Hahnemann Porträt

Noch mehr von Nichts in Köthen

Köthen muss man nicht kennen, kann man aber und als Homöopath sollte man, denn dort spielt ab jetzt die Musik. Die stille Musik der Homöopathen, nicht zu hören für menschliche Ohren und doch anrührend und wunderschön. Der Weltverband der Homöopathen verlegt seinen Sitz nach Köthen. Köthen jubelt.

Was für den Rest der Welt wie ein merkwürdiger Schachzug aussieht, ist in Wahrheit Teil einer groß angelegten homöopathischen Expansionsstrategie. Wenn der Weltverband der Homöopathen seinen Sitz aus Genf nach Köthen verlegt, bedeutet das nicht weniger sondern mehr Prestige, dem Simile Prinzip sei Dank. Mit der, wie man munkelt, Aberkennung der Gemeinnützigkeit in der Schweiz hat das nichts zu tun.

Doch ganz scheinen die Homöopathen der Magie von Hahnemanns ehemaliger Wirkungsstätte, in der Nähe von Leipzig, nicht zu trauen. Sonst würde sie wahrscheinlich mehr umziehen lassen als nur ein Schild. Büros und Mitarbeiter bleiben in Genf.

Die Informationen kommen nach Köthen und werden dort fest verschraubt. Dafür wurde ein Fest gefeiert auf dem auch Humor nicht zu kurz kam, so sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft (!) und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt, Marco Tullner auf einer Festveranstaltung zum Anlass, dass sich die Vertreter der Alternativmedizin von „Zweifeln und Anfeindungen“ lösen würden und die Homöopathie mittlerweile als seriöse Wissenschaft gesehen werde. Merkwürdigerweise hat niemand im Auditorium gelacht, nur Hahnemann schmunzelt verschmitzt von diversen Bildern. Es ist schon ein Kreuz mit Köthen.

[Bildquelle]

Nachtrag:

Natürlich liegt Köthen faktisch nicht in der Nähe von Leipzig, aber für mich fühlt es sich immer so nah an. Und es ist schließlich die Erfahrung, die zählt!

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29 Gedanken zu “Noch mehr von Nichts in Köthen

  1. „…. dass sich die Vertreter der Alternativmedizin von „Zweifeln und Anfeindungen“ lösen würden und die Homöopathie mittlerweile als seriöse Wissenschaft gesehen werde …..“
    Ich würde dies als Wissenschaftsresistenz und Ignoranz geltender Naturgesetze bezeichnen und nur weil es die Homöopathen selber als Wissenschaft sehen wollen ist es dies noch lange nicht. (http://de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaft).
    Anhalts Wirtschaft hinkt – siehe im unweit entfernten Wolfener „Solar-Valley“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Solar_Valley) – klar das sich Landeswirtschaftsminister Marco Tullner mittlerweile über diese „Briefkastenfirma“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Briefkastengesellschaft) freut. Das er hier mit seinem Auftreten esoterischen Unsinn in Hochpotenz, so die Homöopathie, adelt scheint ihm dabei völlig abzugehen. Homöopathie ist weder Medizin noch eine wirksame Alternative dazu – Homöopathie ist Betrug und Lobbyarbeit!!!! Einen wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweis dieser Präparate gibt es nicht Herr „Wissenschaftsminister“. Hiermit diskreditieren Sie nicht nur sich selber, sondern vielmehr jeden seriös forschenden und arbeitenden Wissenschaftler des Landes Sachsen-Anhalt.

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  2. Ich muss immer wieder feststellen, dass „Herr Merdeister“ sich ganz schön viel mit Homöopathie beschäftigt. Das freut mich sehr. Ich habe noch Hoffnung. … Hahnemann hat auch allen Grund zu schmunzeln …

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    1. Das freut mich sehr, dass sie das freut, freuen wir uns beide.

      Sie verstehen sicher, dass wir Homöopathie nicht unterstützen möchten, daher habe ich den Link zu Ihrer Praxis gegen einen anderen getauscht.

      Beste Grüße
      merde

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    2. Die Übersiedelung entspricht mit ziemlicher Sicherheit einer Potenzierung, nur die die in der Umgebung von Köthen ihre Tätigkeiten ausübern werden Probleme bekommen. Doch eine Abschirmung die einer sehr hohen Potenz entspricht wird sich auch noch finden lassen.

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    3. Diese „Hoffnung“ teilen Sie sich mit vielen Gläubigen, die bei Entgegenbringung von Logik einfach zu Wunsch- ohne Weiterdenken übergehen und ein leicht entrückt wirkendes „Ich schütze mich vor dem Zusammenbruch meiner Vorstellung“-Lächeln auflegen. Was freut sie sehr? Was für Hoffnung haben Sie? Dogmatismus?

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  3. Hm. Herr Merdeister. Dass es soooo schlimm um Sie bestellt ist, hätte ich nicht gedacht. Den Link umzulinken ist ganz schön link! Aber es zeigt eigentlich nur, dass Sie eine sehr große Angst haben, dass die Homöopathie Ihnen und Ihrem Clan über den Kopf wächst und sich wie ein Unkraut verbreiten wird. Und ich garantiere es Ihnen sogar! Es ist so ein Unkraut, dass Sie es ganz bestimmt nicht mehr loswerden …

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    1. Hallo Homöopathin,

      auf Plattformen die führenden Organisationen der deutschen Homöopathie angegliedert sind, würden Ihre Kommentare nicht mal veröffentlicht, von Links die man löscht will ich gar nicht reden. Sie verstehen aber sicher, dass wir gerne Kontrolle darüber haben, wer welche Ideen von unserer hübschen kleinen Insel im Netz verbreitet.

      Mit Unkraut habe ich übrigens kaum Probleme, am wenigsten, wenn man es nicht sieht.

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  4. @Homöopathin: Das ist sehr liebenswert von Ihnen, dass Sie sich so sehr um den merdeister und seinen Clan sorgen. Aber es zeigt eigentlich nur, dass Sie eine sehr große Angst haben, dass die Homöopathie-Kritik Ihnen und Ihren Kollegen über den Kopf wächst und sich wie ein Unkraut verbreiten wird. Und ich garantiere es Ihnen sogar! Das ist so ein Unkraut, dass Sie es ganz bestimmt nicht mehr loswerden … :)

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  5. Schön, diese ausführliche Diskussion um einen so kleinen Artikel, und spannend, dass auch die Gegenseite mithilft, unser Anliegen zu verdeutlichen!

    Mit Vernunft und Verstand kann man das Wirken der Homöopathen nicht verstehen – sie bauen offensichtlich auf andere Qualitäten und vertrauen Vernunft und Verstand nicht – was bezogen auf den eigenen auch nachvollziehbar erscheint.

    Ein Beispiel: wenn man den Reifendruck seines Fahrzeuges wählt, sollte man nicht besser auf das Ergebnis wissenschaftlich-technischer Versuche vertrauen, die den Empfehlungen zu Grunde liegen?
    Oder den Druck pendeln, aus Tarot-Karten oder Horoskopen lesen, nach dem Ausschlag der Wünschelrute befüllen – vielleicht gar mit Hochpotenzen und Verdünnungen?

    Homöopathisch zu heilen ist ungefähr so, als würde man man versuchen ohne Luft zu fahren: weit kommt man sicher nicht. Aber es soll ja Leute geben, die wollen ihr Auto nur ab und zu in der Garage polieren – die sind mit Homöopathie ausreichend bedient…

    Dr. Peter Pommer

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  6. Ich entnehme Ihrem Text, Herr Dr. Peter Pommer, dass SIE das Wirken der Homöopathie mit Ihrem Verstand und Ihrer Vernunft nicht begreifen können. Das glaube ich Ihnen sofort.

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  7. Sehr verehrte Frau H. (warum nennen Sie nicht Ihren Echtnamen – nur dann gibt es Diskussionen unter fairen Voraussetzungen?), anscheinend habe ich ins Schwarze getroffen. Dass Sie meine Polemik nur umdrehen und zurückschleudern zeigt, dass Ihnen wirkliche Argumente fehlen.
    Homöopathie wirkt zugegebenermassen oftmals schon, aber nicht durch wirkstoffleere Flüssigkeiten und Globuli (die Sie als rituelle Zuwendung sehen mögen – ich sehe sie angesichts der nicht bescheiden Preise schlicht als Betrug an), sondern durch emphatische Zuwendung der Homöopathen.
    Da liegt eine große und von mir am Meisten kritisierte, aber systembedingte Schwachstelle der wissenschaftlichen Medizin. Die Politik lässt durch das DRG-System den Ärzten keine Zeit mehr für ein wirkliches Gespräch mit den Patienten, bezahlt wird manchmal sinnloser, manchmal sogar schädlicher Aktionismus wie Operationen oder invasive Untersuchungen. So ist die wissenschaftliche Medizin, vor allem aber die Politik selbst an diesen Missständen schuld, aber die ist ja leider auch von Populisten durchsetzt die dem denkfaulen und bestenfalls halb gebildeten Volk auf den Mund schauen.

    Wie viel schöner sind doch Wunder und Medikamente ohne Nebenwirkungen als den oft nicht erfreulichen Tatsachen ins Auge zu sehen ein die damit verbundenen Mühen und Einschränkungen, auch eben Nebenwirkungen und Lebensstiländerungen.
    Letzteres ist wohl der einzige Punkt, in dem die Homöopathen mit uns an einem Strang ziehen.
    Wie man sieht gäbe es für “Naturheiler” oder “Gesprächsheiler” in der heutigen Situation des Gesundheitswesens durchaus einen sinnvollen Platz, wenn Sie liebe Kollegen von der Homöopathie-Liga, versuchen würden, die Tatsachen des Lebens und der Natur einfach ohne Mystifizierungen so zu akzeptieren, wie sie sind.
    Die wissenschaftliche Medizin hat viele Fehler und Baustellen, aber die klassische Homöopathie ist sicher keine Alternative dazu.

    Dr. Peter Pommer

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    1. Herr Merdeister hat den Link zu mir ausgetauscht. Nun denn, wenn es ihn glücklich macht … Aber gerne nenne ich Ihnen, Herr Dr. Pommer, meinen Namen. Googeln Sie mich einfach: Selma Gienger …. Und kommen Sie gerne bei mir vorbei! Ich kann Ihnen die Homöopathie direkt bei einer Weinprobe vor Augen, oder besser gesagt vor die Nase führen. Ich freue mich auf Sie! Und? Haben SIe den Mut? Wollen Sie es WIRKLICH wissen? Gerne bin ich bereit es Ihnen persönlich zu erläutern! Auge in Auge!

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      1. Nur um das klar zu sagen, Kommentare „anonymer“ KommentatorInnen sind hier willkommen so willkommen wie Klarnamen. Die Ausrufer selber legen Wert auf Ihre „Anonymität“ (übrigens ein Grund warum Kommentare auf den unten genannten Seiten nicht veröffentlicht werden).

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  8. Oh, jetzt werden die ganz schweren Geschütze aufgefahren :D
    Stimmt, jeder der auf wissenschaftliche Nachweise besteht ist nur zu doof das „Wirken“ der Homöopathie zu begreifen. Das Bild von der Homöopathie als Unkraut gefällt mir übrigens gut.
    Mit dem Unkraut ist das nämlich so eine Sache – kein Garten ist jemals komplett unkrautfrei. Was tut man also – nicht mehr düngen, damit das Unkraut nicht profitiert? Einfach wuchern lassen, weil man ja eh nicht dagegen ankommt? Oder vielleicht doch die Kulturpflanzen optimal pflegen und das Unkraut dort wo man es sieht rausreißen (wie es merdeister und andere tagtäglich machen)? Ich weiß, dass ich in meinem Garten letzteres tue.

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  9. Wie hat mal jemand die Homöopathie so treffend beschrieben: „Homöopathie ist, wenn der Bauer auf’s Feld geht, einen Furz fahren lässt, dann sagt: jetzt ist gedüngt!“

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  10. @ Homöopathin :

    Kennen sie das Studienfazit von Prof. Claudia Witt, von der Charité Berlin ?
    Eine Forschungsabteilung für Komplementärmedizin. Quasi eine Kollegin von Ihnen mit Forschungsauftrag.
    Die Studie finden Sie über Google.
    Leider sieht es für ihren pseudowissenschaftlichen Unfug gar nicht gut aus.

    Seit 2010 hat sich daran nichts geändert. Denn wenn, wäre Frau Witt eine der ersten, die dass Ergebnis der Fachwelt präsentieren würde. Schließlich wird Sie dafür bezahlt.

    Aber…Tote Hose für Hömöopathie. Kein Unterschied zum Placebo feststellbar.
    Nach 200 Jahren Zuckerkügelchenunfug und über 200 Studien gibt es absolut nix.

    Im gleichen Zeitraum sind mind. 50 erfolgreiche und empirisch belegte Therapien/Medikamente auf den Markt gekommen, die keine Sonderbehandlung im Studiendesign wünschen.
    Aber dank der Studien, sind auch mind. 200 Therapien/Medikamente in den Papierkorb gewandert.

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  11. @ Homöopathin (betrifft Ihren ersten Kommentar): Sie sehen das falsch. Merdeister beschäftigt sich weniger mit der Homöopathie an sich als mit dem Phänomen ihrer Verbreitung in einer sich für aufgeklärt haltenden Gesellschaft, die eigentlich weiß, dass ihre wesentlichen Errungenschaften der letzten zwei- bis dreihundert Jahre auf der wissenschaftlichen Erforschung der Welt und den sich daraus ergebenden wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen beruhen.

    Dass die Homöopathie keine Wirksamkeit über den Placeboeffekt hinaus hat, kann man als wissenschaftlich gesichert ansehen. Bisher hat noch keine wissenschaftlich sauber gemachte Studie eine Wirksamkeit homöopathischer Behandlungen nachweisen können, dafür haben viele Studien eben keine Hinweise auf eine Wirksamkeit ergeben. Dazu kommt, dass Hahnemanns Lehren einer ganzen Reihe von Naturgesetzen widersprechen und durch die Bank einfach nicht zu dem passen, was wir über diese Welt wissen.

    Unter diesen Voraussetzungen ist es um so erstaunlicher, dass so viele Leute sich weigern, den Tatsachen ins Auge zu sehen und stattdessen einer offensichtlichen Irrlehre nachhängen und damit sich selbst und der Allgemeinheit schaden. Darüber schreibt merdeister, soweit ich das sehe.

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  12. In der angeblichen Homöopathie-Stadt Köthen gibts nur eine(!) homöopathische Praxis, aber der Typ ist nie da und am Eingangsschild steht dass er nur PRIVAT abkassiert. Also sind Kassenpatienten unerwünscht, klarer Fall von Diskriminierung, oder?

    Habt ihr mitbekimmen, dass die Homöopathen aus Hamburg sich in Köthen als Städtebauer austobten? Stichwort: IBA-Köthen. Das hatte zur Folge dass ganze Viertel und Straßen abgerissen wurden, und Menschen nach Jahrzehneten aus ihren Wohnungen vertrieben wurden.

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