Killer aus Fernost

Ich merke, ich bin kurz davor, den Auftrag zu beenden, nur noch wenige Augenblicke und ich kann diese unbequeme Lage verlassen. Seit Stunden bereits krieche ich hier auf dem Boden herum und justiere mithilfe meines Kompass alles neu. Nun ist es bald soweit und die letzte Einstellung von wenigen Millimetern wird dafür Sorgen, dass mein Zielobjekt sterben wird.

Jahrelang wurde ich dafür ausgebildet, an entlegenen Orten, von verschwiegenen Profis. Ich habe nur eine Regel: Keine Frauen, keine Kinder! Die Kunden zahlen gut, es hat sich herum gesprochen, dass ich keine Spuren hinterlasse, die meinen Kunden Probleme machen könnten. Wenn nur dieses ständige liegen auf dem Boden nicht wäre, und nicht immer ist es so sauber wie hier. Manchmal wundert es mich, dass meine Zielobjekte nicht schon tot sind, wenn ich mir anschaue, in welcher Umgebung sie vegetieren.

Fertig! Am Schluss musste ich nur das Sofa um wenige Millimeter nach Osten rücken, weg von der Wand, auffallen wird es erst, wenn es zu spät ist. Ich verlasse die Wohnung so leise wie ich gekommen bin, das Zielobjekt wird tot umfallen, nach langem Leiden, in wenigen Jahren, das ist garantiert. Dafür engagieren mich meine Kunden, Deutschlands einzigen Feng Shui Killer.

 

[Bildquelle]

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7 Gedanken zu “Killer aus Fernost

  1. So eine fiese Idee. Aber klar, wenn das Qi nicht richtig fließen kann, welkt der Bewohner. Könnte man die Wirkung der Methode nicht beschleunigen, indem man (normalerweise ja auch nicht nachweisbare) verstockte Energie in den Raum einbringt? Die kann man sicher problemlos in jeder Firma beziehen, die ein modernes Performance Management für ihre Mitarbeiter betreibt.

    1. Beschleunigen? Da spricht der Materialist! Schlimmer als der Tod ist doch so ein Leben mit verstocktem Qi. Feinstoffliche Folter sozusagen.

      1. Dann braucht man nur noch eine Möglichkeit, das verkorkste Qi in die nächste Inkarnation mitzugeben, damit es dort dann auch nicht fließt, nicht wahr? Das könnte eine ganz neue Geschäftsidee sein :)

      2. Aus Dir spricht Ahriman wie er nicht aus Steiners kühnsten Albträumen stammen könnte. Vergiftetes Karma sozusagen. Das könnte ein Sequel geben. }:-)

      3. Es braucht halt ein bisschen betriebswirtschaftliches Denken, um diese Leute mal auif Trab zu bringen. Das dümpelt ja sonst ohne jeden Zug dahin. Man könnte einen Qi-Blocker entwickeln, karmisches Cholesterin und einen Impfstoff gegen das Nirwana…

      4. „Sie haben einen Qi-Block III. Grades., Ihr karmisches Cholesterin ist hoch wie in voratlandidischer Zeit, für Ihre nächste Reinkarnation sehe ich schwarz. Aber probieren Sie doch diesen Impfstoff gegen das Nirwana.“

        Könnte klappen. Mit genug Pastelfarben und einem Zimmerspringbrunnen…

      5. Eben, man müsste ein paar Seiten Text in branchenüblichem Tonfall zusammenschreiben und auf den entsprechenden Messen und Veranstaltungen Flagge zeigen, dann könnte man da sicher einen schwunghaften Handel aufziehen. Da ist wieder mal der Regenbogen zuende ;)

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