Alles Falsch! Und nun?

Meine Tage sind zu kurz für die vielen Themen, über die zu bloggen sich lohnen würde. Nur so ist es zu erklären, dass der Kollege e2m mich auf die 3Mrd Dollar Strafe hinweisen musste,  zu der GlaxoSmithKline (GSK) im Sommer verdonnert wurde. Dabei hatte ich die betreffende Entscheidung bereits angekündigt. Dann kam mir wohl etwas dazwischen, vermutlich mein Leben. GSK wurde zu der Strafe verurteilt, weil das Unternehmen falsche Angaben zu seinen Medikamenten gemacht hatte. Unter anderen ging es um das Antidepressivum Paroxetin und um das Diabetes-Medikament Rosiglitazon. Im einen Fall trat eine erhöhte Suizidrate bei Kindern auf, im anderen eine erhöhte Rate an Herzinfarkten.

Die Tatsache, dass Hersteller pharmazeutischer Produkte, gemeinhin auch Pharmaindustrie oder Big Pharma genannt, es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen, ist natürlich nicht neu. Hier im Blog hatte ich zuletzt im Rahmen der Berichte zur Weltskeptikerkonferenz über Gerd Antes Vortrag berichtet, in dem er angab, 50% aller Studien würden unveröffentlicht in Schubladen verschwinden (zumindest solange der Patentschutz läuft, ist manchmal mein Eindruck).

Da sich die Damen und Herren Pharmaziehersteller meist deutlich geschickter anstellen als ihre Pendants aus der HuschiFuschi Fraktion und mein Leben, wie bereits gesagt, zunehmend Aufmerksamkeit beansprucht, ist es mir kaum möglich, fundierte Beiträge dazu zu schreiben. Der Rechercheaufwand ist deutlich höher. Doch zum Glück gibt es Autoren, die sich dieses Themas annehmen, ohne dabei „chemische“ Medikamente per se abzulehnen. So zum Beispiel Dr. Ben Goldacre, der nach seinem Bestseller „Bad Science“ nun „Bad Pharma“ geschrieben hat. In Bad Science ging es um den Missbrauch von Wissenschaft bzw. um die Parodie von Wissenschaft durch Politiker, Pharmahersteller und Alternativmediziner. In irgendeinem Interview gab Goldacre zu verstehen, die Beschäftigung mit Homöopathie & Co fände er zunehmend langweilig, die Argumente seien einfach zu albern (ich paraphrasiere) und er wolle sich um die großen Fische kümmern.

Das hat er nun getan. Im Guardian war eine gekürzte Version des Vorworts zu lesen, das vollständige Vorwort findet sich hier. Es gibt einen guten Vorgeschmack auf das, was da kommt. Lesern seines Buchs „Die Wissenschaftslüge“ (Bad Science) wird das eine oder andere bekannt vorkommen. Überhaupt wäre meine Empfehlung für alle, die auf die Übersetzung von Bad Pharma (wird das wohl „Die Pharmalüge“ heißen?) warten wollen, „Die Wissenschaftslüge“ einmal zu lesen.

Goldacre schreibt über die Zurückhaltung von Ergebnissen und Nebenwirkungen, von zahnlosen Behörden und Ignoranz. Er schreibt aber auch von Menschen, die nicht immer die Folgen ihrer Handlungen abschätzen können und anders gehandelt hätten, wäre es ihnen möglich gewesen.

Wer sich eher mit den langweiligen und einfacher strukturierten Homöopathen beschäftigen will, der mag vielleicht „Die Homöopathielüge“ der beiden AutorInnen Christian Weymayr und Nicole Heißmann lesen. Die einschlägigen Lobbyorganisationen und Blogs laufen sich bereits warm, um rechtzeitig zum Erscheinungstermin die Magazine leeren zu können. Vermutlich werden sie Wasserwerfer benutzen. Ich jedenfalls, ebenfalls einfach strukturiert und langweilig, freue mich auch auf dieses Buch und werde es während der rauen Herbstabende lesen, bei Tee und Globuli. Einer der Vorteile der Homöopathie ist ihr Eventcharakter, denn zum Goldacre Buch Antidepressiva zu schlucken, ist nicht zu empfehlen, auch wenn einem danach sein mag.

Manchmal möchte ich an den Weltgeist glauben. Gestern Abend, die Worte Goldacres verschlingend, fragte ich mich immer wieder, warum ich mich eigentlich mit den ganzen Hampelmännern und -frauen der Pseudomedizin beschäftige (abgesehen von meiner einfachen Strukturiertheit und offensichtlicher Charaktermängel), denn der direkte Schaden, den sie anrichten, ist ja eher gering. Auf den ersten Blick. Denn der Schaden, den der Kram dem Denken zufügt, ist nicht außer Acht zu lassen. Und, was im Grunde wichtiger ist, immer wieder komme ich auf die Ideologien zurück, die hinter den meisten der Denksysteme stecken, die sich Alternativmedizin nennen.

Der Weltgeist legte mir also gestern einen Tweet in die Timeline, der auf den Bericht zu einem Buch über den Einfluss der Anthroposophie auf unseren Alltag und die Praxisfelder Erziehung, Landwirtschaft und Medizin verwies. Das Buch heißt „Steiners langer Schatten“, die Autorin Irene Wagner. Der Schatten Steiners ist nicht nur lang, sondern auch dunkel und Frau Wagner sieht in ihm eine Gefahr für unsere Demokratie. Wer um die Affinität einiger Nazigrößen zur Anthroposophie weiß, wird nicht überrascht sein. Wer sonst nur an Eurythmie, Weleda, Demeter und Pastellfarben denkt, wenn er „Steiner“ hört, wird sich vielleicht die Augen reiben. Und wer sich um mein Karma Gedanken macht, wird wissen, dass ich ob meiner Lügen als Mensch mit Behinderung reinkarnieren werde..

Zurück zu den weniger skurrilen Themen. Goldacres Buch muss uns Vertretern Evidenzbasierter Medizin (EBM) zu denken geben, denn es zeigt, wie schwer die Informationen einzuschätzen sind, die wir haben und bekommen. Goldacres Buch macht es uns schwer, EBM gegen Vertreter der reinen Erfahrungsheilkunde, dem (spirituellen) Erspüren der oder dem intuitiven Wissen um die richtige Behandlung zu verteidigen. Und einige Dinge, die ich in Diskussionen zu dem Thema geschrieben habe, erscheinen nun etwas hohl und auf tönernen Füßen stehend. Hatte ich also Unrecht? Natürlich nicht! Denn das Problem liegt woanders, es ist kein wissenschaftliches, sondern ein politisches. Hinter dem Berg von Schrott, den Goldacre uns mit seinem Buch vor die Nase gekippt hat, liegt eine (noch) bessere Medizin.

Diese Medizin müssen wir einfordern! Die Instrumente, Betrug und Lügen in der Erforschung von Medikamenten zu minimieren, sind bereits erdacht und werden lokal auch schon eingesetzt. Es liegt an uns, darauf aufmerksam zu machen, dass wir wollen, dass sie konsequent angewendet werden und ein Ignorieren sanktioniert wird. Wir müssen als Gesunde fordern, wovon wir als Kranke profitieren, denn wenn es soweit ist, haben wir anderes zu tun (Pillen schlucken, ist doch klar!).

Der Impuls ist stark, Schuldige für die Situation zu suchen, und ich möchte unbedingt von „gierigen Arschlöchern“ bei den Pharmakonzernen schreiben. Doch wahrscheinlich wird man diese nur sehr selten finden, sie sind eine Karikatur. Es ist ein komplexes System, das an vielen Stellen verändert werden muss, damit sich etwas bessert. Falls jemand an eine große Verschwörung glauben möchte, werde ich es nicht schaffen,  sie oder ihn vom Gegenteil zu überzeugen. Doch eine Frage, die ich mir dann stelle, lautet, ob die Menschen, die Teil dieser Verschwörung wären, es in Kauf nehmen würden, selbst darunter zu leiden? Denn die Medizin ist auch für sie schlechter.

Vor zwei Jahren wäre ich noch der Meinung gewesen, den Untaten der einen stünden die guten Intentionen der anderen gegenüber. Leider hat die Genese zum Scientizisten und Materialisten auch diesen Glauben zerstört. Wie gelegen kommt da der letzte Hinweis aus meiner Timeline auf die grotesk fabrizierten Ergebnisse einer „Studie“, die belegen sollte, dass genveränderter Mais uns alle zu Mutanten macht. Wer gegen „Gene in unserem Essen“ ist, sieht sich in der Regel ja auf der „richtigen Seite“, da können halt auch mal auf ein paar Ratten für eine politische Kampagne Tumoren gezüchtet werden. Ist ja für eine gute Sache.

Auch David Gorski hat sich Bad Pharma angesehen und ist wenig überrascht über die Schilderungen. Doch er präsentiert auch einen Lichtblick. Eine Studie hat gezeigt, dass Ärzte Ergebnissen von Medikamentenstudien eher misstrauen, wenn diese von Pharmaunternehmen gesponsert wurden. Und zwar nicht nur ein bisschen, sondern ordentlich. Ob das Ergebnis so deutlich bleibt, wird sich zeigen, doch es scheint klar, dass Ärzte sich der Situation, über die Goldacre schreibt, durchaus bewusst sind und ihre Handlungen versuchen daran anzupassen. Soweit das eben möglich ist. Interessant wäre eine Studie, die einmal untersucht, wieviel Umsatz die Konzerne dieses Misstrauen mittlerweile kostet. Leider wäre das wohl das einzige Argument, welches von innen heraus ein Umdenken erwirken könnte. Bis dahin brauchen wir Instrumente, um den gierigen Arschlöchern ordentlich auf die Finger zu schauen und zu klopfen.

Geht doch!

[Bildquelle]

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10 Gedanken zu “Alles Falsch! Und nun?

  1. Die Tragödie ist, dass die Kranken, die Hilfesuchenden und Hilfsbedürftigen von zwei Seiten betrogen werden: von der Esoterikszene ebenso wie mehr oder weniger von den meisten Pharmaunternehmen, die großen natürlich vorne dran. Spannend, aber auch erschütternd ist beides, allerdings auch so komplex, dass man kaum in beide Themen wirklich tief einstiegen kann, dafür würden die Stunden des Tages nicht reichen.

    GSK befindet sich in „bester Gesellschaft“: Roche hat, wie jetzt das Cochrane Review ergab systematisch alle bezüglich Tamiflu negativen Studien nicht veröffentlicht, aus den zufällig ein wenig positiven konnten die Meister der Statistik bei genauem Hinsehen lächerliche Signifikanzen rausrechnen: Z. B. dass eine Grippe unter Tamiflu um EINEN Tag kürzer dauert als ohne.
    Auch diese lächerlich geringe und übrigens nur angebliche Wirksamkeit hat man aber verschleiert, wer hätte sonst ein sehr teures Medikament gekauft und dessen Nebenwirkungen in Kauf genommen. Die Cochrane-Collaboration hat sich auf Umwegen die nicht veröffentlichten Studien besorgt und dann alle Studien einer neuen Auswertung unterzogen. Fazit: Tamiflu ist wirkungslos – aber nicht nebenwirkungsfrei und nicht umsonst.

    Andere treiben es noch schlimmer. Boehringer Ingelheim hat durch geschicktes Sponsoring von ärztlichen Meinungsführern (Vortragshonorare, Reisespesen, Drittmittel…) geschafft, das Uraltmedikament Dipyridamol, das schon vor 20 Jahren in der Kardiologie komplett gescheitert war, in die Leitlinien als Empfehlung bei der Therapie von Schlaganfällen aufnehmen zu lassen.
    Wie?! Eine Spezialität der Firma Boehringer Ingelheim (weitere Beispiele folgen): Man muss eine Studie nur „geschickt“ konzipieren, dann kommt das raus, was man gerne hätte (auch die Statistiker „helfen“ da gerne mit). Im Falle von Aggrenox (=Dipyridamol + 30 mg ASS) hat man dieses gegen eindeutig unterdosiertes ASS, nämlich 30 mg getestet, und, O Wunder, man konnte statistisch berechnen dass Aggrenox wirksamer ist.
    Allerdings käme kein Arzt auf die Idee, einen Schlaganfallpatienten mit 30 mg ASS zu behandeln, dazu haben sich 100-300mg bewährt. Genau das hat an dann doch noch untersucht, nämlich Aggrenox gegen 100 mg ASS, aber da kam leider raus, dass das ASS, das 1 Cent pro Tablette kostet, genauso wirksam ist wie Aggrenox, aber weniger schwere Blutungen verursacht. Da konnten selbst die Meisterstatistiker der Firma nicht mehr helfen. Da gab es nur noch eine Lösung: die Studie nicht veröffentlichen. Leider wussten ein paar Leute zu viel davon, und die Info drang durch.
    So musste die Studie dann unter Druck der Wissenschaftsszene Jahre später veröffentlicht werden, vor mittlerweile rund 2 Jahren. Warum wurde bisher ein Medikament, das mehr Blutungen auslöst als der billige Therapiestandard, noch nicht aus den Leitlinien entfernt? Honi soit, qui mal y pense…

    Mit erstklassig geschultem Aussendienst erreicht Boehringer Ingelheim auch, dass jeder COPD-Patient ein mäßig wirksames aber nebenwirkungsreiches und auch sehr teures Medikament bekommt, das keiner braucht und noch nie einer gebraucht hat: Tiotropiumbromid, unter dem Handelsnamen Spiriva. Ein missgüntiger Wissenschaftler aus Baltimore namens Singh hatte in zwei Metaanalysen gezeigt, dass Patienten unter Spiriva eine höhere kardiale Sterblichkeit haben als ohne. Boehinger Ingelheim, das Spiriva im Co-Marketing mit dem größten Pharmakonzern der Welt vertreibt, hat schnell eine Studie aufgelegt, die ausschliesslich von Firmenmitarbeitern durchgeführt worden war. Das wurde aber im langatmigen Studientext gut versteckt und auch nie kommuniziert, wird sogar bestritten, man hatte ja ein „unabhängiges“ Beratergremium, ein paar der Firma wohlgesonnene Wissenschaftler, die zur Studie ausser Abnicken nichts beigetragen haben.
    Der sog. „primären Endpunkt“, das ist die Hauptfragestellung einer wissenschaftlichen Studie, hier die Verlangsamung des Fortschreitens einer COPD, für die diese statistisch konzipiert ist, wurde verfehlt.
    „Zufällig“ wurde die Statistik von den Firmenmitarbeitern aber so ausgewertet, das keine vermehrte kardiale Sterblichkeit beobachtet wurde. Diese Aussage ist aber ein wissenschaftlich wertloses Abfallprodukt ohne jegliche Beweiskraft. Was macht Boehringer Ingelheim? Geht in die Praxen und erklärt, dass die erhöhte kardiale Mortalität widerlegt sei.
    Die Ärzte in den Praxen haben tatsächlich in der Regel keine Zeit langatmige und schwer verständliche Studientexte in englischer Sprache von 10-15 Seiten Umfang zu lesen und schädigen so weiter ihr Praxisbudget mit dem teuren Spiriva, gefährden aber vor allem ihre Patienten ohne es zu wissen.
    Die wissenschaftliche Community, die habilitierten Pneumologen, die es besser wissen, schweigen dazu aus gutem Grund.

    Wenn man an dieser Stelle weiterdenkt, dass die Entwicklung und ständige Verbesserung der wissenschaftlichen Medizin von genau diesen Leuten abhängt, könnte man ins Zweifeln kommen und sein Vertrauen in die wissenschaftliche Medizin verlieren.

    Sicher ist aber die Chance, reelle Hilfe zu bekommen, in der wissenschaftlichen Medizin immer noch besser als in der Alternativmedizin, allerdings auch nur wenn man weiß, daß das Entgeltsystem der Kassen so gestrickt ist, daß die (zunehmend privaten) Krankenhausträger nur noch an Operationen und anderen Eingriffen wie Herzkathetern verdienen, nicht an der sprechenden Medizin. Deshalb sollte man alle Empfehlungen, die man im Medizinbetrieb bekommt, sei es Medikamente oder Eingriffe, sehr kritisch prüfen.

    Hier gibt es nur eine Hilfe: einen kritischen, klar denkenden und moralisch integeren Arzt, der sicher nicht leicht zu finden ist, ganz sicher nicht im alternativmedizinischen Lager, wo es meist mindestens an der erst- oder zweitgenannten Qualität fehlt.

    Somit ist es, wie merdeister richtig sagt, in der Medizin auf mehreren Gebieten sehr spannend, nicht nur im Bereich der „Bad Pharma“. Ein wenig zu spannend, wie ich finde, für Leute, die nicht so gute Nerven haben wie wir, z. B, weil sie krank sind und deshalb noch weniger zum Blogschreiben kommen, obwohl es nur ZU nötig wäre.

    Wenn jemand die Belege für meine Aussagen im Netz nicht selber findet (z. B. die Originaltexte der entspr. Studien) kann ich gerne auf diesem Forum die Belege/links nachreichen. Im Moment verzichte ich aus Zeitmangel und im Vertrauen auf fortgeschrittene Internet-Recherche-Expertise der kritischen Leser darauf.

  2. Ist es daher nicht jetzt Pflicht, Studien VOR der Durchführung anzumelden. Damit man zumindest abschätzen kann, wieviele Studien einfach „verschwunden“ sind.

    Wahrscheinlich wäre es zudem am besten, wenn Studien überhaupt nicht von den Firmen gemacht werden, sondern von der Gesellschaft (dem Staat). Sowieso sollte der Staat, die Unis mehr die medizinische Forschung übernehmen und erst wenn etwas dabei raussieht, es an die Pharmaunternehmen lizenzieren. Zudem sollten für die Anerkennung eines Medikamentes nur jene überhaupt aufgenommen werden, wenn
    a) die Firma alle Studien hinter denen sie steht auch vorankündigt. (Bei einem Verstoß reicht etwa als Drohung das sperren der Firma für fünf Jahre von jeder Zulassung. Nach den ersten zwei drei Firmen die Pleite gehen wird das wohl dann klar sein)
    b) Alle Studien müssen veröffentlich werden.

    1. Es ist nicht Pflicht, Studien vorher anzumelden und kann es in der allgemeinen Wissenschaft auch nicht sein, Wissenschaft muss frei und unreglementiert bleiben, nur so kann sich auch Kreativität entfalten. Sie haben aber Recht, dass dies in der medizinischen Forschung (mit gutem Grund) gefordert und von seriösen Wissenschaftlern auch eingehalten wird, dies ist „good clinical practice“ oder auch „good scientific practice“, aber erst seit einigen Jahren. Vor allem werden Studien veröffentlicht, in die dann geeignete Patienten zur Testung neuer Therapieverfahren aller Art eingeschleust werden sollen, die den Studienkriterien entsprechen.

      Ich stimme Ihnen in allen Punkten zu. Da wissenschaftliche Studien aber sehr aufwändig und teuer sind, würde es im Moment schwierig sein, staatliche Mittel dafür locker zu machen. Ich würde eher für eine staatliche Aufsicht plädieren und dafür, dass der Erstautor und Studienleiter immer ein Wissenschaftler sein muss, der nachweisbar und beeidet keine wirtschaftliche Abhängigkeit zum Hersteller des Studienmedikaments hat. Ähnliches wird übrigens auch für Mitglieder von Leitlinienkommissionen gefordert, nachdem eine internationale Studie herausgefunden hat, dass die Mehrzahl aller Mitglieder von Leitliniengremien massive Abhängigkeiten zu den fraglichen Pharmaunternehmen aufweist.
      Aber komischerweise wird diese Arbeit ad acta gelegt, kein Panorama und keine Süddeutsche berichtet – aus Rücksicht auf Anzeigen- und Werbekunden?

      In unserem neoliberalen Staat, der die Gewinne privatisiert und die Schulden sozialisiert (Beispiele ohne Ende) sehe ich keine Hoffnung und keine Chance, dass die Macht der Konzerne wirklich wirkungsvoll beschnitten und kontrolliert wird.
      Wenn die o. a. Studie jemand interessiert, kann ich sie in den nächsten Tagen raussuchen und hier den link und Auszüge veröffentlichen, gerade habe ich mein Archiv nicht zur Hand.

      1. Also ich habe das ? vergessen! Es war ein Frage.
        Wikipedia sagt zumindest für Deutschland, dass die Studien VORABREGISTRIERT sein müssen für das Erlangen einer Zulassung.
        http://de.wikipedia.org/wiki/Register_klinischer_Studien
        Natürlich ist steht es den Firmen damit frei Studien zu machen, die NICHT der Zulassung dienen und damit unterdrückt werden können. Ein Anfang ist es allemal. Wenn ich mich recht erinnere, dann war diese Einführung auch eine Reaktion auf derartige Skandale

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