Alltrials.net – Gebt die Daten frei!

Posted on 19. Januar 2013 von

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Luzifer

Man soll ja Korrelation nicht mir Kausalität verwechseln und daher werde ich mich nicht wieder dazu hinreißen lassen dem Buch „Bad Pharma“ von Ben Goldacre die alleinige Verantwortung für die jüngsten Entwicklungen der Offenlegung von Studiendaten zu geben. An ihr haben ganz sicher noch viele andere mitgearbeitet, häufig sind das dieselben Leute, die sich auch gegen Pseudomedizin aussprechen.

Auf der Website „alltrials.net“ kann man eine Petition unterstützen, die sich dafür ausspricht, alle Studiendaten zu veröffentlichen, damit Ärzte und Patienten sich ein umfassendes Bild über die Studienlage zu Medikamenten machen können. Die Forderung beschränkt sich nicht nur auf Daten zukünftiger Studien, sondern auf ALLE. Man kann davon ausgehen, dass Leitlinien, Lehrbücher und Lehrmeinung zum (hoffentlich muss hier nicht das Wort „großen“ eingefügt werden) Teil nicht die Realität der Studien widerspiegeln, sondern deren nicht zum geringen Teil auf Publikation Bias Zerrbild beruht.

Hinter den Daten liegt eine bessere, vielleicht sogar eine günstigere Medizin (auch wenn letzteres nicht die eigentliche Motivation sein sollte). Die Petition zu unterstützen ist also im Interesse jedes/r Einzelnen von uns.

Petitionen! Wenn sie etwas ändern würden, wären sie verboten! Mag sein, doch einige führende Institutionen im Bereich Medizin und Medizinregulierung haben sich der Petition angeschlossen, dazu gehört unter anderem das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG). Und wie unruhig die pharmazeutischen Unternehmen sind, kann man auf der Website des Verbands forschender Pharma-Unternehmen sehen. Dort werden Bedingungen genannt, die erfüllt sein müssten, damit die Industrie bereit wäre, die Daten zu veröffentlichen.

Es wird darauf verwiesen, dass die Anonymität der Patienten gewahrt bleiben müsse. Das ist nobel und korrekt, wirkt aber vorgeschoben, wenn man sich klar macht, wie die nicht Veröffentlichung von Daten Menschen schadet. Goldacre beschreibt in seinem Buch ebenfalls, dass die Anonymität der Patienten nur vorgeschoben wurde, um unvorteilhafte Daten zurückzuhalten.

D
er nächste Punkt ist fast witzig, denn der VfA macht sich Sorgen, dass die Daten, wenn sie öffentlich zugänglich sind, verzerrt dargestellt werden könnten. Daten verzerrt darstellen darf man nämlich nicht, das ist unethisch *zwinkerzwinker*.

Zuletzt werden einheitliche Regeln gefordert, damit alles fair abläuft.

Nichts Neues also aus den Chefetagen. Schade eigentlich, doch wenn sie nicht wollen müssen wir uns die Daten eben holen. Also mitzeichnen und weitersagen, für eine bessere Medizin.

[Bildquelle]