2011/09

2011/09/29

Kauder auf der Flucht

Ich mache es kurz.
Die Kauder-Brüder, Volker und Siegfried möchten unser aller Wohlverhalten beim Umgang mit dem geistigen Eigentum anderer im Netz mit einem Gesetz erzwingen. Wer das Urheberecht bricht, fliegt…aus dem Netz.

Details gibt es u.a. bei Jakob Jung und natürlich von e2m.

Nun scheint es aber so, dass die Herren Kauder&Kauder sich selbst nicht so sehr um das Urheberrecht scheren. Oder sie haben einfach gemacht (machen lassen) was alle machen im Netz: Ein etwas in die Jahre gekommenes Urheberrecht gebrochen.

Ein Pirat berichtet über die Website von dem einen Herrn Kauder auf der, bis vor kurzer Zeit, Urheberrechtlich geschützte Bilder zu sehen waren.

Danke an Kauder&Kauder, besser hätte ich es auch nicht sagen können. merdeister

Edit: Volker Kauder wurde nachträglich um seinen Bruder ergänzt.

2011/09/28

Augstein und der Papst

[Antwort (ungefragt) an Jakob Augstein, Verleger des „Freitag“, zu seinen hier und im Video geäußerten Ansichen zum Papst.]


Lieber Jakob Augstein,

manchmal hört man Menschen Dinge sagen und ist vollkommen perplex, weil die Aussage dem widerspricht, was sie sonst so von sich geben. Sie passt nicht uns Muster.
So ging es mir mit Ihren Äußerungen zum Papst. Die Kolumne beim Spiegel habe ich gar nicht zuende gelesen, weil sie mir so unsinnig erschien. Nun haben Sie aber im Video mit dem Herrn Blome minutenlang die Piratenpartei verteidigt und „Liquid Democracy“ vorgestellt, Herrn Blome fiel nichts besseres ein, als fäkale Assoziationen zu streuen, wie pubertär, um dann noch einmal Ihre Zuneigung zum Papst oder zumindest inhaltliche Übereinstimmung mit ihm zu bekunden.

Auf der einen Seite verteidigen Sie ein System, welches dem einzelnen die Möglichkeit geben soll, möglichst differenziert Entscheidungen zu treffen. Auf der anderen Seite verteidigen sie ein System, in dem der einzelne fast keine Möglichkeiten hat Dinge zu verändern. Sie sind Gottgegeben.

„Das Mysterium der menschlichen Existenz ist tiefer als die Frage nach der Homoehe“

Abgesehen davon, dass der erste Teil des Satzes eher einem Esoteriker gut zu Gesicht stünde, kollidiert er auch noch mit dem zweiten. Sollte einer Institution, der es tatsächlich um das wie auch immer geartete Mysterium der menschliches Existenz geht, nicht vollkommen egal sein, welches Geschlecht eine dieser menschlichen Existenzen bevorzugt? Ist das nicht so vollkommen oberflächlich, in Anbetracht der, von der Kirche postulierten, Größe Gottes, dass es einem ins Auge springt: Es geht um Macht und Machterhalt! Bei so einem hingeklatschten Satz, da bekommt man doch eine Scheisswut und möchte den Verfasser schütteln und ihn fragen, ob ihm klar ist, was er da eigentlich sagt? Ist ihm eigentlich klar, welchen Preis Menschen zahlen mussten, damit dieser komische Fratz in albernen Klamotten nach 2000 Jahren im Bundestag angekommen ist?

Mir kam schnell der Begriff „kognitive Dissonanz“ in den Sinn. Bevor der Blutdruck steigt, möchte ich anmerken, dass es sich dabei nicht um eine Pathologisierung handelt, sondern um etwas, alltägliches.

Jeder von uns kennt so etwas, es ist normal, manchmal ist uns sogar klar, wenn eine kognitive Dissonanz vorliegt. Wenn das so ist, sollte man jedoch keine Kolumne zum Thema schreiben. merdeister

2011/09/19

Denkfest

In Zürich ist das Denkfest und damit „Vier Tage Wissenschaft, kritisches Denken & intelligente Unterhaltung“ schon wieder vorbei. Geblieben sind einige Videos auf Youtube. Zum Beispiel das Blogger Panel.

Denkfest: Zurich September 2011 – Skeptic Blogging

This was the first event at Denkfest, a panel of several well known skeptical bloggers dicussing their views and experiences with skepticism and blogging in general.

Ali Arbia: http://www.scienceblogs.de/zoonpolitikon/

Julia Offe: http://www.scienceblogs.de/mutterwitz/2010/06/

Hayley Stevens: http://hayleyisaghost.co.uk/
http://www.youtube.com/user/ohgoditsheragain

Cristina Rad: http://cristinarad.blogspot.com/
http://www.youtube.com/user/ZOMGitsCriss

Florian Freistetter: http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/

Lars Fischer: http://www.scilogs.de/wblogs/blog/fischblog

Marko Kovic: http://www.skeptiker-blog.ch/

2011/09/15

Stolpersteine

Bisher habe ich noch nicht viele von ihnen gesehen, aber es sind viele: Die Stolpersteine.

Gegen eines dieser Mahnmale en miniature hat sich ein Stuttgarter Ehepaar gewandt, weil direkt vor ihrer Haustür. Ich kenne die Klage nicht, die das Ehepaar Häuslebesitzer gegen die Stadt Stuttgart eingereicht hat, auch das Urteil, das nun ergangen ist, liegt im Wortlaut nicht vor. Das Amtsgericht Stuttgart hat dazu (noch) keine Pressemitteilung veröffentlicht. Ich kenne nur den Artikel just aus der SZ. Der mich veranlaßt, darüber zu grübeln, wie geschichtslos eigentlich Menschen sein müssen, die gegen das Erinnern angehen, weil dadurch ihr Besitz oder ihr Eigentum gestört würde (das sind die einzigen Abwehransprüche aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch, die mir zu einer solchen Konstellation einfallen).

War in Stuttgart nicht noch was? Ach ja, pro/contra 21. Wobei contra getragen war von der Liebe zum fürstlichen Schloßgarten und der Angst vor Wertminderung von Wohnungen durch jahrelang offene Baustellen. Da wurde jeder Baum zu „Bruder/Schwester“ stilisiert. Mathilde und Max Henle sind es offensichtlich bis heute nicht.

Gut bürgerliche Beschau, 2011/09/15 e2m

Ergänzung: „Jüdisches Leben in Bremen“ ist auch so ein Brocken zum Stolpern – was Blogger oranier zum Thema Fremdenführer und deren Verhältnis zur Bremer Geschichte zu sagen hat. Und was der Weser-Kurier nicht veröffentlicht, geschweige denn richtig stellt. 2011/09/17 e2m

2011/09/11

Best of two worlds

Der Klinikkonzern Helios, der hier in letzter Zeit nicht die beste Presse hatte, geht in Großbritanien auf Einkaufstour.

Es muss das Äquivalent der Konzernmanager zu feuchten Träumen sein, was sie in England erwartet: Staatlich garantierte Einnahmen, schwache Gewerkschaften und eine Bevölkerung, die an Rationierung im Gesundheitsbereich gewöhnt ist.

Anders als in Deutschland, wo Angestellte Ärzte kürzlich schwere Vorwürfe gegen den Konzern erhoben:

„An die Stelle medizinisch motivierter Entscheidungen tritt zunehmend ein Kampf um die Einhaltung betriebswirtschaftlicher Vorgaben und Benchmark-Erfüllung“

und wo man sich von einem komplizierten Abrechnungssystem genötig sieht, die Regeln nach eigenem Gusto auszulegen, wartet auf der Insel das gelobte Land:

The documents lay bare what „international hospital provider groups“ consider as a minimum for running NHS hospitals. „International players can do an initiative if [£]500 million revenue [is] on the table.“ They also need to have „a free hand on staff management“. The NHS would be allowed to „keep real estate and pensions“.

Gesundheit!  2011/09/11 merdeister

2011/09/09

Träume aus Blech sind Industriegeschichte (2)

Vor etwas mehr als einem Jahr wurde Volvo von einem chinesischen Autobauer übernommen. Dazu hatte ich „Träume aus Blech sind Industriegeschichte“ geschrieben.

Ur-Saab (92001)

Eine Rettung, die auch SAAB für sich in Anspruch nehmen wollte. Die ersten Modelle konnten ihre Herkunft aus dem Flugzeugbau nicht leugnen. Wer in der Heckpartie des 92001 (1948, Chefdesigner Bror Bjurströmer, Chefentwickler Gunnar Ljungström)die des Porsche 356 (oder umgekehrt) wiederfinden will …

Saab Heck

Porsche Heck

Nebenbei: Die Fusion zwischen VW und Porsche lässt auf sich warten.

Kaum ein Fahrerplatz hat so sehr das Wort Cockpit verdient wie der des schwedischen Herstellers – auch ein Flugzeug lässt sich nicht per Zündschlüssel starten.

Saab innen

Und einige Jahre lang war der 900er Turbo ein Top des Understatements.

900 Turbo

Gestern kam ein Aus für den Autobauer und seine Belegschaft, ein Richter hat den Antrag auf Gläubigerschutz abgelehnt. Dagegen hat Saab zwar Rechtsmittel eingelegt. Um einen geordneten Rückzug durchzuführen, statt alles einschließlich der mehr als 3.600 Arbeitnehmer zu verramschen? Zeit gewinnen, um Arbeitslosigkeit von mehr als 20% in der Region aufzufangen? Dieses Kapitel Industriegeschichte ist jedenfalls definitiv zu Ende.   09/09/2011 e2m

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