Der Experte

Was sich in den französischen Alpen ereignet hat, verdient das Wort Tragödie nicht. Denn der Tod von Alpinisten und auszubildenden Bergführern des Österreichischen Alpenvereins am Col Pic Emile ist genau das: menschengemacht. Kein Deus ex machina, der aus der Kulisse heraus die Situation und damit die Leben hätte retten können, sondern eine Fehleinschätzung, die Andreas Ermacora, Präsident des Vereins in der ZIB24 Punkt Mitternacht auch noch bekräftigt. „Lawinenstufe 3“, die zu dem Zeitpunkt am Berg herrschte, „ist kein Kriterium“, meint da Österreichs höchster Alpler.

3 von 5 (im hochalpinen April!), das ist nicht Black-Jack oder ein Würfelspiel oder Schicksal, sondern in der betreffenden Skala bereits die überwiegende Wahrscheinlichkeit eines Lawinenabgangs. Wer trotz entsprechender Hinweise in solche Hänge einfährt, erhält in Schweiz, Deutschland und Österreich gegebenenfalls ein Bußgeldverfahren, Feststellungen vor Ort vorausgesetzt. Diesmal ist der Grund, warum das so ist, an vormals lebenden Menschen deutlich geworden.

Kein Kriterium? Ermacora, würde man ihm gerne zurufen, sparns Ihre Tränen und tretens zurück: Sie nehmen Ihren Job nicht ernst genug, so wie immer mehr Deppen Lawinenwarnungen nicht ernst nehmen. e2m