelle Form der »Panik«. Es ist wichtig, dass unsere Positionen auf Wissen beruhen, und es braucht Geduld, um diese neuen Rassismen, ihre Erscheinungsformen und Verbreitung zu verstehen. Nur dann können wir sie effektiv bekämpfen, und das ist unbedingt notwendig.
      …“

      1. Aufklärung hilft da schon ein wenig. Vor ein paar Tagen stand ich hier in Bonn und sah einen schiitischen Trauermarsch zu Ehren Imam Ali. Wer nicht weiß, wie das aussieht… Man sieht einge große Anzahl junger Männer, die Trauerlieder singen und sich dazu auf die Brust schlagen. Für Mitteleuropäer ist das sehr befremdlich. Als gut und richtig empfand ich, dass einige Frauen den Zug begleiteten und eine gedruckte Erklärung verteilten und Fragen beantworteten. Die Passanten sahen danach gleich viel entspannter aus.

      2. siehst, mir fehlen solch
        „anschauungen“ schon,…

        hier ziehen immer „die schützen“ lang
        oder „die feuerwehr“ oder
        „die kirchengemeinde“
        oder…oder…
        und niemand verteilt zettel,
        wo erklärt wird,
        was diese uniformierten aufmärsche
        und der krach dabei soll…
        und diesen glockeneinsatz und die länge der glöcknerei (is ja unterschiedlich)
        hab ich auch noch nicht „begriffen“…
        außerdem werden immer dieselben lieder geblasen und getrommelt,
        „when the saints go marching in“ und sowas,
        ne krückenerklärung (annahme) ist mir da bisher einzig,
        daß es vielleicht einfach zu orchestrieren geht bzw in ermangelung
        „guter nationaler marschmusik“ (also erlaubter) zu persil(noten) gegriffen wird,
        ka ?

    3. haben Sie „die verdammten dieser erde“ gelesen?
      sartres vorwort?
      ich hatte ja mal ne lange,ausgiebige sartre-phase, aber ja, es ist sehr wohltuend
      nach all den letzten jahren der humanismus-huberei und des gewaltverbots (inform eingeforderten gewaltverzichts unter allen umständen)…
      so dank ich für die letzten drei zeilen,fanon und nun ersteinmal für sartres vorwort…

      (ich sah grad beim drumherumlesen, daß sartre auch „die folter“ (drüben bei rahab erwähnt) besprach, dacht, es sei wiedermal nunja, dem ostblockanliegen geschuldet, es im bücherregal meiner eltern zu finden … eines von vielen (auf grund irgendeines „anliegens“), aber nun:
      http://www.monde-diplomatique.de/pm/2004/11/12.mondeText.artikel,a0033.idx,8
      hatte neulich, weil ichs hier im regal nicht fand gleich, bei amazon usw geschaut, nirgens so ganz normal als das schmale bändchen,was hier steht zu finden, daher der gedanke des ostblockanliegens …
      s wurd anscheinend nicht aufgelegt hierzulande?
      http://www.ebay.de/itm/Folter-Henri-Alleg-Aufbau-Verlag-Berlin-1958-DDR-Buch-VEB-La-Question-/320979831580
      allerdings is in meinem das geleitwort von sartre nicht enthalten… (jetzt wüßt ich gern,wasser sich da geleistet hat, daß es nicht mitgedruckt wurd+erschien)
      doch biblio :http://d-nb.info/450050424/about/html )

      dies vorwort und folgend nun fanons text , ja :yes: :-)

      so könnens mir allesamt gestohlen bleiben ,
      damit komm ich (kommunikativ) erstmal ne weile wieder allein zurecht …
      ob ich den sartre doch nochmal? frau de b. hatte ihn per persönlicher interessenlage so schnell abgelöst damals … ;-) …kann mich nicht an derartige direktheit (außer in die schmutzigen hände vielleicht) erinnern, aber vielleicht mußt ich sie „damals“ auch noch nicht derart missen, über ein zuzweit hinaus zumeist nur schwafelei und huberei…
      säß eine/r von euch jetzt hier, mir gegenüber, ich würd mit der wut der kolonialisierten (da jibbet wohl metaebenen?) ihm/ihr das büchlein um die ohren haun, nicht einmal, nein keineswegs, ganz unmanierlich ginge es solange bis mir die ohren entzogen würden…

      1. Was mir zu Rassismus einfiele, Jana, wäre Cahier d’un retour au pays natal von Césaire mit dem Vorwort von Breton, beides wiederum als Antwort auf la Nausée von Sartre, der Césaire dann 1948 mit seinen nun durchdachteren Konzepten im Orphée Noire beantwortete, was „doch nur“ das Vorwort zur Anthologie von Senghor war. Aus diesem (!) Spannungsfeld ergibt sich Frantz Fanons Beschäftigung, für Memmi der Ausgangspunkt seiner über 30-jährigen teilweise quälenden Auseinandersetzung mit seiner dreifachen Eigenschaft als Jude, Maghrebiner und Franzose. Mir fiele dann auch ein, warum in den Literaturwissenschaften plötzlich auftaucht, dass die Négritude von der Migretude abgelöst worden sei oder wie es kommt, dass die Humanwissenschaft Rasse gerne auf den Haufen der nutzlosen Begriffe werden würde, aber immer noch gilt, was Colette Guillaumin als „empirisch wirksames Mittel“ bezeichnet hat. Und ich könnte etwas dazu sagen, dass in Deutschland viel zu wenig französisch gedacht wird, vor allem was „Freiheit“ angeht.
        Ich danke für die Anregungen.

      2. nu, ich mag herrn breton nich so recht,
        hatte mich zwangsläufig mit den surrealistengruppen beschäftigt
        und der herr gefiel sich allzu sehr in seiner „führerschaft,“
        daß er um sich biß , was das zeug hielt, so blieb „breton“ an „breton“ hängen und beiseite gelegt :roll: andre waren mir da weit angenehmer ;-)
        dabei wird allzuviel verpaßt, ich weiß,
        „wichtige texte“ usw, aber ich schaffs nicht „werk“ und „werkschaffende/n“ zu trennen, da sichs zumeist um gespräche handelt im lesen/anschaun und mir die leuts so zu halbrealen gegenübern werden, mit denen ich schließlich zwischenmenschel…
        breton is in der schublade „fake“, kommt da so schnell auch nicht mehr heraus, so erles ich mir nun mal ein zwischenergebnis eines spannungsfeldes,von dem ich nichts/wenig weiß, wobei ichs breton-vorwort ja überblättern könnt,wenns ne deutsche ausgabe gibt/gäbe? …
        ich mag/kann nicht „französisch“ denken, es wäre ein nie sitzender mantel oder immerkneifender schuh, aber ich bereise lesend gern diese fremde (isse nur übersetzt ;-) )

        und nu bdt

      3. damit hab ich mich reichlich…
        :roll:

        ich weiß, mich erwartet im büchlein „psycho“,
        wie auch anders per autor, aber es bildet nicht den grundstock,
        kann es nicht (mehr) in derartiger „verfassung“ und zwingt dort auch nicht sich als „lösungsweg“ auf…

        stabilisierendes ist nie verkehrt, nur bejuble ich an diesem büchlein grade,
        daß sich gegen ein „einfinden“,“einrichten“ in der gewaltsam aufgezwungenen „kultur“ erwehrt wird und dies mit der notwendigen gegengewalt!

        „… Ich habe meinen Bericht beendet. Nie ist mir das Schreiben so schwer gefallen. Vielleicht ist alles noch zu frisch in meinem Gedächtnis. Vielleicht ist es auch der Gedanke, daß dieser Druck, der jetzt von mir genommen ist, im gleichen Augenblick, in dem ich schreibe, auf anderen lastet und lasten wird, solange dieser verhaßte Krieg nicht aufhört…“

        dies „andere“, diese „anderen“ … ist eine immense belastung, nachdem „…alles aufgeschrieben, was ich weiß…“ und eine befähigung zu handeln gibt nicht „psycho“, das gibt die beschreibung des vorgefundenen und die ist außer mit den nicht diagnostizierend gemeinten „irre“,“wahnsinn“…usw keine psychologische bzw psychotherapeutische bzw -analytische bzw…usw…

        nochwas ausm vorwort, aber dann bdt:

        „…-die Sturmflut der Gewalt reißt alle Schranken nieder. In Algerien und Angola massakriert man die Europäer öffentlich. Das ist der Moment des Bumerang, die dritte Phase der Gewalt : sie kommt auf uns zurück, sie schlägt uns, und wir verstehen so wenig wie früher, daß es die unsre ist. Die „Liberalen“ erstarren vor Entsetzen: sie geben zu, daß wir mit den Eingeborenen nicht gerade sehr höflich umgegangen sind, daß es gerechter und klüger gewesen wäre, ihnen im Rahmen der Möglichkeiten bestimmte Rechte zuzubilligen; sie waren bereit, sie schubweise und ohne Kaution in unseren geschlossenen Klub aufzunehmen: und jetzt werden sie von der barbarischen und tollwütigen Entfesselung ebensowenig verschont wie die bösen Kolonialherren. Die Linke des Mutterlandes ist in Verlegenheit: sie kennt das wahre Los der Eingeborenen, ihre erbarmungslose Unterdrückung, sie verurteilt ihren Aufstand nicht, weil sie weiß, daß wir alles getan haben, ihn hervorzurufen. Aber es gibt einfach Grenzen, denkt die Linke: diesen Guerillakämpfern müßte es am Herzen liegen, sich ritterlich zu verhalten; das wäre das beste Mittel, zu beweisen, daß sie Menschen sind. Manchmal tadelt sie sogar: „Ihr geht zu weit, wir werden euch nicht mehr unterstützen.“ Sie pfeifen darauf: diese Unterstützung kann sich die Linke an den Hut stecken. Sobald der Krieg begonnen hatte, haben sie jene harte Wahrheit erkannt: wir „Mutterländer“ taugen alle, wie wir sind, gleich viel: wir haben alle von ihnen profitiert, sie haben nichts zu beweisen, sie werden niemanden bevorzugt behandeln. Sie haben nur eine einzige Aufgabe, ein einziges Ziel: den Kolonialismus mit (kursiv) allen Mitteln zum Teufel zu jagen. Und die Einsichtigsten unter uns wären zur Not bereit, das gelten zu lassen, aber sie können nicht umhin, in dieser Kraftprobe ein ganz unmenschliches Mittel zu sehen, zu welchem die Untermenschen gegriffen haben, um eine Menschlichkeitscharta gewährt zu bekommen. Man soll sie ihnen also so schnell wie möglich zubilligen, und dann mögen sie durch friedliche Unternehmen versuchen, sie zu verdienen. Wie rassistisch sind doch unsere schönen Seelen! …“

      4. ok, ich hätte auch die homepage vom bzfo nehmen können…
        das bzfo fand ich deshalb passend, weil heutzutage menschen immer erst noch erklärt werden muß, von fachleuten!, 1. was richtige folter ist und 2. wer wirklich gefoltert wurde

      5. ja, das „richtige“ und das „wirkliche“ …
        schlimm bei diesem (um ein nichtabgeschoben-werden-willen zb) anerkennen lassen müssen ist, daß eben in der gewichtung der kriterien politisch entschieden wird bzw eher ja polit-ökonomisch und die „opfer“ so in eine bringschuld , eine lieferschuld gesetzt werden (wenns per psycho läuft zb) … wenns nicht ausreicht, mußt dich tiefer be-irren, dich noch weiter ver-rücken und soetwas kann mensch wirklich und wirkmächtig mit sich veranstalten…
        in dem psychoforum, in dem ich bis vor nun einigen jahren lebte, tauchte irgendwann eine kroatin (? ka mehr), eine junge frau aus ex-jugoslawien auf, die als junges mädchen vergewaltigt worden war und ihre familie verlor, letztere nicht ausschließlich an den tod, eher in den sich-jeweils-zurechnenden familienmitgliedern an die kriegsparteien unterschiedlichster art…egalwie, sie sollte nun dann, da ja wieder „ruhe“ in der „heimat“ abgeschoben werden… sie hätt nicht gewußt, wohin dort,wie und was…das war vorerst der hauptweigerungsgrund … egalwie wurd ihr geraten, die abschiebung mit psychiatrischen gutachten zu verhindern, was auf grund ihrer erlebnisse durchaus drin war…
        ich will nicht sagen, daß sie nicht unter den vergewaltigungen und kriegserlebnissen gelitten habe, aber das leid, was deutlich wurde, hatte eben nicht „ausgereicht“, sie erfüllte keineswegs die palette der ptbs und auch sonst wollte sie schlicht nicht zurück,in eine fremde zurück, die sie sich eben auch nicht wieder bekannt machen wollte. absolut ausreichend, hier zu bleiben… sie wollt ruhe, ihre schule beenden und schließlich studieren, sie wollt nur „ganz normal hier weiterleben“, …
        nun also psycho und je länger sie unter „uns durchgeknallten“ schreibend verweilte, desto „irrer“ wurd sie… diese vergewaltigungen, das erleben dieser metzelei sind im psycho „ursachen“ und wie das wort irgendwie fordert, ergeben sich daraus „wirkungen“…so wirkte sich das annehmen ihrer erfahrungen als ursachen tatsächlich aus, immer enger und länger die spirale bis sie aus dem leben in einer spiraligen umlaufbahn in nem hamsterradartigen gebilde landete, vollkommen abgedreht und schließlich auch medikamentisiert als erscheinung „total irre“…
        da muß und wird dann eine vorab nicht spürbare, in erscheinung getretene symptomatik ausgehoben, diese dann gelebt bis unkontrollierbar/unwillkürlich sie sich als reaktionsmuster etabliert und damit zusätzliches leiden erzeugt…
        und diese zusatzver-irrung kam nicht aus der therapeutisch begleiteten „aufdeckung“, da mußte nichts „zutage/-bewußtsein“ gebracht werden, sie hatte klare worte über und für das,was ihr geschehen war, nur entsprach das nicht den anforderungen des katalogs…
        am end rettete sie wohl ein zugesicherter (vorabvertrag) ausbildungsplatz nach dem schulabschluß+ die notwendigkeit, ihre therapie fortsetzen zu können …

        was sind das für „wirkliche“ und „richtige“ begründungen, wenn eine junge frau, die sich ihr leben, dasein eingerichtet hat mit ein paar handhabbaren „problemen im zwischenmenschlichen“ , die „ganz normal“ ihre zukunft plante, die in nem freundeskreis gebettet war usw usf …in die behandlungsmühlen der geschlossenen abteilung der psychatrie begibt, um ihr leben/dasein behalten zu können, weiterleben zu können?

      6. Jana, ich habe mich damit auch reichlich…. so reichlich, dass mir die smileys dafür ausgegangen sind
        ich seh das als die, welche öfter mal das vergnügen hatte, im sitzungssaal therapiestunde mit/am gericht mitzuerleben
        und als die, welche mal einem amtsarzt erklären mußte, woran er eine fußsohle nach falaka erkennt…

      7. ja, ich wollt dir da keine „neuigkeit“
        mitteilen!
        die frau verlor über ihr hinzukommendes „super-irre“- sein einen großteil ihrer freunde/freundinnen, ihrer bindungen, da diese mit ihr nicht mehr klarkamen, auch im forum wurd sie angefeindet für soetwas wie „sich gehen lassen“ und war dann eben auch verschwunden… und diese erfahrungen werden sicherlich sich im folgenden „günstig“ auf die erfüllung des katalogs ausgewirkt haben, sie hatte sehr gelitten unter der sich breitmachenden ablehnung und sich entsprechend „klammernd“ verhalten…
        naja, wahrscheinlich wäre ein buch, das schlicht einige der gerichtstherapien mitschreibt auchmal notwendig, ums (mit)erlebbar zu machen …

        lg

      8. was soll ich sagen?
        dieselben leute, welche finden, dass diese junge frau doch ruhig wieder ’nachhause gehen‘ könnte (schließlich sind doch die juden auch im land der täter geblieben, werden einige noch hinzusetzen), lesen womöglich Sartre’s vor wort geleitwort zur folter mir ‚großem gewinn‘.
        ist das krank?
        macht das andere leiden?

        die erfahrungen, die zu machen sind, wenn nichts anderes bleibt als bleiberecht über ärztliche gutachten durchzusetzen, können sehr verletzend sein.

      9. lesen womöglich Sartre’s vor wort geleitwort zur folter mir ‘großem gewinn’.

        hast du`s gefunden im netz?
        ich nämlich nicht,also, wenn: her mit dem link …

        das abgetipselte vorwort hier von sartre ist das zu fanon…

        ansonsten: hmm, wüßt nicht die begründung deiner behauptung,
        außer darin, daß auch die größten halsabschneider gern sich den philosophen zuwenden, überall mal n bisgen, liegt an „philosophie“ an sich, also an diesem tätigkeitsgebiet, denk…

        +++
        ansonsten ärger ich mich grad über hardob @hardob , dem (willentlichen?) nichtverstehen dessen,was phineas schrieb und etwas andersentlang + anschaulicher ein andrer nick,den ich nicht merkte leider…
        was ist so schlimm daran, das „kind“ rassismus zu nennen, bei letzterem im sozialdarwinistischen sinne …statt „antisemitismus“… warum muß es „antisemitismus“ sein, wiegt das schwerer, ists wirkmächtiger als („dieser allgemeinplatz“ ?) rassismus…
        frau knobloch hatte eindeutig zu verstehen gegeben, daß patriotische israelis und juden in deutschland dasselbe seien,sein müssen… ihre höchstpatriotischen einlassungen der art:
        „wir ertragen, daß…“ müßten frau butler die zehnägel aufrollen lassen, ebenfalls patriotin eines allerdings „jüdischen glaubens“, einer „kultur im sozialen miteinander“ …

        muß da immer irgendne „nummer“ geschoben werden?
        gezogen und dann durchgezogen?

        ich hatte mich bezüglich frau butler auch etwas vertan,
        jetzt, nachdem ich da diese arte-tube gesehn habe, also das im freitag verlinkte,
        kann zumindest der irrige vorwurf, die hätte was gegen „körper“, wolle diese glatt „abschaffen“ usw usf, wie es hier und da heißt und ja, ich zweifelte, ob sie sich diesen zug erhalten möchte, diesen unangenehmen „feminist/innen-zug“ teils in den büchern, mensch kann, wenn gewollt das so lesen, aber wenn mensch dann sieht wie butler sich bewegt, nuja, also dieser art körperbetont begegnet mensch -leider- allzu selten nur ;-) …, dann ähhm is irgendwas wie ne angeblich per butler zu erstreitende entkörperung des sexuellen wesens der beste witz seit…ähhhm, keine ahnung, wann ich meinen letzten besten witz erhören/lesen durfte, is aber ne weile her…
        ich sagt` gestern abend nur, wie jetzt abermals vorm schlafengehn:
        eigentlich müßte bei den gender-studies ne anti-butler-ring-vl zu finden sein, gleich am anfang des studiums, aber egalwie, butler soll als „butler“ herhalten, auf allen seiten… ehrlich, wenn ich sie wäre, würd ich mich mit (ihrer annahme) jjudentum bzw die jüdische denk/glaubensart wäre gewissermaßen staatskritik zur seite setzen, in ruhe, vielleicht sogar ab-seits und dahingehend nachforschen, klingt interessant, wenn auch aufn ersten blick „irre“ oder eben spinoza oder, ka, was sie da alles erzählte… die kommt auf „irre“ ideen (fragestellungen), wenn sie ab-seits denkt … ka : mitleid! … sie ist ernsthaft be-/getroffen von willentlichem mißverstehen durch andere, mit „irren ideen“ (fragestellungen, fragloses/verkonsenstes/genormtes infragestellen) istn mißverstanden werden als reaktion inbegriffen, natürlich ebenso ein mögliches „verstandenwerden“…

        *ich wars nicht, die tüte wars* (stand ja in den aktuellen nachrichten und auch so in kleinstverbreitungswelle mal wieder, wie doof-im-kopp kiffen macht … gutnacht)

      10. nein, das von dir gemeinte vorwort/geleitwort habe ich nicht gefunden.
        es ist aber in manchen fällen auch völlig wurscht, ob dieses oder ein anderes ‚mit gewinn‘ gelesen wurde, weil es am umgang mit der frau aus südost nix ändert.

      11. stimmt,
        nur, wie sollte es auch?
        (solange sklaverei auf sklavenhaltergesellschaften als phase in der menschenhistorie und kolonien als ebensolche phase zu nem andren zeitpunkt als „beendet“ oder wie lieber formuliert wird „überwunden“ gilt…)

        dennoch versteh ich den bogen nicht (und du hattest angefangen, ihn zu schlagen! ;-) )

        ich bastle derzeit an „onkel toms“ hütte, is nich groß,
        aber „abzahl(-arbeit)bar“ :roll: …

  10. Jungs und Mädels, wechselt eure wohlgewählten Passwörter regelmäßig.
    Gestern lief ein Hackerangriff auf meine Blogs, der erste, den ich seit 2007 erleben durfte. Einen professionellen Ursprung darf ich ausschließen, denn meine Besucherzahlen liegen gewöhnlich bei ca 80, Spitzenwerte unter 400 – kein Ziel für die Knackerbande. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenhangs mit Janas und meiner Stichelei gegen den neojakobinischen Volksgenossen weiter oben hoch anzusetzen, um so mehr, als der Angriffspunkt das in diesem Strang angegebene Nebenblog war, nicht das Hauptblog.

    1. Sorry – das muss nicht sein. Für Angriffe sog. Script-Kids ist es völlig unerheblich, ob Dein Blog 20 oder 2 Millionen Besucher hat. Er wird u.U. sogar nur zufällig ausgewählt oder weil ein umfassender Angriff gegen Blogs eines bestimmten Anbieters läuft. Zuweilen laufen auch Spielchen wie: Wer zuerst 50 Blogs geknackt hat, bekommt ein Bier. Cheers.

      Passwörter sind auch garnicht so wichtig wie man meint – dafür. Es gibt andere Wege in eine Website, bzw. in die Datenbank.

      1. Ich nahm an, die Datenbank von „blog.de“ ist gegen Amateurangriffe hinreichend gesichert. Aber okay, ich kenn mich da nicht aus.

  11. Ein Wort noch zur Sache, Janas Butler-Zitat stützend.
    All diejenigen selbsternannten Begriffe von Rassismus, die sozialpsychologischen Prämissen, Dogmen und Verfahren angelehnt werden, sind vom Fleck weg erkennbarer Unfug, weil es logischerweise weder einen „allgemeinmenschlichen“ noch einen „allgemeinsozialen“ Begriff von Rassismus geben kann, der ohne implizite Apologie einer Vorstellung von Rassenzugehörigkeit auskäme, der die Wahrnehmung physiologischer und morphologischer Unterschiede gemäß ihnen äußerlicher Maßstäbe ausdeutet. Die Elementarform ist das Hantieren mit „Identitäten“ und die Erfindung „xenophobischer“ Reflexe in diesem Zusammenhang, weil jede Subsumption rassistischer Phänomene unter diese sozialpsychologischen Apparate deren qualitative Bestimmtheit und Ausgestaltung affirmiert, statt dekonstruiert und erklärt.

    Die Gültigkeit obigen Argumentes unterstellt, sollte einleuchten, daß eine („negativ“) bestimmende Abgrenzung rassistischer Phänomene vom Nationalismus, Letzterer simpel gefaßt als „Parteinahme eines Unterworfenen für die territoriale Herrschaft, unter der er sein Leben fristet“, begriffliche Qualität hat. Der eingebürgerte (lächel) Begriff für solchen Nationalismus ist „Bürgerlichkeit“, das dazugehörige Bürgertum ist in der europäischen Kultur seit Bildung der griechischen Stadtstaaten Produkt einer egalitären Klassenherrschaft.
    „Negative Bestimmtheit“ heißt folglich, daß der unter nationalen bzw. nationalistischen Formationen auftretende Rassismus von der territorialen Herrschaft, vulgo der Staatsbürgerschaft abgezogen ist. „Abgezogen“ soll heißen, solcher Rassismus erhält die Inhalte des Nationalismus unter Abwerfung der Form, nämlich der formativen Gewalttätigkeit des Staatswesens, das den Bürgern Gehorsam abzwingt.
    Diese abstrahierende Operation ist nicht beliebig, sondern im erzwungenen Gehorsam bürgerlicher Genealogie inbegriffen: Eine egalitäre Klassenherrschaft verweist jeden Unterworfenen mittels Durchsetzung von Recht und Gesetz zwar theoretisch auf den Garanten derselben, aber praktisch auf den Gehorsam der Mitbürger, mit denen er zu verkehren hat, vulgo „den Staat im Kopf“ bzw. – kulturell gesprochen – Rechtschaffenheit der Mitbürger. Diese Rechtschaffenheit ist im informellen Verkehr aufgehoben in eine Vorstellung von bürgerlicher „Loyalität“, einer, die nur mittelbar dem Staatswesen und seiner Gewalt gilt, unmittelbar aber der komplizitären Einrichtung der Bürger in ihr. Diese Vorstellung verlegt staatsbürgerliche Rechtschaffenheit folglich notwendig zumindest hinsichtlich der praktischen Verkehrsverhältnisse in die Individuen selbst, in deren im weiten Sinne „ethische“ Formation, die üblicherweise „als“ ihre „Natur“, wenn nicht aufgefaßt, so doch behandelt wird.

    Zitat aus einem Link von Fidelche weiter oben:
    Aufgabe einer „radikal kritisch sich begreifende(n) und historisch reflektierende(n) politische(n) ‘Linke(n)’ ist es, sich der (selbst)kritischen Auseinandersetzung zu stellen: Das eigene Bedürfnis nach kollektiver und damit potentiell nationaler Identität reflektieren, das die gesellschaftlichen Verhältnisse verdinglichende anti-imperialistische Weltbild als ideologisches und falsches zu kritisieren …(aus dem Nachwort von Thomas Haury in Léon Poliakov – Vom Antizionismus zum Antisemitismus)
    Ihr erkennt vielleicht, daß ich im Lichte des Vorangestellten ein „Joah…“ dazu sagen könnte, allerdings unter scharfer Zurechtrückung der Identifizierung von „kollektiver und damit potentiell nationaler Identität“. Dieser begriffliche Bullshit leistet genau das, was ich als rassistischen Kern oben ableitete: Eine Naturalisierung der Herrschaft an den Individuen, allerdings über den Umweg des einen platt bürgerlich-demagogischen Antikommunismus berufenden Quatschbegriffs von „Kollektivität“. Auf diesem „Trick“ beruht die Polemik gegen Antizionismus, weil der Autor sich mit seiner Hilfe darum herum mogelt, gemäß den eigenen Voraussetzungen den Zionismus als den in der westlichen Staatenwelt einzig offiziell gebotenen Rassismus auffassen zu müssen. Dieses Gebot ist praktisch identisch mit der historisch letzten, weil imperialistisch sanktionierten, militärisch durchgesetzten, und militärisch aufrechterhaltenen völkischen Landnahme auf dem Globus. Durchgesetzt von einem Gewaltsystem, das außerhalb dieses Vorganges polemisch und gewalttätig gegen alle völkischen Formationen steht, um sie dem transnationalen Kapitalverkehr als oberstem Maßstab territorialer Herrschaftsausübung zu unterwerfen.

    Auf der ideologischen Ebene entspricht das der Nötigung, daß ein „westlicher“ Staatsbürger einen aggressiv völkischen Rassismus – das „defensive“ geschichtliche Konstrukt ändert nichts an dieser Aggressivität – seinem alltäglichen Rassismus der Loyalität (des Gehorsams, wie o. hergel.) eingemeinden soll, wo er ein Fremdkörper ist, weil ihm dergleichen in seinen Verkehrsverhältnissen verboten wird. Daher stimmt an Haurys Einlassung der Punkt, daß ein Bürger, der sich seinen gewohnheitsmäßigen nationalistischen Gehorsam nicht selbstkritisch abgewöhnt hat, nicht zum Zionismus Stellung nehmen kann, ohne in seiner Formation inbegriffene rassistische Ideologeme zu mobilisieren. Doch auf dieser Ebene sind Zionismus und Antizionismus außerhalb Israels und des kulturalistisch tradierten Judentums vollkommen identisch!
    Und daraus folgt – das leite ich nun nicht mehr einzeln her, zeige nur ‚drauf – daß der Anti-Antizionismus für westliche Zeitgenossen eine nicht nur erlaubte, sondern gebotene Form eines eingeborenen (also deutschen, amerikanischen, französischen, britischen etx) völkischen Rassismus ist. Deshalb die Beschimpfung „neojakobinischer Volksgenosse“.

  12. Wenn Augstein bei mit abkupfert, hätte er mich auch begnadigen können. :) Die Nettiquette wird etwas einseitig durchgesetzt. Das Eine bleibt stehen, anderes wird schnell oder noch schneller zurückdatiert oder auch gelöscht, wozu man dann doch eine Handhabe zu haben meint. Und Sperren gab es in der letzten Zeit eigentlich auch, wobei ich mich nicht wundere, auch bei ihnen eine gewisse Einseitigkeit feststellen können dürfen zu müssen meinen. Was soll’s. Irgendeine Absicht mag ich nicht erkennen. Es herrscht der trübe Redaktionsalltag und irgendwie braucht’s manchmal einen Zeitvertreib.

      1. Was für ein Ausdruck. Die entschärfte Version bezeichnet man als „Mietmaul“. Damit sind aber Pressesprecher gemeint, wobei Journalisten öfter mal in den Verdacht geraten… nun ja.

  13. Lieber e2m, gänzlich nicht zur Gänze. Zwei Wochen suspendiert. Statt „Begnadigung“ hätte ich Erlass, Erleichterung, Verkürzung schreiben sollen oder müssen. Ob eine Zwangsauszeitverkürzung allerdings wirklich eine Erleichterung gewesen wäre? Da habe ich gerade nach der Wochenend-Lektüre meistkommentierter Threads meine Zweifel. Da war es eher eine Gnade, nicht hineinschreiben zu müssen. Da fiel es mir beim Lesen schon schwer nicht vom Stuhl zu fallen. Die Vorstellung,, ich wäre in eine dieser Mühlen geraten, macht mir Sensibelchen, welches alle Horrorfilme meidet,, Grauen. So gesehen könnte es auch als Akt der Fürsorgeverantwortung seitens des Communitsupports betrachtet werden. :)

    Beste Grüße
    hardob. .

    1. was ich noch vermelden wollte: fürsorge ist nicht zu erwarten, von Jakob Augstein schon garnicht
      der wäre sogar noch strenger …. oder schrieb er rigider?
      kann’s nicht mehr nachprüfen, denn der gute hat das entsprechende von seiner seite bei einem sozialen medium gelöscht. und zwei leute dürfen seither dort nicht mehr kommentieren.

      als journalist ist der kerle seitdem für mich gestorben.
      weil: nix neues aussem bürgerlicher lager!

      1. … mit der Folge, dass aus einer Kultur des Vergessenmachens eine ganz eigene Erinnerungskultur geschaffen wird.

      2. Ob es überhaupt noch ein Erinnerungskultur ist? Es scheint noch mehr um Mainstream und Stammtisch und Geschäftserfolg zu gehen. Warum auch nicht?

      3. inwiefern? weil du gerade angefangen hast, bei alien die diskussion wieder aufs thematische gleis zu setzen? das finde ich in ordnung! zumal du mit deinem beitrag ja der vergessenskultur eins entgegengesetzt hast.

      4. Nö, von Augstein erwarte ich keine Fürsorge. Hilfe! Da würde ich mich ja lieber im Keller verstecken und dort keinen Mucks machen. Es war für mich doch eher ein gnädiges Schicksal, das mir das Mitschreiben am vergangenem Wochenende ersparte.

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