Mehr Sex mit Hahnemann?

Vor einigen Tagen schrieb ich erst, für die Wirksamkeit der Homöopathie müssten unter anderem die Gesetze der Logik neu verhandelt werden. Und dieser Tage flattern zwei Links hinein, die wie geschaffen sind, das zu zeigen. Eine Heilpraktikerhomöoschamanin schrieb erst einen Beitrag, wie die weibliche Unlust auf Sex zu behandeln sein, um einige Tage später nachzulegen; auch die männliche Unlust auf Sex, mangelnde Libido, sei keine Nuss zu hart für die Homöopathie.

Auch wenn ich es bereits ausgiebig dargelegt habe, wiederhole ich gern nochmal. Mit den Glaubulis wird die aus dem Gleichgewicht gebrachte Lebenskraft behandelt, diese drückt sich in den Symptomen der Krankheit aus. Zwar versucht insbesondere die Pharmaindustrie seit Jahren, den „mangelnden“ Wunsch nach Sex zu einer Krankheit zu machen, aber so richtig ist das bisher nicht gelungen. Aus gutem Grund. Es gibt Lebensphasen, da läuft es halt nicht. Unsere charmante Heilerin sagt jedoch nun, hier liege eine Krankheit vor (sonst wäre ja die Lebenskraft nicht aus dem Gleichgewicht). Die will sie homöopathisch behandeln. Von mir aus.

Ein Blick ins Organon zeigt jedoch, dass es unmöglich ist, die Libido mit Homöopathie zu erhöhen. Einfach deshalb, weil die Glaubuli nicht wirken können, bevor man nicht das richtige Maß an Sex hat. Der Heilung hinderlich sind nach Hahnemann nämlich (unter anderem):

„unnatürliche Wohllust, (…) oder (…) unvollkommner, oder ganz unterdrückter Beischlaf“

Man nennt solche Situationen „Catch22“ oder

Die Unmöglichkeit, Gleiches mit Gleichem zu heilen.

Advertisements

16 Gedanken zu “Mehr Sex mit Hahnemann?

  1. http://www.welt.de/wissenschaft/article113054749/Das-perfekte-Parfuem-fuer-die-Partnerwahl.html

    Wie man hier u. a. nachlesen kann wird Liebe durch Duft gesteuert. Deshalb kann man die Libido auch mit homöopathischen Mitteln sehr gut beeinflussen. Am besten eignen sich hierzu die Anthropine, das „homöopathische Viagra“, homöopathische Kügelchen aus Haarduft. Diese wurden an der Uni Hohenheim erforscht und schon 1879 patentiert. Nicht nur Patrick Süskind bediente sich an Jaegers Hauptwerk Die Entdeckung der Seele (Neuauflage als CD erhältlich, ein Zoologiewerk mit 850 Seiten), denn die Nr. 7 der damaligen Anthropine waren aus blonden Jungfrauenhaaren hergestellt worden. „Wirkt belebend und erheiternd auf ältere Männer“, so die damalige Stuttgarter Apotheke … Dass sie wirken kann „mann“ ja leicht nachprüfen! Denn es gibt sie wieder …

    1. Vielen Dank für den interessanten Kommentar. Sie lösen darin jedoch nicht das aufgezeigte Logikproblem. Und ist es nicht so, dass um einen Partner anzuziehen nach dem Simile Prinzip eine potenzierte Substanz genommen werden muss, die ihn normalerweise abstößt?

    2. Noch so ein Versuch der Selbstwerbung, Frau Homoöpathin, und sie haben hier die längste Zeit kommentiert.

  2. @Homöopathin: Bei Homöopathie riecht garantiert nichts mehr. Seit wann riecht reines Wasser oder reiner Zucker? Humbug!

  3. Homöopatenstandardverfahren: Nie auf eine Frage eingehen oder zum Thema beitragen, stets irgendwelche prinzipiell unbeweisbaren Behauptungen aufstellen und standhaft Logik und Wissenschaftlichkeit ignorieren – aber schnell und wortreich kommentieren, dann hat man Aufmerksamkeit und das belebt das Geschäft. Nicht einmal die neckisch raunende Ellipse am Ende fehlt!

  4. Aber kennt ihr denn nicht Hidros D6? Das wirkt! Man steckt sich die Globuli allerdings nicht in den Mund, sondern in die Nase!

  5. Ach ja: Die Urtinktur soll angeblich von südosteuropäischen Bauarbeitern stammen, „Erntezeit“ sind Juli und August …

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.