LMHI – Es ist niemals zu früh

[Ich möchte darauf hinweisen, dass die Zitate original aus den Abstracts übernommen wurden, diese sprachlichen Blüten also nicht von mir stammen. Orthographische Unzulänglichkeiten stammen in der Regel von mir. Viel Freude mit beidem]

LeserInnen dieses Blogs wissen um meinen potenzierten Respekt für den Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) und den aufrichtigen Einsatz seiner Mitglieder für eine verantwortungsvolle, ärztliche Homöopathie. Darum ist es sicher keine Überraschung, dass ich den 72. Homöopathischen Weltärztekongress vom 14. – 17.6.2017 in Leipzig (LMHI) begrüße und mit einer Artikelserie feiere. Dient der Kongress doch der Erweiterung der, bereits heute breiten, Wissensbasis zur homöopathischen Wissenschaft und dem Erfahrungsaustausch erfahrener und verantwortungsvoller AnwenderInnen der hahnemannschen Methode: die Heilung der Lebenskraft.

Die Homöopathen sind dabei in Gebiete vorgedrungen, die sich Hahnemann nicht hätte vorstellen können. Neben Zahnheilkunde, werden auf dem LMHI u.a. die Behandlung von Krebs, Aids und Autismus behandelt. Und da die Lebenskraft so ein universales Prinzip darstellt, ist auch die Behandlung von Tieren eingeschlossen. Und das alles auf einem Kongress! Wo die „Schulmedizin“ sich wichtigtuerisch in viele spezialisierte Teilgebiete aufteilt und eigene Kongresse u. a. zu Diabetes, Krebs, Psychiatrie, Zahnheilkunde veranstaltet, bekommen die Homöopathen alles unter einen Hut. Es handelt sich eben um die Elite der Humanmedizin. Unsere Tausendsassas.

So nimmt es nicht wunder, dass sie mit Jürgen Ivanis ein echtes Ausnahmetalent unter sich dulden. In seinem Vortrag DF02/02 geht es um „Tipps und Tricks bei der Behandlung von kritischen Frühgeborenen (<30. SSW) auf der Intensivstation/ Neonatologie und wie wir als Homöopathen die Lebensfunktion (Über- /Lebenskraft) und das Gedeihen gezielt stärken können“. In diesem Fall ist die Verabreichung von Zucker natürlich nahliegend.

Der Vortragende Ivanis scheint ein Einäugiger unter den Blinden zu sein. Er ist nicht nur Gründer der „Wiener Biowerkstatt“ sowie der „Wiener Schule für Komplementärmedizin und Traditionelle Heilkunde“. Er bietet auch „Turn-around Begleitung – Bevor die Lebenserhaltenden Maßnahmen eingestellt werden“ an. Dazu ist er „Consultant“ bei SAP und „Chemiker“. Sein Vortrag auf dem LMHI, einem wissenschaftlichen Kongress für homöopathische Ärzte, ist um so beeindruckender, weil er keinerlei medizinische Ausbildung zu haben scheint. Aber viel, viel Erfahrung. Erfahrung die er teilen möchte.

Sein „Vortrag geht auf Vorgehen und Herausforderung bei der Behandlung von frühgeborenen Babys ein (…) sowie den Schwierigkeiten, denen man als Homöopath im Umfeld der Neonatologie begegnen kann.“ Kritischen Frühgeborenen, zum Beispiel, die bereits im Brutkasten merken, wenn man ihnen einen Bären aufbinden will.

Wie es sich für Homöopathen gehört, stammt seine „Kenntnis“ nicht aus schnöden systematisch durchgeführten Studien. Er stellt Fälle vor und beglückt das Publikum mit „Erfahrungsberichten“ einer „Zwillingsgeburt“ sowie eines „Babys“ mit eine „Gehirnblutung Grad 4“. Ivanas wird von „zielgerichteter Therapie (…) symptomatischer Behandlung, (und) Schwierigkeiten der Verabreichung der Globuli wegen erhöhter Hygienevorschriften bei Frühgeborenen“ berichten.

Die Arbeit auf neonatologischen Intensivstationen ist darauf ausgelegt, die Anzahl der Störungen durch notwendige pflegerische und medizinische Interventionen möglichst gering zu halten. Stressreduktion ist das Gebot der ersten Monate. Oft wird darauf geachtet, ärztliche Untersuchungen im Anschluss an ohnehin anstehende Pflegetätigkeiten durchzuführen. Ob man für die Durchführung einer wichtigen homöopathischen Behandlung hier eine Ausnahme machen sollte, wird hoffentlich auch in dem Vortrag erwähnt.

Für das Problem der neonatalen Globuligabe wird eine mögliche Lösung diskutiert. So widmet sich Ivanis der „Frage, ob die Behandlung über die Muttermilch geht, im Fall, dass die Mutter selbst mit Arzneimitteln behandelt wird“. Auch Hahnemann hatte sich diesem Phänomen im „Organon §286 Anm1“ bereits angenommen. Hahnemann wusste noch nichts von der perikurativen intrakorporalen Potenzierung (PIP), einem heute bekannten, und weiterhin ungelösten homöopathischen Umweltproblem. Durch die PIP wird die Wirkung homöopathischer Arzneien durch Potenzierung im Körper verändert. Wie jedeR HomöopathIn weiß, wird das Arzneimittel in höheren Potenzen nicht nur stärker, es verändert auch sein Arzneimittelbild, also die Symptome, die es bei Gesunden hervorruft. Ivanis jedoch, scheint sich der PIP nicht bewusst zu sein, schreibt er doch, es sei unklar, „ob die Arzneikraft des homöopathischen Mittels die Pasteurisierung unbeschadet übersteht“. Dabei ist das Grundproblem, dass es bereits die Passage durch die Mutter nicht unbeschadet übersteht. Im Grunde muss die Mutter eine geringere Potenz erhalten als das Frühgeborene erhalten soll, denn in der Mutter wird das Arzneimittel weiter potenziert. Wieviele Stufen ist jedoch unklar. Hier wäre weitere Forschung dringend geboten. Manchmal habe ich fast den Eindruck, Homöopathen beschäftigen sich nur mit völlig weltfremden Themen oder mit Nichts. Jedoch nicht mit den wirklich relevanten Problemen! Glücklicherweise ist das kritischen Frühgeborenen egal. Hauptsache sie sind erst mal satt.

 

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