DZVhÄ – Gewohnt Inkompetent

Posted on 14. Juni 2014 von

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Brief

Vielleicht macht man sich beim Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte Sorgen um die Zukunft. Immerhin mehrt sich der Widerstand gegen die, von seinen Mitgliedern propagierte, Wassermagie auf Kosten der Patientenautonomie. Erst kürzlich platzte der feuchte Traum einer Globulihochschule (Hogwarts in Traunstein) des Lobbyverein EUH, der sicher auch die ZuckerärztInnen nicht unerregt gelassen hatte. Somit scheint sich der DZVhÄ nach neuen Betätigungsfeldern umzusehen und hat die Medienberichterstattung sowie die Rechtskunde für sich entdeckt.

Bei den Ruhrbahronen wurde über den Selbsmord des, zu Lebzeiten unter anderem für den DZVhÄ schreibenden, Journalisten Claus Fritzsche berichtet. In den Kommentaren gab es ein paar weniger empathische Äußerungen, was nicht für die Kommentatoren spricht. Bei dem von Fritzsche publizistisch hinterlassenen Scherbenhaufen, ist man aber kaum verwundert.

Der DZVhÄ warf sein gesamtes publizistisches Gewicht in die Waagschale und erwirkte eine Missbilligung durch den deutschen Presserat. Die Ruhrbarone zeigten sich unterwältigt und antworteten, zugegeben ein wenig platt, auf die mahnenden Worte des Presserates. Wie man überhaupt einem Menschen in den Kommentaren eines Blogs seine Würde nehmen kann, ist eine Frage, die von Seiten des DZVhÄ unbeantwortet bleibt. Man beschränkt sich auf Behauptungen: Schuster bleib bei deinen Leisten.

Der DZVhÄ lässt die Antwort der Ruhrbarone nicht unkommentiert und prangert deren „Beratungsresistenz“ an. Unklar bleibt hier, warum die, einer Beschwerde folgende, Missbilligung beratend wirken sollte. Geschick muss man dem DZVhÄ zugestehen, wenn er den Fokus von zwei (!) Kommentaren auf die beteiligten Journalisten richtet. Einer davon hatte einen, nicht unwürdigen, Nachruf auf Fritzsche geschrieben. Es sieht so aus, als würde der DZVhÄ über seinen Blog die von ihrem ehemaligen Mitarbeiter begonnene Politik der „Charakterassazination“ fortsetzen.

Noch heute gibt es beispielsweise ein Suchergebnis, welches auf einen Text verlinkt, in dem einem Bekannten von mir unterstellt wird, „merdeister“ zu sein. Merdeister wiederum wird in Zusammenhang mit dem „kriminellen Internetpranger“ Psiram gebracht und damit impliziert, dieser Bekannte sei kriminell. Die möglichen Folgen für einen jungen Menschen am Anfang seiner Berufslaufbahn, schienen Fritzsche damals egal gewesen zu sein. Auf Mails dieses Bekannten, in denen er auf den Irrtum des Autoren hinwies, reagierte der hochmütig und ließ den Text online. Immerhin konnte der Bekannte nicht beweisen, dass er nicht „merdeister“ ist. Außer natürlich, ich hätte mich zu erkennen gegeben.

Welches Ziel der DZVhÄ mit dieser Art der Publizistik verfolgt, wird vermutlich sein Geheimnis bleiben. Dem Andenken Fritzsches wird er kaum dienen können, hat dieser doch Mithilfe von SEO dafür gesorgt, dass seine Texte auch weiterhin hoch im Google-Ranking bleiben. Sie sprechen für sich. Somit bleibt der Verdacht, es geht darum Kritiker mundtot zu machen. Das jedoch lädt nicht zu der offenen Auseinandersetzung ein, der im Blog immer wieder das Wort geredet wird. Das Handeln unter anderem des für den DZVhÄ arbeitenden Björn Bendig entspricht dem nicht.

Vielleicht nutzt der DZVhÄ die Aufmerksamkeit auch einfach in dem Sinne, dass negative Aufmerksamkeit immer noch besser ist, als gar keine. Neuigkeiten sind von den Anhängern der „systematisierten Magie“ seit 200 Jahren nicht zu vermerken und die Marketingphrasen sind weitgehend bekannt und entkräftet. Man nutzt also dankbar jede Plattform, die sich bietet um im Gedächtnis der Öffentlichkeit zu bleiben. Man handelt beim DZVhÄ somit ganz im Sinne ihres ehemaligen Mitarbeiters.

 

Passend dazu, der Text des Kollegen e2m zum unsäglichen Nachruf des Professor Walach:

„Wenn eine Professur nicht mal für einen Nachruf taugt