Noch mehr von Nichts in Köthen

Posted on 18. März 2013 von

29


Hahnemann Porträt

Köthen muss man nicht kennen, kann man aber und als Homöopath sollte man, denn dort spielt ab jetzt die Musik. Die stille Musik der Homöopathen, nicht zu hören für menschliche Ohren und doch anrührend und wunderschön. Der Weltverband der Homöopathen verlegt seinen Sitz nach Köthen. Köthen jubelt.

Was für den Rest der Welt wie ein merkwürdiger Schachzug aussieht, ist in Wahrheit Teil einer groß angelegten homöopathischen Expansionsstrategie. Wenn der Weltverband der Homöopathen seinen Sitz aus Genf nach Köthen verlegt, bedeutet das nicht weniger sondern mehr Prestige, dem Simile Prinzip sei Dank. Mit der, wie man munkelt, Aberkennung der Gemeinnützigkeit in der Schweiz hat das nichts zu tun.

Doch ganz scheinen die Homöopathen der Magie von Hahnemanns ehemaliger Wirkungsstätte, in der Nähe von Leipzig, nicht zu trauen. Sonst würde sie wahrscheinlich mehr umziehen lassen als nur ein Schild. Büros und Mitarbeiter bleiben in Genf.

Die Informationen kommen nach Köthen und werden dort fest verschraubt. Dafür wurde ein Fest gefeiert auf dem auch Humor nicht zu kurz kam, so sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft (!) und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt, Marco Tullner auf einer Festveranstaltung zum Anlass, dass sich die Vertreter der Alternativmedizin von „Zweifeln und Anfeindungen“ lösen würden und die Homöopathie mittlerweile als seriöse Wissenschaft gesehen werde. Merkwürdigerweise hat niemand im Auditorium gelacht, nur Hahnemann schmunzelt verschmitzt von diversen Bildern. Es ist schon ein Kreuz mit Köthen.

[Bildquelle]

Nachtrag:

Natürlich liegt Köthen faktisch nicht in der Nähe von Leipzig, aber für mich fühlt es sich immer so nah an. Und es ist schließlich die Erfahrung, die zählt!

Posted in: Pharmaconcern