Von der Toilette in den Tank?

Biotreibstoffe aus Abwasser

Das Pacific Northwest National Laboratory (PNNL) ist sich sicher: Mit der jetzt vorgestellten Umwandlungsmethode könnten aus den in den USA täglich anfallenden 34 Milliarden Gallonen Abwasser bis zu 30 Millionen Barrel Biorohöl gewonnen werden.

Das Verfahren nennt das Laboratorium, das dem US-Energieministerium unterstellt ist, hydrothermale Verflüssigung (HTL). Es ist, vereinfacht gesagt, die Nachahmung der Bedingungen, die im Erdinneren organische Reste in Jahrmillionen zu Erdöl umgewandelt haben: Rund 3000 psi Druck und etwa 300°C würden binnen Minuten die Schlämme in Rohöl verwandeln, das genauso prozessierbar sei wie das bislang geförderte. Eine langwierige Trocknung entfalle damit. Wie hoch der Energieeinsatz im Verhältnis zum Ertrag steht, wird allerdings nicht mitgeteilt.

Auch die Ertragsmenge ist nicht besonders beeindruckend. 30 Millionen Barrel ist weniger, als die USA an 2 Tagen im Jahr 2015 verbraucht haben. Ob sich damit andererseits Abwässer und organischer Abfall aus der Landwirtschaft signifikant vermindern lassen, hier wären auch Transportwege zu berücksichtigen, wird wohl erst die Pilotanlage zeigen. Sie soll 2017 gebaut werden und 2018 in Betrieb gehen. Vorausgesetzt das Projekt sammelt das nötige Geld ein. (Quelle: Pressemitteilung, 2.11.2016, http://www.pnnl.gov/news/release.aspx?id=4317)

[Beitragsbild: „Sludge from Metro Vancouver’s wastewater treatment plant“, http://www.pnnl.gov/news/images/photos/20161031162622054.jpg]
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