Hü Pferde, Hott Otto

Bislang war der US-Bierbrauer Budweiser eher für Bukolisches bekannt.Bei den teuersten Werbepausen der USA, denen während des Super-Bowl, kam der Hersteller von Hopfenkaltschalen in seinen Commercials vor allem mit Pferden herüber: Den Kaltblütern der Rasse Clydesdale. Um sie herum wurden in höchst professionell und augenzwinkernd gedrehten Storys (Tier)Freundschaften, Kutschen und schöne Landschaften gruppiert.

Den Geschmack am werbenden Ross haben die Brauer zwar nicht verloren. Aber es kommt jetzt als PS-starker Truck daher. Und selbstfahrend. Mit großer Begeisterung wurde verkündet, dass der erste automatisierte Bierlaster 2 Stunden lang, 120 Meilen weit unfallfrei Getränkedosen ausgeliefert hat.

Neben dem Getränkehersteller an Bord: Otto (für Ottomotors), eine Sparte der Robotik- und automotive-Firma Clearpath. Und damit auch der Online-Vermittlungsdienst für Fahrdienstleistungen Uber, mit dem Otto seit August zusammenarbeitet.

Die Reaktionen sind noch verhalten. Was sicher damit zusammenhängt, dass die zurückgelegte Strecke noch nicht wirklich beeindruckend ist.

Noch mehr dürfte die Nachricht aber eine Art Schockstarre auslösen. Der geradezu legendäre Trucker, der Asphaltcowboy der in mehr als nur einem Road-Movie oder Kassenschlager wie „Smokey and the Bandit“ (dt: Ein ausgekochtes Schlitzohr) die Hauptrolle spielt, kommt vom Sattel. Dass er überflüssig wird, ist jetzt nur noch eine Frage der Zeit.

[Beitragsbild: screenshot (c) Marian Schraube]