Einfach logisch: Homöopathie und Ebola

Posted on 2. November 2014 von

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Kopf einer Statue

Mal im Ernst: Natürlich war es nur eine Frage der Zeit. Als die Ebola-Krise so richtig Fahrt aufnahm, habe ich mich noch gefragt, ob die Globulisten es diesmal schaffen, einfach mal den Ball flach zu halten? Aber sie können offenbar nicht aus ihrer Haut. Sie MÜSSEN einfach alles heilen. Nicht einmal Ebola überlassen sie der „Schulmedizin“. So war es diese Woche im Stern über Homöopathen in den USA zu lesen.

Den deutschen Homöopathen fehlt aktuell scheinbar der Mut dazu oder ihre Dachorganisation, der DZVhÄ, hat sie einfach  im Griff. Zwar schrieb der notorisch verschwörerische Ravi Roy bereits vor Jahren das Buch ‚Homöopathischer Ratgeber, Biowaffen und Homöopathie‘ auf dessen Klappentext Ebola erwähnt und in dem die dementsprechende homöopathische Behandlung beschrieben wird. Roy durfte noch im Jahr 2012 eine vom DZVhÄ unterstützte Fortbildung geben. Das erweckt zumindest den Anschein, man hielte ihn im Bereich Homöopathie für ausreichend kompetent. Doch der Verein selbst schweigt bisher zum Thema.*

Wirklich wundern würde mich eine Presseerklärung des DZVhÄ zur Möglichkeit homöopathischer Behandlung von Ebola jedoch nicht. Nur ein wenig. In Vorträgen im Jahre 2010 durften zwei prominente Homöopathen (darunter der damalige 1. Vorsitzende des DZVhÄ) über die tollen Erfolge homöopathischer Therapien bei Infektionskrankheiten schwadronieren. Ebola wurde zwar nicht erwähnt, dafür aber z.B. Grippe, Scharlach, japanische Enzephalitis und Cholera. Es scheint also aus Sicht führender deutscher Globulisten nichts gegen die zuckersüße Behandlung auch schwerer Infektionserkrankungen zu sprechen.

Der Homöopathie internen Logik folgend spricht auch prinzipiell nichts gegen eine Behandlung von Ebola. Behandelt wird nämlich die aus dem Gleichgewicht geratene Lebenskraft, damals wie heute. Homöopathen berufen sich weiterhin auf das von Hahnemann vor über 200 Jahren verfasste Organon, es ist ein Dogma. Behandelt wird nicht der Erreger, sondern der Mensch, so würden es die Homöopathen ausdrücken. Heute verstecken sie den Begriff „Lebenskraft“ oft hinter dem Begriff „Immunsystem“ welches sie stärken wollen, damit es sich gegen Erreger durchsetzen kann. Hahnemann kannte aber kein Immunsystem, er kannte Lebenskraft. Die Lebenskraft verhält sich zum Immunsystem, wie ein Zauberstab zum Smartphone.

Ich habe es bereits sehr ausführlich dargelegt, sage es aber gerne noch einmal kurz: Mit Homöopathie kann man, folgt man der systemimmanenten Logik, jede Erkrankung behandeln, denn Erkrankungen resultieren aus einem „Urgrund“, der von Homöopathen bereits früh in der homöopathischen Geschichte erkannt wurde: Die Ursünde. Danke Eva!

Warum also, ist es so verhältnismäßig Stil in deutschen Homöopathenkreisen? Sind sie vielleicht vernünftig geworden? Unter Umständen, aber auf eine andere Art als erhofft. Ich kann nur spekulieren, doch Andy Lewis ist eine Email in die Hände gefallen, die einen plausiblen Erklärungsansatz bietet. Darin schreibt die Society of Homeopaths (das britische Äquivalent zum DZVhÄ):

For the good of the profession, we would urge members to be aware of the dangers of making statements about or engaging in discussions on Ebola via social media platforms. There are a few journalists who are currently fishing for ammunition around this topic with which to attack homeopathy.

Zum Wohle der Profession bitten wir alle Mitglieder darum, sich der Gefahr von Äußerungen zu oder Diskussionen über Ebola in sozialen Medien bewusst zu sein. Es gibt ein paar Journalisten, die aktuell, rund um dieses Thema, auf der Suche nach Munition sind, um Homöopathie zu attackieren.

Ich denke, bisher halten sich die deutschsprachigen Homöopathen zurück, weil alles andere der PR-GAU wäre. Nicht jedoch weil sie eine prinzipielle Behandlungsmöglichkeit anzweifeln würden.

Die Society of Homeopaths schreibt weiter, es gebe aktuell keine Belege für eine Wirksamkeit von Homöopathie für die Prävention oder Behandlung von Ebola. Man könnte ergänzen, dass das für jegliche andere Erkrankung ebenso gilt, aber ich will mal nicht kleinlich sein. Die Email blieb jedoch nicht lange unwidersprochen und schnell verwiesen einige auf die, in den oben erwähnten Vorträgen ebenfalls weidlich beschriebenen, „Erfolge“ der Homöopathie bei Epidemien.

Und weil Homöopathie so ein Oberhit ist, wurde auch gleich eine Petition an die WHO gestartet, in gefordert wird: „Globuli für alle!“ Die WHO setzt aber vorerst auf klassische Hygienemaßnahmen (Wasser spielt also eine gewisse Rolle) und Forschung u.a. an Impfstoffen. Das wird zwar dauern, allerdings brauchen glücklicherweise nicht alle für Erkenntnisgewinn so lange wie Hahnemanns Jünger.

*Stand der Google-Suche vom 2.11.2014 19:15 Uhr

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