Homöopathische Hybris und Ebola

Posted on 28. November 2014 von

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Scharlatan II

Oh man! Ich hatte es ja bereits geahnt, die Zuckermagier und Globulisten vom DZVhÄ lassen es sich nicht nehmen, sich den an Ebola erkrankten Menschen des afrikanischen Kontinents aufzudrängen. Im Blog der GWUP gibt es eine informative Zusammenfassung und Edzward Ernst hat sich dem Thema ebenso wie SPON angenommen. Bei Psiram gibt es eine Zusammenfassung der Reise, der vier apokalyptischen Reiter Richard Hiltner, Dr. Edouard Broussalian, Medha Durge und Ortrud Lindemann. Ich möchte mich darum an dieser Stelle ausschließlich einem Aspekt widmen: der Qualifikation. Cornelia Bajic hat die Chuzpe in ihrem Hausblatt folgenden Satz abdrucken zu lassen:

„Wir wissen, dass wir hauptsächlich als gut ausgebildete Ärzte nach Liberia eingeladen wurden und dass erst in zweiter Linie unsere Erfahrung in Homöopathie gefragt war“

Beim DZVhÄ arbeiten wohl nur Spezialisten für Tropenmedizin und Public Health! Wenn an mich jemand herantreten und bitten würde, in einem Ebola-Gebiet zu helfen, würde ich dankend ablehnen, weil (!) ich gut genug ausgebildet bin, um zu erkennen, dass ich dafür nicht ausgebildet bin. Aber wer weiß, vielleicht schicken die Globulisten ja nur ihre Besten, um in Hahnemanns Namen die Welt zu missionieren und von der Kraft des Zuckers zu überzeugen.

Frau Bajic scheint selbst nicht in Liberia gewesen zu sein (das Land, welches die Homöopathen für ihre Heimsuchung wählten) bezieht sich jedoch offensichtlich ein. Welche Qualifikationen hat Frau Bajic seit dem Ende ihres Studium erhalten? Sieht man einmal von einer intensiven Beschäftigung mit „systematisierter Magie“ aka Homöopathie ab: keine! Von 1997-2014 hat sie sich damit beschäftigt, Placebo-Effekte zu polieren und natürliche Verläufe zu begleiten und hält sich für „gut ausgebildet“? Wie gesagt: Chuzpe. So ein Studium hält nicht ewig…gut, Homöopathen haben, was medizinische Entwicklung angeht, andere Maßstäbe.

Und wie sieht es mit den anderen Herrschaften aus? Herr Hiltner hat sich etwas breiter aufgestellt. Neben homöopathischer Wassermagie kann er auch chinesische Medizin, Irisdiagnostik, astrologische Medizin und Theosophie (!). Auch hier, viel heiße Luft, keine Qualifikation. Frau Durge arbeitet nach eigener Beschreibung ebenfalls seit Jahren homöopathisch. Sie scheint allerdings durch die ärztliche Tätigkeit nicht ausreichend zu verdienen, denn auf ihrer Website stehen an prominenter Stelle Angebote des angegliederten Shops. Als Qualifikationen werden unter anderem „Publications in peer-reviewed journal“ und „Book reviews for RCCM(UK)“ angegeben. Allerdings ohne Links oder andere Möglichkeiten, sich das genauer anzuschauen. Dafür aber 5 Fallgeschichten erfolgreicher Heilungen. Klingt eher nach jemandem, der die homöopathische Ebola-Mission öffentlichkeitswirksam nutzen wird. Herr Broussalian schreibt, Homöopathie sei sein Leben, er hat seit 20 Jahren eine homöopathische Praxis und scheint aus einer wahren Homöopathidynastie zu kommen, deren Wurzeln bis Kent* reichen. Er versucht Homöopathie bekannt zu machen und hat sich dazu einem Netzwerk angeschlossen, dass auch den AIDS-Quacksalber Jeremy Sherr hochjubelt. Bleibt noch Frau Lindemann, die scheinbar in Barcelona praktiziert aber in Deutschland auch Kurse gibt. Kurse in Homöopathie.

Erst verabschiedet man sich von der medizinischen Realität und dann von jeglicher:

Nach Angaben des ehemaligen DZVhÄ-Vorsitzenden Curt Kösters gibt es Überlegungen, trotz des ersten Misserfolgs ein zweites Team nach Liberia schicken. Aber das hänge jetzt natürlich davon ab, ob es von den Behörden dort auch gewünscht sei. „Ich frage mich, wovor die eigentlich Angst haben“, sagt Kösters.

Vier Magier fahren, ihre Zauberkästen im Gepäck, nach Liberia und wundern sich, dass die örtlichen Behörden keine Lust haben, sich von diesen Vertretern ideologischer Medizin verarschen zu lassen. Wieso will man sich dort nicht helfen lassen, von vier Menschen, die ihr Berufsleben damit verbracht habe sich zu disqualifizieren? Vielleicht verwechselt zu Hause ein führender Homöopath auch einfach Angst und Vernunft. Das kann ja heiter werden.

* Kent war der Herr, der gesagt hat, alle Krankheiten seien auf die Ursünde (Eva, Apfel und Schlange und so) zurückzuführen, außerdem soll sein Buch auf dem Tisch jedes Homöopathen stehen, geht es nach dem DZVhÄ.

Weiterlesen:

Nicht vergessen werden soll hier einer der ersten, der sich mit dem Thema beschäftigt hat:

Top Level Homeopaths Behind Ebola Mission in Liberia

Ebola Hilfe – Kein Job für Abenteurer

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