Schöner sterben mit Steiner

Argumente für das Impfen gegen Kinderkrankheiten muss ich an dieser Stelle sicher nicht mehr liefern. Zum einen habe ich das in der Vergangenheit bereits getan, zum anderen kümmern sich die, in Teilen der Bevölkerung so genannten, Mainstream-Medien gerade ausführlich um das Thema. Es brauchte diesmal nur einen Masern-Ausbruch in Berlin und den Tod eines 18 Monate alten Kindes, um die Öffentlichkeit erneut auf das Phänomen der Impfgegner aufmerksam zu machen.Ich will hier auch gar nicht alles wiederholen. Zum einen, um die lieben Lesenden nicht zu ermüden, zum anderen, weil mir die Zeit fehlt, was an der Frequenz meiner Beiträge zu erkennen ist.

In der Berichterstattung bin ich über die Beschreibung „anthroposophische Arztpraxis“ gestolpert. Diese wurde in einem Artikel genutzt, in dem Ärzte beschrieben wurden, die Impfungen gegen Masern ablehnten. Zumindest zu dem Zeitpunkt, wenn die meisten rational handelnden ÄrztInnen gegen die Masern impfen. Nämlich im Kleinkindalter.

Vergessen wurde, zu erwähnen, was „anthroposophische Arztpraxis“ bedeutet. Dort wird Medizin mit Magie verdünnt. Wenn man Pech hat bis zur Unkenntlichkeit der Medizin. Natürlich eine besondere Magie, nicht irgendein billiges Zeug vom Eso-Markt. Was hier genutzt wird, hat sich nicht irgendjemand ausgedacht, sondern es wurde von Rudolf Steiner „geschaut“. Aktuelles medizinisches Wissen wird in dieser Praxis nur solange genutzt, wie es nicht den Aussagen Steiners widerspricht. Das ist ungefähr so, als würde man in einen „katholische Arztpraxis“ gehen. Nur, dass jeder wüsste, was ihn oder sie in einer „katholischen Arztpraxis“ erwartet: Glaubensmedizin a la Gottessohn. Da hätte niemand so richtig Bock drauf. Medizin und Gebet werden in unserer Gesellschaft, was die Anbieterseite angeht, in der Regel getrennt. Nicht ohne Grund, denn das kurative Outcome von Priestern ist in der Regel mager. Die letzte Salbung ist eine spirituelle Wegzehrung und kein Heilungsversuch.

Nur den Anthroposophen gelingt es seit fast einem Jahrhundert, sich als etwas zu verkaufen, was sie nicht sind: rational. Wenn Eltern wüssten, dass sie sich mit anthroposophischen Ärzten in die Hände von Jüngern eines Hellsehers begeben, würden sie sicher  kritischer mit Ratschlägen umgehen, die Masern nicht nur als harmlose Erkrankung verkaufen, sondern als wichtigen Entwicklungsschritt anpreisen. Ein „Entwicklungsschritt“, der nicht zuletzt Unzulänglichkeiten aus einem früheren Leben beheben soll.

Dabei haben die Anthroposophen sogar noch Glück, dass Steiner vorwiegend Bullshit von sich gegeben hat. Denn sonst gäbe es für derartig unverantwortliche Aussagen echt schlechtes Karma.

 

Weitere Artikel zur Anthroposophie:

Anthroposophische Paranoia

Der Anthroposoph und die Ethik

Herr Steiner, die informierte Ministerin und die Masern

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2 Gedanken zu “Schöner sterben mit Steiner

  1. @merdeister

    *grins* – vielleicht solltest du die Frequenz deiner Beiträge senken und dich mehr um die Tatsachen kümmern, denn die hast du in deinem Beitrag vollkommen außer acht gelassen respektive nur rudimentär berührt.

    Selten so ’n dogmatischen Bullshit- Artikel gelesen!

    ( Na, hältst du das aus und veröffentlichst es – oder wird zensiert?) – * schmunzel*

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