Hohes Bußgeld für Novartis und Roche in Italien

Posted on 6. März 2014 von

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hammer

Pharmaindustrie –Die Hersteller von Avastin und Lucentis sollen sich abgesprochen haben, um das teurere Medikament zu fördern. Die italienische Wettbewerbsbehörde hat ein Bußgeld über 180 Millionen Euro verhängt

Wie die Nachrichtenagentur AGI gestern meldete, habe die italienische Wettbewerbsbehörde AGCM gegen die Pharmahersteller Novartis und Roche jeweils ein Bußgeld von 92 und 90,5 Millionen Euro verhängt.

Novartis ist der Hersteller von Ranibizumab (Handelsname Lucentis), und Bevacizumab (Handelsname Avastin) wird von Roche produziert. Beide Medikamente würden sich Studien zufolge zur Behandlung insbesondere der sogenannten feuchten altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) eignen. Der Unterschied: Während im von der AGCM beobachteten Markt die Gabe Avsastin maximal 81 Euro koste, hätten für Lucentis zuletzt rund 900 Euro gezahlt werden müssen; in der Vergangenheit waren dafür Preise über 1.700 Euro erzielt worden.

AGCM sei der Auffassung, die beiden Unternehmen hätten entgegen EU-Recht „eine Vereinbarung getroffen, um die Verbreitung des sehr preiswerten Avsatin zugunsten des wesentlich teureren Lucentis zu verhindern, indem sie die beiden Produkte artifiziell differenzierten.“ Das habe im italienischen Gesundheitswesen alleine im Jahr 2012 Mehrkosten von über 45 Millionen verursacht.

Die Differenzierung zwischen den Produkten sei dadurch erfolgt, dass „Roche und Novartis auch vermittels ihrer italienischen Filialen seit 2011 Avastin gefährlicher als Lucentis dargestellt“ hätten, „wodurch die Entscheidung von Ärzten und medizinischen Diensten beeinflusst“ worden sei.

„Roche und Novartis“, so wird AGCM weiter zitiert, hätten „umfänglich und im geheimen Einvernehmen zusammengewirkt, um bei den behandelnden Ärzten und noch genereller in der Öffentlichkeit Furcht vor der Sicherheit von Avastin zu wecken.“ Die Strategie sei sogar „intensiviert worden, nachdem aus einer immer größere Zahl von unabhängigen vergleichenden Studien, also solchen die nicht von den Unternehmen kontrolliert werden konnten, sich die Gleichwertigkeit der Produkte ergeben hat.“

Die Entscheidung ist noch nicht bestandskräftig. Beide Unternehmen je mit Sitz in Basel in der Schweiz haben die Einlegung von Rechtsmittel angekündigt.e2m

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