2011/10/06 Death of a Salesperson

„Die Welt ist wegen Steve ein besserer Ort“ sagt der Konzern nach dem Tod eines seiner Mitbegründer und macht damit Schlagzeile. Die Welt als dieser Konzern begriffen -oder umgekehrt-, stimmt das natürlich. Haben die Macs, Phones, Pads mit dem i davor etwas verbessert in der Welt?

Sie haben Kommunikation schneller gemacht. Worin ich gerade schreibe, wurde als erstes auf einem PC bei CERN installiert, einem Server der Firma NeXt. Jobs war damit Hebamme, Vater des www allerdings Tim Bemers-Lee. Zweifellos finden kreative Köpfe immer zusammen, Hand-in Hand, auch peer-to-peer.

Sie haben Kommunikation umfangreicher gemacht. Die direkte Übertragung von Schallwellen über elektrische Signale brachte den ersten Machern wenig, für Patente fehlte das Geld. Phones dienen auch nur noch untergeordnet dem Sprechen. Sie sind Medienzentralen auf kleinstem Raum. Als wollte man eine Stereoanlage mit einem TV mit einer Telefonzentrale mit einem Filofax mit einem Fax mit einem PC übereinanderstapeln und dann in eine Presse zum Komprimieren geben. Der Mitbegründer von Apple wird in über 338 Patenten als (Mit)Erfinder geführt. Bei seinem Tod ist ein epischer Patentrechtsstreit mit Samsung in Gang. Ein Kontinuum.

Sie haben Kommunikation exklusiver gemacht. Mit den in der ersten Welt vorhandenen Netzen und den Kosten für Anschaffung, Unterhalt, Abschreibungen, Wegwerfen ist im schönen Design ein großer Teil der restlichen Welt abgehängt worden. Ein Gerät um die „Height: 115.2 mm (4.5 inches), Width: 58.6 mm (2.31 inches) Depth: 9.3 mm (0.37 inches) Weight: 140 grams (4.9 ounces)“ kostet den durchschnittlichen Arbeiter in einem beliebigen Land Afrikas und weiten Teilen Asiens den Lohn von mehr als einem Jahr Arbeit. Und dann haben er und seine Familie noch nicht gegessen. Apps werden zahlreicher, Erden seltener.

Reden wir mehr miteinander oder immer mehr aneinander vorbei?

Arthur Miller hatte über einen amerikanischen Traum geschrieben, sein Charakter Willy Loman sich in seiner eigenen Vergangenheit verloren. Steven Jobs hat bis zuletzt einen Traum erfolgreich verkauft. Man spricht darüber schneller, weiter, exklusiver mit den Geräten seiner Firma. Auch über den Tod. Steven Jobs ist am 5. Oktober 2011 gestorben. 2011/10/06 die Ausrufer-e2m

[Quote: „Der Tod ist die beste Erfindung des Lebens„; „Steve„]

[Nachtrag am 8.10.2011, 14:00 – Ich war gerade in der Hauptpost. Für die, die in der Schlange stehen, gibt es einen News-Bildschirm, über den ein Nachrichtenband von nt-v zieht. Darin wurde verkündet, dass seit heute „der Preis für das iPhone 4S enthüllt“ worden sei: ab 629 Euro. Und so nebenbei: Originaldokumente werden meistens mit der Post und per Kurier verschickt. Noch immer, trotz pdf]

Ein Gedanke zu “2011/10/06 Death of a Salesperson

  1. Ab wann Anonymität kostspielig wird? Eine Antwort hat Jon Callas, Ex-Mitarbeiter bei Apple und heute CTO von Entrust dem online-Magazin iTWire gegeben. Steve Jobs habe, um seine Anonymität zu wahren, mit einem Trick vermieden, ein Kennzeichen an sein Privatfahrzeug anzubringen. Gemäß kalifornischer Gesetzgebung bestehe eine Kennzeichenpflicht innerhalb von 6 Monaten ab Neuzulassung. Jobs habe einfach alle 6 Monate sein Fahrzeug an eine Leasing-Gesellschaft zurück gegeben und ein neues, aber identisches erhalten: Einen Mercedes SL55 AMG, Preis um 150.000 Euro. Tscha, Think Different auf höchstem Niveau.

    http://ht.ly/7byT0

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