Hahnemann Porträt

Homöopathie, Honig und HUMBUG

Da soll noch einer sagen, in der alternativ integrativen Komplementärmedizin gebe es keine Neuerungen. Nicht nur hat diese Woche eine Diplomandin eine neue Form der Metaanalyse, sozusagen homöopathische Statistik, entwickelt, auch in der Homöopathie selbst war in dieser Woche ein Durchbruch zu verzeichnen.

Die Absolventin schloss ihre Diplomarbeit ab und kam in dieser zu dem, nicht ganz so innovativen, Schluss, dass Homöopathie wirkt. Dazu bediente sie sich einer neuen Form der Metaanalyse. Im Gegensatz zur herkömmlichen, die bei den Durchführenden eine quälende Unsicherheit hervorruft, weil sie das Ergebnis nicht kennen, steht bei der Homöopathie Untersuchenden Metaanalyse zur Bestmöglichen Utilitarisierung von Globuli (HUMBUG) das Ergebnis bereits vorher fest. Das gibt sowohl den Untersuchendenen, wie auch den Rezipienten ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. So versichert man sich und den anderen Gemeindemitgliedern die Richtigkeit der eigenen Position. Schön, dass sie wirkt. Wir wussten es ja schon immer, doch hier steht es nochmal gedruckt. In einer Diplomarbeit. Einer ausgezeichneten Diplomarbeit. Einer von einem Hersteller homöopathischer Arzneien ausgezeichneten Diplomarbeit.
Hersteller homöopathischer Arzneien sind, im Gegensatz zu ihren realitätsorientierten Schwesterfirmen von Big Pharma, mehr an Forschung interessiert als am Marketing. Darum zeichnete man HUMBUG aus.

Das war aber nicht das einzig Erwähnenswerte in dieser Woche. Auch in der jungen Generation findet die unendliche Geschichte vom Nichts, dass jeglichen kritischen Verstand auffrisst, weiterhin Anklang. Ins Finale von Jugend Forscht zog in der Kategorie Alltagsmagie der Beitrag einer jungen Frau, die Bienen mit Globuli gefüttert hat. Die Bedeutung dieses Experiments wurde von den Medien jedoch leider völlig verkannt. Wurde dort das oberflächliche Ergebnis berichtet, Homöopathie könne Bienenvölker vor Krankheiten schützen, entging den Kollegen die tiefere Bedeutung des Experiments für das gesamte Feld der Homöopathie.

Hier wurde nicht einfach ein Bienenvolk geheilt, hier wurde die Homöopathie neu erfunden! Auch in der Homöopathie konnte man sich nämlich dem Trend der Industrialisierung nicht widersetzen. So erfolgte, um eine Herstellung im industriellen Maßstab möglich zu machen, ein Wechsel des Globuli-Grundstoffs von Lactose auf Saccharose. Den Bio-Trend der letzten Jahre haben die Hersteller weitgehend verschlafen, doch mit dieser Arbeit beginnt die Aufholjagd. Wem die schnöden, und von Hahnemann nie autorisierten, Saccharose-Globuli nicht genug Magie verbreiten, wird in Zukunft auf homöopathischen Honig setzen. Homöopathie goes Bio!

Dabei ist jedoch noch ein gewichtiges Maß an Forschung notwendig. Fachleute vom DZVhÄ raten vorerst zur Vorsicht. Es bestehe die Gefahr, einer apisealen Potenzierung. Der Flügelschlag des homöopathisch geimpften Insekts werde eine nicht zu unterschätzende Auswirkung auf die Potenzierung haben. Das mache vor allem die Bezeichnung der Chargen Schwierig. „Die Homöopathie steht vor einem Umbruch“ so der Experte. „Wir müssen ein vollkommen neues System der Benennung homöopathischer Arzneien entwickeln. Die A-Potenzen (anm.: von Apis, der Biene).“

Man kann also nicht sagen, es gebe keine Neuerungen bei den Globulisten. Die Homöopathie verändert sich, jetzt muss sie nur noch wirken.

Weiterlesen:

Homöopathie mal wieder nachgewiesen.

3 Gedanken zu “Homöopathie, Honig und HUMBUG

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